Santa Rosalía

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Santa Rosalía
27.338888888889-112.2669444444410Koordinaten: 27° 20′ N, 112° 16′ W
Karte: Baja California Sur
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Santa Rosalía

Santa Rosalía auf der Karte von Baja California Sur

Basisdaten
Staat Mexiko
Bundesstaat Baja California Sur
Municipio Mulegé
Stadtgründung 1868
Einwohner 11.765 (2010)
Detaildaten
Höhe 10 m
Postleitzahl 23920
Vorwahl 615
Santa-Bárbara-Kirche in Santa Rosalía
Santa-Bárbara-Kirche in Santa Rosalía

Santa Rosalía mit einer Einwohnerzahl von ca. 12.000 ist eine alte Bergwerksstadt und der Verwaltungssitz des Municipio Mulegé im Bundesstaat Baja California Sur in Mexiko.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt verdankt ihre Existenz und Gründung der in der Region um 1880 entdeckten reichen Kupfervorkommen.[1] Die Verarbeitungsanlagen und der Verschiffungshafen wurden von der französischen El Boleo Copper Company gebaut und sind heute noch zum großen Teil erhalten. Diese Kupfergesellschaft brachte auch indianische Arbeiter vom mexikanischen Bundesstaat Sonora nach Santa Rosalía, die sich heute Oaxacas [wɑˈhɑkɑs] nennen.

Santa Rosalía besitzt eine einmalige Bebauung in Niederkalifornien. Die Häuser und Geschäfte vom Ende des 19. Jahrhunderts sind aus Holz und äußerst eng gebaut. Es gibt zwischen ihnen keine Lücke, sie stehen Wand an Wand. Oft ist die Trennwand des einen Hauses gleichzeitig die Hauswand des danebenliegenden Hauses. Der Feuerschutz besitzt in Santa Rosalía deswegen vorrangige große Bedeutung.

Da sich der Kupferabbau nicht mehr lohnt, leben die meisten Einwohner auch von der Hochseefischerei und den verarbeitenden Betrieben.

Deutsche Großsegler im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 befanden sich zwölf deutsche Großsegler in Santa Rosalía, die Koks für die Kupferhütte der Compagnie du Boléo[2] angeliefert hatten [3] und/oder Kupfererz laden wollten. Sie wurden von der mexikanischen Regierung dort interniert und blieben bis 1921 dort als Auflieger. Darunter waren die Adolf Vinnen die Helwig Vinnen, die Walküre, die Egon, die Hans, die Orotava, die Reinbek, die "Lasbek", die Schürbek, die Thielbek und die Wandsbek.[4] Bei Kriegsende waren die Schiffe aufgrund jahrelang vernachlässigter Wartung in sehr schlechtem Zustand. Da das Deutsche Reich nach dem Versailler Vertrag den größten Teil seiner Handelsflotte abgeben musste, wurden sie schließlich, als Kriegsbeute konfisziert, im Jahre 1921 für insgesamt lediglich 350.000 US-Dollar an die US-amerikanische Holz- und Papierfirma Robert Dollar & Co. aus San Francisco bzw. deren Tochterfirma Dollar Steamship Co. verkauft.[5]

Sehenswertes[Bearbeiten]

  • Die technischen Bauten aus der Zeit der Kupferförderung, stählerne Gerippe, die einst die Verarbeitungshallen und Maschinen beherbergten sind noch zu besichtigen. Die Gemeinde Santa Rosalía ist bestrebt, dieses Industriedenkmale zu erhalten.
  • Gustave Eiffel, der Erbauer des Eiffelturmes in Paris, entwarf und fertigte eine Kirche für die Weltausstellung in Paris 1889, komplett aus Stahl. Nach der Weltausstellung wurde diese Kirche abgebaut, zerlegt und nach Santa Rosalía verschifft und wieder aufgebaut. Die Verschiffung erfolgte nicht auf kurzem Wege durch den Panamakanal - den gab es noch nicht - sondern um die Südspitze Südamerikas um Feuerland und Kap Hoorn. Seither trägt die Kirche den Namen Santa Bárbara. Sie steht zentral in der Avenida Obregón
  • Die Bibliothek mit dem Namen Biblioteca Mahatma Gandhi besitzt eine große Auswahl an Dokumentationen über die Kupferzeit.
  • Die französische Bäckerei Panaderia el Boleo

Verkehr[Bearbeiten]

Der von El Boleo gebaute Hafen ist heute der Fährhafen aus dieser Region zum Festland nach Guaymas im Bundesstaat Sonora mit täglicher Verbindung. Südlich von Santa Rosalía, auf halben Wege nach Mulegé, gibt es einen kleinen Flughafen mit täglicher Flugverbindung nach Guaymas. Der Flug dauert etwa 20 Minuten, die Fähre benötigt ca. 8 Stunden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santa Rosalía – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorkommendes Gestein im Mineralienatlas
  2. http://fr.wikipedia.org/wiki/Compagnie_du_Bol%C3%A9o
  3. http://www.baja-web.com/sta-rosalia/st-rosal.htm
  4. [1] und [2] Fotos der internierten Großsegler, aufgenommen von dem Kanonenboot USS Vicksburg.
  5. http://www.angelfire.com/or/petermarsh/Tango1942.htm