Sanochemia Pharmazeutika

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Sanochemia Pharmazeutika
Sanochemia logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000776307
Gründung 13. November 1990
Sitz Wien
Leitung Dr. Werner Frantsits (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 189 (30.September 2007)
Umsatz 29,6 Mio. Euro (30. September 2007)
Branche Pharmaunternehmen, Auftragshersteller
Produkte Arzneimittel, DiagnostikaVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.sanochemia.at

Die Sanochemia Pharmazeutika AG ist ein mittelständisches österreichisches Pharmaunternehmen und hat ihren Sitz in Wien. Hauptgeschäftstätigkeiten sind die Auftragsherstellung von Wirkstoffen für andere Pharmaunternehmen sowie die Herstellung und der Vertrieb von Diagnostika. Die Firma ist seit 1999 an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert, zunächst im Segment Neuer Markt und nun im Prime Standard.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen Sanochemia hat seinen Ursprung in der 1441 gegründeten und noch heute bestehenden Apotheke zur goldenen Krone (Anton von Waldheim KG). Die industrielle Herstellung von Arzneimitteln begann 1869 mit sogenannten Hausspezialitäten, u. a. die Entfettungs-Tabletten Waldheim oder das Tonicum Waldheim. Ab 1937 wurde die Fertigung von Arzneimitteln aus der Apotheke ausgelagert. 1939 begann die damalige Firma Waldheim Pharmazeutika GmbH mit der Forschung an Mutterkornalkaloiden, die 1948 zur Einführung des heute obsoleten Arzneimittels Neovegeton führte.[1]

Seit den 1950er Jahren beschäftigt sich das Unternehmen mit dem Wirkstoff Galantamin, der zunächst aus Schneeglöckchen (botanischer Name Galanthus) isoliert wurde. Später gelang auch die chemische Synthese des Wirkstoffs in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien.[2] Das 1996 erteilte Patent auf das Syntheseverfahren von Galantamin stellt heute eine der wichtigsten wirtschaftlichen Grundlagen der Firma dar.

1972 erwarb Werner Frantsits die Firma Waldheim. In den 1970er Jahren wächst das Unternehmen durch Zukäufe von Firmen, u. a. auch die Fa. Sanochemia, die 1990 zur Sanochemia Pharmazeutika AG umgebildet wurde. Die bereits 1976 in der Schweiz begründete und später nach Malta verlegte Sanochemia-Holding übernahm ab 1992 die Funktion einer Muttergesellschaft. Ab 1997 wurden die veterinärpharmazeutischen Aktivitäten in der Alvetra-Werfft AG zusammengefasst. Die Keimzelle der Unternehmensgruppe, die Firma Waldheim, wurde im September 1998 mit der Sanochemia Pharmazeutika AG verschmolzen.[3]

Der Börsengang erfolgte 1999. Im Jahr 2000 übernahm die Sanochemia die deutsche Firma Goldham Pharma, zunächst zu 50 % und später zu 75 %. Ab 2001 expandierte Sanochemia zunehmend international. 2006 erfolgte eine Mehrheitsbeteiligung an dem kleinen Innsbrucker Unternehmen AlcaSynn.[4]

Gegenwart[Bearbeiten]

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten]

Die beiden Hauptgeschäftsfelder sind die Auftragsproduktion von Wirkstoffen für andere pharmazeutische Unternehmen sowie die Herstellung und der Vertrieb von Diagnostika.

So produziert Sanochemia für die Firmen Johnson & Johnson sowie Shire den Wirkstoff Galantamin für das Antidementivum Reminyl und für Hoffmann-La Roche den Wirkstoff Torasemid. Der Synthese- und Produktionsstandort des Unternehmens befindet sich in Neufeld an der Leitha.

Produkte im Eigenvertrieb der Sanochemia sind z. B. generische Röntgenkontrastmittel (u. a. Bariumsulfat als Barilux, Amidotrizoesäure als Gastrolux oder Urolux Retro, Iopamidol als Unilux sowie Gadopentetat-Dimeglumin als MR-Lux). Seit 1992 vertreibt Sanochemia auch den selbstentwickelten HIV-Test Fluorognost IFA HIV-1, der in den USA als Alternative zum Western-Blot-Bestätigungstest zugelassen ist.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten]

Gegenwärtig untersucht Sanochemia Galantamin und Galantaminabkömmlinge auf ihre Eignung in weiteren Anwendungsgebieten. Ein zweites Entwicklungsprojekt soll die Zulassungsfähigkeit des Muskelrelaxans' Tolperison in den USA erreichen. Daneben werden PVP-Hyperizin als photoaktiver Wirkstoff zur Diagnostik von Harnblasentumoren und ein peripher aktives Opioid zur Behandlung von akutem und chronischem Schmerz entwickelt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nowotny O.: Die pharmazeutische Industrie in Österreich. Teil IV: Aufbruchstimmung. (Version vom 7. März 2008 im Internet Archive) Österreichische Apothekerzeitung 14/2002. Zugegriffen am 26. September 2008.
  2. Sommer W. TU Wien. Aktuelles: 27. November 2000. Zugegriffen am 26. September 2008.
  3. Onvista: IPO-Biographie Sanochemia. Zugegriffen am 26. September 2008.
  4. Sanochemia erwirbt AlcaSynn Pharmaceuticals