Santa Lucia (Venedig)

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Santa Lucia kurz vor dem Abbruch 1861
Plan und Ansicht von Francesco Muttoni, aus Architettura di Andrea Palladio vicentino, 1740–1760.
Gedenktafel an der Stelle der Kirche Santa Lucia.
Die Kirche Santa Lucia (links) in einem Gemälde von Francesco Guardi

Santa Lucia war eine Kirche in Venedig im Sestiere Cannaregio. Sie stand bis 1861 an der Stelle des heutigen gleichnamigen Bahnhofs.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Pfarrkirche im 12. Jahrhundert gegründet, war sie ursprünglich Mariä Verkündigung geweiht. Im 4. Kreuzzug raubten die Venezianer 1204 bei der Plünderung von Konstantinopel die Reliquien der Heiligen Lucia von Syrakus. Die Gebeine wurden ursprünglich auf die Insel San Giorgio Maggiore gebracht. Als es 1279 bei einer Schiffsprozession zu einem schweren Unfall kam, beschloss man die Reliquie in diese Kirche zu bringen und diese der Heiligen zu weihen. 1574 wurde die Kirche dem benachbarten Kloster der Serviten angeschlossen. 1580 wurde die Kirche zuletzt umgebaut. Es ist umstritten, ob Palladio daran beteiligt war.

Das Kloster der Serviten wurde 1806 durch ein Dekret Napoleons aufgehoben. Unter dem österreichischen Regime begann 1860 der Bahnanbau nach Venedig. 1861 bis 1863 wurde Kirche und Kloster abgebrochen, um Platz für den Bahnhof zu schaffen, der noch heute Venezia Santa Lucia heißt. Die Gebeine der Heiligen wurden in die nahe gelegene Kirche San Geremia überführt, wo sie sich noch heute befinden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Giovanni Musolino: Santa Lucia a Venezia; storia, culto, arte, Ferdinando Ongania 1981