Santa Matilde

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Santa Matilde
Santa Matilde Coupé 4.1 (1986)

Santa Matilde Coupé 4.1 (1986)

Mk I–Mk V
Produktionszeitraum: 1977–1997
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
2,5–4,1 Liter
(93–154 kW)
Länge: 4180 mm
Breite: 1710 mm
Höhe: 1320 mm
Radstand: 2370 mm
Leergewicht: 1280–1350 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Unter der Bezeichnung Santa Matilde (oft auch abgekürzt Sta Matilde geschrieben) oder SM4.1 bot der 1916 gegründete brasilianische Landmaschinenhersteller Cia. Industrial Santa Matilde mit Sitz in Petrópolis (RJ) und Fertigungsstätten in Três Rios (RJ) und Conselheiro Lafaiete (MG) von 1978 bis 1988 einen Sportwagen an.

Die Firma beschäftigte sich zudem mit dem Bau von Waggons, weiteren Eisenbahngerätschaften und Traktoren. Die Firma wurde 1988 großteils geschlossen und Automobile wurden nur noch in sehr geringen Stückzahlen hergestellt. 1997 wurde noch ein letztes Fahrzeug produziert. Seither wurde das Unternehmen ganz aufgelöst.

Geschichte[Bearbeiten]

Logo der Santa Matilde Automobile

Der Sta Matilde wurde erstmals auf dem brasilianischen Automobilsalon des Jahres 1976 gezeigt. Wie im Falle des Puma auf Volkswagen-Basis war sein Erscheinen eine Reaktion auf die 1975 durch die brasilianische Regierung verhängten äußerst hohen Einfuhrzölle für ausländische Sportwagen.

Anders als Puma bediente sich Sta Matilde der zeitgenössischen Technik von Chevrolet Brasilien, insbesondere Motoren, Getriebe und zahlreicher weiterer Komponenten, etwa der hinteren Starrachse, aus dem Chevrolet Opala.

Der Sta Matilde besaß vorne längs montierte Chevrolet-Motoren, bis 1980 ausschließlich einen 4,1 Liter großen Reihensechszylindermotor mit 171 Brutto-PS (netto 127 PS), ab 1980 wahlweise einen turbogeladenen 2,5-Liter-Vierzylindermotor (210 PS), den gleichen Motor als Saugvariante für Alkoholbetrieb oder den auf ebenfalls 210 PS leistungsgesteigerten Reihensechszylinder. Der Sechszylinder konnte auch mit einem Automatikgetriebe kombiniert werden.

Die nur 66 Kilogramm schwere Coupé-Karosserie mit Fließheck und großer Heckklappe bestand aus glasfaserverstärktem Polyester und war 2+2-sitzig ausgelegt. Ihr Entwurf stammte von Ana Lídia Pimentel Duarte, der Tochter des Sta-Matilde-Direktors. Zur Ausstattung zählten elektrische Fensterheber, Kassettenradio, Automatik-Sicherheitsgurte, Ledersitze und Klimaanlage. In technischer Hinsicht bemerkenswert waren die rundum montierten Scheibenbremsen.

Ab 1981 wurden größere 15-Zoll-Felgen auf Breitreifen der Größe 215/60 verbaut.

1983 erschien eine technisch wie optisch leicht überarbeitete Version namens Mk 2. Zugleich nahm das Werk eine Cabriolet-Version in das Programm auf.

1986 löste der Mk 3 den Mk 2 ab. Kennzeichen der neuen Variante waren eine geänderte Frontschürze, neue Felgen und beim Coupé eine geänderte Dachlinie; der Sta Matilde war jetzt ein Stufenheckcoupé. Das Mk 3-Coupé wurde nur bis 1987 gebaut, das Cabriolet bis 1990.

1987 wurde das Mk 3-Coupé durch den Mk IV mit Breitband- anstelle der Doppelscheinwerfer ersetzt; erstere stammten vom VW Santana. Der Mk 4 wurde bis 1990 in Kleinserie hergestellt, danach bis 1995 nur noch auf Bestellung.

1997 lancierte das Werk einen stark überarbeiteten Mk 5. Neben einer neuen Front, einem Heck mit Spoilerlippe und einem digitalen Armaturenbrett besaß der Mk 5 Differenzial und Hinterachse vom Chevrolet Omega A. Nur drei Stück entstanden bis 1998, danach wurde die Sportwagenfertigung bei Sta Matilde eingestellt.

Insgesamt wurden vom Sta Matilde 937 Exemplare gefertigt, davon 490 Stück mit Schrägheck, 371 mit Stufenheck und 76 Cabriolets.

Weblinks[Bearbeiten]