Santi Nereo e Achilleo

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Basisdaten
Patrozinium: Hl. Nereus und Hl. Achilleus
Weihetag:
Kardinalpriester: Theodore Edgar Kardinal McCarrick
Pfarrgemeinde: Santa Maria in Vallicella[1]
Anschrift: Viale delle Terme di Caracalla 28
Piazzale Numa Pompilio
00153 Roma
Die Fassade

Santi Nereo e Achilleo (lat.: Sancti Nerei et Achillei) ist eine Kirche in Rom. Sie ist eine der ältesten Titelkirchen der römisch-katholischen Kirche. Bekannt ist sie unter anderem für ein aus karolingischer Zeit stammendes Mosaik.

Lage[Bearbeiten]

Die Kirche liegt im XXI. römischen Rione San Saba am Piazzale Numa Pompilio mit der Fassade nach Nordwesten zur Viale delle Terme di Caracalla, etwa 100 Meter nordwestlich der Caracalla-Thermen. Verwechslungsgefahr besteht mit der über den Domitilla-Katakomben errichteten Basilica Santi Nereo e Achilleo, diese liegt außerhalb der Stadtmauern an der Via delle sette Chiese unweit der Fosse Ardeatine.

Geschichte und Baugeschichte[Bearbeiten]

In einer heute in der Kirche San Paolo fuori le Mura befindlichen Inschrift wird der hier gelegene Titel als Titulus Fasciole im Jahr 377 erstmals erwähnt, er dürfte von Papst Damasus I. mit einigen weiteren geschaffen worden sein.[2] Den Namen des Titels wie auch der damals an dieser Stelle gelegenen Kirche[3] San Fasciola stammen von den Binden (lat.: fasciola), die dem Hl. Petrus angelegt waren, um die von seiner Fesselung in Ketten herrührenden Wunden zu behandeln.[4] Der Heilige soll sie an dieser Stelle verloren haben, nach einer Darstellung auf der Flucht aus dem Gefängnis,[4] nach einer anderen auf dem Weg zu seinem Martyrium.[3]

Etwa seit dem 6. Jahrhundert werden die beiden namensgebenden Heiligen hier verehrt.

Diese Kirche wurde im Zuge der karolingischen Renaissance unter Papst Leo III. etwa um oder kurz nach 800 neu errichtet.[5] Aus dieser Zeit stammen auch die noch vorhandenen Türme an beiden Seiten der Apsis, dieser Bautyp hat sich in Rom nicht durchgesetzt.[5]

Mindestens teilweise neu errichtet wurde sie bei den Vorarbeiten zum Heiligen Jahr 1475.[6]

Nachdem Kardinal Cesare Baronio 1596 Inhaber des Titels wurde, ließ er die Kirche ab 1597 gründlich restaurieren und umgestalten, bewahrte aber die karolingische Form und ältere Teile der Innenausstattung weitgehend.

Äußeres[Bearbeiten]

Blick in das Mittelschiff zum Hochaltar, das karolingische Mosaik befindet sich im Triumphbogen

Das Äußere der Kirche ist noch von der strengen karolingischen Form geprägt. Fast schmucklos ist die Fassade, verziert nur mit einem Ädikulaportal, an deren Säulen nach toskanischer Ordnung die Wappenschilder des jeweils amtierenden Papstes und des titelinhabenden Kardinals angebracht sind. Ein mit einem durchbrochenen Segmentgiebel gerahmtes Fenster bildet den einzigen Schmuck der oberen Fassadenhälfte. Die Fassade enthält Malereireste verschiedener Jahrhunderte.

Inneres und Ausstattung[Bearbeiten]

Die Kirche lässt die karolingische basilikale Gestaltung als dreischiffige Kirche ohne Querhaus auch im Inneren erkennen. Die die Arkaden tragenden achteckigen Pfeiler stammen von den Veränderungen im 16. Jahrhundert, ebenso wie die Fresken der Hochwände. Sie wurden von Niccolò Circignani, genannt Il Pomarancio ausgeführt.[6] Sie zeigen detailliert die Grausamkeiten des Martyriums, das die Apostel bis zu ihrem Tod ertragen mussten.

Von besonderem kunstgeschtlichen Interesse ist das Mosaik über dem Triumphbogen. Es stammt noch aus karolingischer Zeit.[7] Es enthält drei Teile: das mittlere Segment Christus selbst in einer Mandorla, ihm zur Seite Moses und Elias.[3] Die Verehrung dreier weiterer, in die Knie gesunkener Apostel in Form der Proskynese deutet einen byzantinischen Hintergrund an. Links dieser Figurengruppe ist noch eine Verkündigungsszene gearbeitet, rechts eine Maria mit Kind und Engel.

Einige Teile der Ausstattung, so etwa die Chorschranken, Teile des Fußbodens des Presbyteriums, der Hauptaltar und der Bischofsstuhl sind Kosmatenarbeiten aus dem 13. Jahrhundert.[4]

Ambo und der große Osterleuchter stammen aus der Kirche San Paolo fuori le Mura.[3] Der Ambo ist sehr alt, er stammt möglicherweise auch noch aus dem 9. Jahrhundert,[4] die ihn tragende kräftige Säule aus Porphyr ist antik, sie stammt aus den nahegelegenen Thermen des Caracalla. Der Leuchter ist eine Arbeit entweder des 15.[3] oder des 13.[6] Jahrhunderts.

Die Gebeine der Heiligen und weiterer Märtyrer ruhen unter dem als Baldachinaltar ausgeführten Hochaltar.

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste der Kardinalpriester von Santi Nereo e Achilleo

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santi Nereo e Achilleo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Marco Bussagli (Hrsg.): Rom - Kunst & Architektur. Könemann, Köln 1999, ISBN 3-8290-2258-1.
  • Ursula Verena Fischer Pace: Kunstdenkmäler in Rom. 2 Bände. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1988.
  • Johann M. Wiesel: Rom. Ein Kunst- und Reiseführer. 4. Aufl., Kohlhammer, Stuttgart 1966.
  • Manfred Wundram (Hrsg.): Reclams Kunstführer, Italien. Band V. Rom und Latium. Reclam, Stuttgart 1981, ISBN 3-15-008679-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diözese Rom
  2. Bussagli (Hrsg.): Rom - Kunst & Architektur, S. 164.
  3. a b c d e Wiesel: Rom. Ein Kunst- und Reiseführer, S. 227.
  4. a b c d Wundram (Hrsg.): Reclams Kunstführer, S. 250.
  5. a b Bussagli (Hrsg.): Rom - Kunst & Architektur, S. 218.
  6. a b c Verena Fischer Pace: Kunstdenkmäler in Rom, Bd. 2, S. 391.
  7. Bussagli (Hrsg.): Rom - Kunst & Architektur, S. 315.

41.88013888888912.494777777778Koordinaten: 41° 52′ 48,5″ N, 12° 29′ 41,2″ O