Sant Antoni de Portmany

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Sant Antoni de Portmany

San Antonio Abad

Wappen Karte von Spanien
Wappen von Sant Antoni de Portmany San Antonio Abad
Sant Antoni de Portmany (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Balearische Inseln
Insel: Ibiza
Comarca: Ibiza
Koordinaten 38° 59′ N, 1° 18′ O38.9830555555561.300833333333331Koordinaten: 38° 59′ N, 1° 18′ O
Höhe: 31 msnm
Fläche: 126,80 km²
Einwohner: 23.314 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 183,86 Einw./km²
Postleitzahl: 07820
Gemeindenummer (INE): 07046 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Nächster Flughafen: Flughafen Ibiza, 14 km
Verwaltung
Amtssprache: Katalanisch, Spanisch Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/eigene Sprache
Bürgermeister: José Sala Torres (PP)
Offizielle Webpräsenz
Lage der Stadt
Ibiza und Formentera:
Lage der Gemeinde Sant Antoni de Portmany
Bucht von Sant Antoni
Ansicht von Sant Antoni
Kirche von Sant Antoni
Bucht und Strand S'Arenal von San Antonio im Mai

Sant Antoni de Portmany (spanisch San Antonio Abad) ist die größte Stadt an der Westküste der spanischen Insel Ibiza.

Die große Bucht Bahía de Sant Antoni wurde bereits von den Römern als natürlicher Hafen benutzt und Portus Magnus genannt. Die Bucht beherbergt heute den größten Hafen der Insel.

Über 2000 Jahre war Sant Antoni nicht mehr als ein kleines Fischerdorf. Erst in den 1950er Jahren begann mit dem zunehmenden Tourismus der Bau der bekannten Hotelburgen, die heute noch Sant Antonis Stadtbild prägen.

In den 1980er Jahren bekam Sant Antoni das Stigma eines Ferienziels britischer Fußball-Hooligans, worunter der Tourismus stark zu leiden hatte. Mitte der 1990er Jahre wurde die Insel von der Clubber-Szene entdeckt. Bekannte Locations sind das Café del Mar sowie das Eden, einer der vielen großen Nachtclubs auf Ibiza.

Name[Bearbeiten]

Die spanische und früher auch amtliche Bezeichnung für die Stadt ist San Antonio Abad. Dies ist der spanische Name des christlichen ägyptischen Mönchs Antonius dem Großen. Im Rahmen der Umsetzung des Gesetzes zur Sprachnormalisierung der Balearischen Inseln erfolgte 1986 die Umbenennung in den katalanischen Namen Sant Antoni de Portmany. Das Wort Portmany geht auf den lateinischen Begriff Portus Magnus (großer Hafen) zurück.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sant Antoni de Portmany gliedert sich in fünf Ortsteile:[2]

Ortsteile Einwohner
2008
geschlossene Ortschaften
mit Einwohnerzahl (2008)
Einwohner außerhalb
geschlossener
Ortschaften (2008)
Sant Antoni de Portmany
(span. San Antonio Abad)
17.587 Sant Antoni de Portmany
16.131
1.456
Sant Rafel (span. San Rafael) 1.978 Sant Rafel 383 1.664
Buscastell 650 - 650
Santa Agnès de Corona (span. Santa Inés) 422 Santa Agnès de Corona 7 415
Sant Mateu d'Albarca (span. San Mateo) 376 Sant Mateu d'Albarca 12 364
Gemeinde 21.082 16.533 4.549

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohner[Bearbeiten]

In der Gemeinde Sant Antoni leben 23.314 Einwohner (Stand 1. Januar 2013).

Das Bevölkerungswachstum ist seit Beginn des Massentourismus in den 1960er Jahren recht hoch. Während dies anfangs durch den Zuzug von Arbeitskräften vom spanischen Festland bedingt war, so steigt die Einwohnerzahl seit den 1990er Jahren im Wesentlichen aufgrund der starken Zuwanderung von Ausländern. Als Folge ist der Anteil der Einheimischen in den letzten Jahrzehnten immer weiter zurückgegangen. Heute stammen weniger als die Hälfte der Einwohner (44,0 %) gebürtig von den Balearen und nur noch 19,1 % aus Sant Antoni.

Ein Einwohner von Sant Antoni heißt in katalanisch santantonienc (spanisch: sanantoniés), eine Einwohnerin santantonienca (sanantoniesa).

Entwicklung der Einwohnerzahl:[3]

Nationalitäten[Bearbeiten]

Herkunft gemäß Staats-
bürgerschaft
(2008)[4]
gemäß
Geburtsland
(2008)[5]
EU-Bürger 86,9 % 84,7 %
Spanier 76,0 % 73,9 %
Briten 2,9 % 3,2 %
Deutsche 1,9 % 1,9 %
Rumänen 1,8 % 1,8 %
Italiener 1,4 % 0,8 %
Franzosen 1,0 % 1,0 %
andere Europäer 0,4 % 0,5 %
Nord- und Südamerikaner 6,3 % 8,1 %
Kolumbianer 1,3 % 1,4 %
Uruguayer 1,0 % 1,4 %
Argentinier 1,0 % 1,8 %
Ecuadorianer 0,9 % 0,9 %
Brasilianer 0,5 % 0,6 %
Chilenen 0,5 % 0,5 %
Afrikaner 5,5 % 5,4 %
Marokkaner 5,2 % 4,9 %
Asiaten 0,8 % 1,3 %

Der Ausländeranteil liegt mit 24,0 % (2008, nur Hauptwohnsitz) etwa im Inseldurchschnitt, ist für spanische Verhältnisse jedoch sehr hoch. Noch 1991 lebten mit 4,2 % weitaus weniger Ausländer in Sant Antoni. Die Anzahl der Ausländer hat sich seitdem verneunfacht. Der Anteil der im Ausland geborenen Personen liegt bei 26,1 %.

Entwicklung des Ausländeranteils:

Weitere demografische Daten[Bearbeiten]

  • Die Einwohner von Sant Antoni sind im Gegensatz zum spanischen Durchschnitt überwiegend männlich (Anteil: 52,5 %, Spanien: 49,5 %, 2008). Ausschlaggebend hierfür ist der hohe Männeranteil bei den lateinamerikanischen und vor allem bei den marokkanischen Gastarbeitern.
  • Die Bevölkerung ist mit einem Durchschnittsalter von 37,1 Jahren etwas jünger als der spanische Durchschnitt (39,5 Jahre, 2001).
  • Es gibt 5.122 Haushalte, d.h. in einem Haushalt leben im Durchschnitt 2,9 Personen.
  • Es gibt 8.990 Wohnungen, davon sind 25 % Zweitwohnungen und 12 % leerstehend. Das durchschnittliche Baujahr von Wohnungen ist 1969.
  • Es gibt 3.988 Gebäude, davon sind 70 % Einfamilienhäuser, 10 % Zweifamilienhäuser, 10 % Häuser mit 3 bis 9 Wohnungen, 3 % mit 10 oder mehr Wohnungen und 7 % Nichtwohngebäude.[6]

Sprachen[Bearbeiten]

Offiziell sind Katalanisch und Spanisch gleichberechtigte Amtssprachen. Von öffentlicher Seite wird jedoch ebenso wie in den meisten anderen Gemeinden der Balearen die katalanische Sprache als llengua pròpia (einheimische Sprache) bevorzugt, da keine Verpflichtung besteht, Schilder, Dokumente etc. zweisprachig zu erstellen. Nach Schätzungen spricht etwa die Hälfte der Bevölkerung Katalanisch und ein Drittel Spanisch als Muttersprache, wobei Katalanischsprachige grundsätzlich Spanisch gleich gut wie ihre Muttersprache beherrschen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Arbeitslosenquote liegt bei 27,8 % (2001; Ausländer: 33,7 %). 39 % der Einwohner sind erwerbstätig.

Ei des Kolumbus[Bearbeiten]

Das Ei des Kolumbus im Hafen von Sant Antoni

Das Ei des Kolumbus (katalanisch Ou de Colom) ist das bekannteste und auch auffälligste Wahrzeichen von Sant Antoni. Es steht in der Nähe der Hafenpromenade auf einer Verkehrsinsel.

Das Ei wurde Anfang der 1990er Jahre zu Ehren von Christoph Kolumbus errichtet. Einer örtlichen Legende zufolge soll Kolumbus auf Ibiza geboren sein (gleiches wird auf Ibiza auch über den phönizischen Feldherren Hannibal behauptet). Im Loch in der Mitte des Eis befindet sich eine Nachbildung der Santa Maria, Kolumbus' Flaggschiff auf seiner Fahrt nach Westindien. Die Form der Statue geht zurück auf die Geschichte vom Ei des Kolumbus.

Feste[Bearbeiten]

Dia del Carmen
Umzug am Dia del Carmen in den klassischen Trachten
Tomatenschlacht zwischen 'Römern' und 'Karthagern'

6. Januar: Día de los Reyes Magos = Heilige Drei Könige. Umzug der Könige, die mit einem Schiff anlegen und auf Pferden durch den Ort reiten und Süßigkeiten an die Kinder verteilen.

16. Juli: Dia del Carmen = Stella Maris, Schutzpatronin aller Seeleute, der Fischer und der spanischen Armada. Mit Prozession von der Kirche zum Meer und anschließender Rundfahrt der Schutzheiligen und den wichtigsten Würdenträgern des Ortes durch die Bucht von Sant Antoni de Portmany.

24. August: San Bartomeu = Patronatsfest mit großem Feuerwerk

1. Samstag im September: Batalla de tomates entre Cartagineses y Romanos = Tomatenschlacht zwischen 'Römern' und 'Karthagern' am Strand von Es Pouet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Instituto Nacional de Estadística: List of place names
  3. Instituto Nacional de Estadística: Alterations to the municipalities in the Population Censuses since 1842
  4. Instituto Nacional de Estadística: Population by sex, municipalities and nationality
  5. Instituto Nacional de Estadística: Population by sex, municipalities and place of birth
  6. Instituto Nacional de Estadística: Population and housing censuses 2001