Santa Maria in Vallicella

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Basisdaten
Patrozinium: Hl. Maria
Weihetag:
Kardinalpriester: Edward Bede Clancy
Anschrift: Piazza Chiesa Nuova 00186 Roma
Santa Maria in Vallicella nach der Restaurierung (2002).

Die Kirche Santa Maria in Vallicella (allgemein Chiesa Nuova genannt; lateinisch Sanctae Mariae in Vallicella) ist eine Barockkirche in Rom aus dem späten 16. Jahrhundert. Sie beherbergt u. a. die Grablege des Hl. Philipp Neri sowie drei Frühwerke von Peter Paul Rubens und ist Titelkirche der römisch-katholischen Kirche.

Lage[Bearbeiten]

Die Kirche liegt im Stadtteil I (Centro Storico) an der gleichnamigen Piazza della Chiesa Nuova direkt am Corso Vittorio Emanuele II. Die Hauptfassade an der Piazza zeigt nach Süden, im Osten führt die Via della Chiesa Nuova entlang. Im Westen grenzt sie an das Oratorium des Hl. Filippo Neri von Francesco Borromini.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Die Kirche wurde anstelle einer verfallenen Basilika aus dem 12. Jahrhundert von 1575 bis 1605 errichtet (daher auch der - nicht offizielle, aber in Rom gebräuchlichere - Name „Chiesa Nuova“). Der Auftrag hierfür kam von der Bruderschaft des Heiligen Philipp Neri, die im Jahr 1575 von Papst Gregor XIII. anerkannt wurde. Matteo da Citta di Castello begann noch in diesem Jahr mit dem Bau, seine Planungen sahen ursprünglich eine einschiffige, überkuppelte Saalkirche nach dem Vorbild von Il Gesù vor[1]. Ab 1586/88 führte Martino Longhi der Ältere die Arbeiten fort. Er baute die Kirche nunmehr als Basilika weiter; Vorbild seines Baus war die Kirche San Giovanni dei Fiorentini. Chor, Querhaus und Vierung wurden bis 1588 vollendet, die Kuppel war bis 1590 fertiggestellt. Vollendet wurde der Bau als solcher mit der Wölbung über dem Lang- und Querhaus bis 1593. Im selben Jahr fand ein Wettbewerb für die Fassadengestaltung statt, als Sieger ging Fausto Rughesi hervor. Laut Inschrift war die Fassade 1605 vollendet, tatsächlich wohl erst nach 1606[2].

Äußeres[Bearbeiten]

Die Fassade ist eine typische Barockfassade, sie ist zweigeschossig und durch Pilaster gegliedert. Neben Bildnischen sorgen Gesimse und die Säulen des Hauptportals für eine weitere Auflockerung der breiten und hohen Fassade. Die sonstigen Außenmauern sind nicht besonders beachtenswert, weil sie auf der westlichen und nördlichen Seite durch andere Gebäude verdeckt und entlang der Via della Chiesa Nuova unbedeutend ausgeführt sind.

Inneres[Bearbeiten]

Hauptschiff, Blickrichtung Hauptchor

Grundstruktur[Bearbeiten]

Die Kirche wurde als dreischiffige, kreuzförmige Pfeilerbasilika erbaut, über der Vierung erhebt sich die hohe Kuppel. Die Arkadenbögen zwischen Mittel- und Seitenschiffen sind relativ niedrig angelegt, wohl um Raum für die in rundovalen Rahmen ausgeführten Malereien zu geben. Die schmalen Seitenschiffe enthalten weitere Seitenkapellen.

Innenausstattung[Bearbeiten]

Die Kirche ist in hochbarocken Formen unter typischer, reichlicher Verwendung von Blattgold und Stuck gestaltet, die Stuckarbeiten führte Ercole Ferrata aus. Es überwiegen die Farbtöne Weiß und Gold, das Langhaus, die Apsis, die Sakristei und die Kuppel wurden von Pietro da Cortona von 1633 bis 1639[3] mit monumentalen Fresken ausgemalt.

Die Capella Spada wurde von Carlo Rainaldi erbaut, die Madonna auf dem Hauptaltar wurde von Maratta gemalt. Sie beherbergt die Familiengruft der Familie Spada. Beigesetzt ist hier auch der 1717 gestorbene Kardinal und ehemalige Kardinalstaatssekretär Fabrizio Spada.

In der Kapelle des Hl. Philipp Neri ruht der Heilige Philipp Neri unter dem Altar; die Kapelle befindet sich links des Chores. Das in Mosaik ausgeführte Bildnis des Heiligen über dem Altar ist eine Kopie nach dem Original von Guido Reni.

Hochaltarblatt von Peter Paul Rubens

Die Kirche enthält drei Frühwerke von Peter Paul Rubens. Es handelt sich um Schiefertafeln, die Rubens 1608 bemalte. Die drei Kunstwerke sind im Hochaltar eingearbeitet. Es handelt sich um eine Gnadendarstellung Marias mit Engeln, links davon der Hl. Gregor zwischen den Heiligen Maurus und Papinianus sowie rechts des Gnadenbildes die Hl. Domitilla zwischen den Heiligen Nereus und Achilleus. Die Führung des Lichtes soll das Studium Caravaggios und Jacopo Tintorettos verraten, auch sollen einzelne Figuren noch Einflüsse des Manierismus spüren lassen.

Im linken Querschiff befindet sich eine Darstellung Marias im Tempel, in der vierten Kapelle der rechten Seite das Gemälde Heimsuchung, beide von Barocci im Stile des Manierismus ausgeführt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann M. Wiesel: „Rom. Ein Kunst- und Reiseführer“, 4. Aufl., Kohlhammer, Stuttgart 1966.
  • Manfred Wundram (Hrsg.): „Reclams Kunstführer, Italien. Band V. Rom und Latium“. Reclam, Stuttgart 1981. ISBN 3-15-008679-5
  • Rolf Tomann (Red.): „Die Kunst des Barock: Architektur, Skulptur, Malerei“, Könemann, Köln 1997. ISBN 3-89508-991-5
  • Marco Bussagli (Hrsg.): „Rom - Kunst & Architektur“, Könemann, Köln 1999. ISBN 3-8290-2258-1
  • Stefan Grundmann (Hrsg.): Architekturführer Rom. Menges, Stuttgart/London 1997, ISBN 3-930698-59-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santa Maria in Vallicella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grundmann, Architekturführer Rom, S. 184
  2. Grundmann, Architekturführer Rom, S. 184
  3. Tomann (Red.): Die Kunst des Barock: Architektur, Skulptur, Malerei, S. 375

41.89844444444412.469194444444Koordinaten: 41° 53′ 54,4″ N, 12° 28′ 9,1″ O