Santa Maria Antiqua

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Santa Maria Antiqua, Rom, 1. Jh., rechts die Ruinen des römischen Kaiserpalastes

Santa Maria Antiqua (lat.: Sanctae Mariae Antiquae) ist eine Kirche auf dem Forum Romanum in Rom.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bau gehörte wahrscheinlich zum Palast des Tiberius. Errichtet wurde er vermutlich im 1. Jahrhundert n. Chr. durch Kaiser Domitian, der den Palast des Tiberius wiederherstellen ließ und dem Bau eine neue Empfangshalle zufügte. Im 5. Jahrhundert n. Chr. wurde das Gebäude in eine christliche Kirche umgewandelt, die seit 640 den Namen Maria Antiqua trägt. Noch unter Papst Leo III. gehörte sie zu den Diakoniekirchen, die bis ins 9. Jahrhundert hinein der Verteilung von Getreide an die städtische Bevölkerung dienten. An ihrer Stelle wurde Sancta Maria Nova im 10. Jahrhundert Diakonie.[1]

Im Laufe des 9. Jahrhunderts verfiel die Kirche allmählich und wurde von dem verfallenden oberhalb gelegenen Kaiserpalast allmählich mit Schutt zugedeckt. Über der verschütteten Kirche Santa Maria Antiqua hat man im 13. und 14. Jahrhundert eine neue Kirche errichtet, die im Barock vollständig umgestaltet wurde. Diese Kirche erhielt den Namen Santa Maria Liberatrice. Diese Kirche wurde ihrerseits 1899 abgerissen, um die frühchristliche Kirche wieder auszugraben und zu restaurieren. 2012 wurde die Kirche nach über 30 Jahren wieder von Roms Antikenbehörde probehalber öffentlich zugänglich gemacht. Sollte die Archäologische Denkmalpflege zustimmen, wird die Kirche von Ende 2013 an dauerhaft geöffnet sein. [2]

Architektur und Innenausstattung[Bearbeiten]

Kreuzigung Christi mit einem bekleideten Christus, Maria und Johannes sowie zwei römischen Soldaten. 741–752 n. Chr.

Die Architektur der Kirche wird durch die ursprüngliche Bestimmung des Raumes bestimmt. Es ist eine dreischiffige Basilika mit Presbyterium sowie einem vorgelagerten Atrium und Quadriportikus. Zu beiden Seiten des Presbyteriums befinden sich zwei kleine Kapellen, am Kopf des Presbyteriums eine nachträglich entstandene kleine Apsis. Im Atrium sind Reste des antiken Impluviums aus der Zeit Caligulas zu sehen.

Kunstgeschichtlich von besonderer Bedeutung sind die Fresken der Kirche. Das Presbyterium wurde unter Papst Johannes VII. mit Szenen aus dem Leben Jesu ausgestattet, auf der Stirnwand befindet sich ein Fresko mit der Kreuzigung Christi. Auch die Apsis wurde unter Johannes VII. ausgemalt. Diese Fresken wurden jedoch unter Papst Paul I. mit einem Jüngsten Gericht übermalt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Anton Henze u. a. (Hrsg.): Kunstführer Rom. 5. Auflage. Stuttgart 1995, ISBN 3-15-010402-5, S. 103–104.
  •  Per Jonas Nordhagen: The frescoes of John VII (A.D. 705–707) in S. Maria antiqua in Rome. Rom 1968.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santa Maria Antiqua – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rudolf Hüls:Kardinäle, Klerus und Kirchen Roms: 1049–1130. (Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom, Band 48) Max Niemeyer Verlag. Tübingen 1977, S. 19 ISBN 978-3-484-80071-7
  2. Domradio, abgerufen am 7. Oktober 2012

41.89138888888912.485888888889Koordinaten: 41° 53′ 29″ N, 12° 29′ 9,2″ O