Santiago-Comaina-Schutzgebiet

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El Paujil, ein Karunkelhokkos
Goldstirnklammeraffe

Das 8633 km² große Santiago-Comaina-Schutzgebiet (spanisch: Zona Reserva Santiago-Comaina) wurde am 21. Januar 1999 in der nördlichen peruanischen Region Amazonas in der Province Condorcanqui von der Peruanischen Regierung zum Naturschutzgebiet erklärt. Es handelt sich um einen sogenannten Peace Park, der mit dem Nationalpark El Cóndor in Ecuador verbunden ist.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Als es im Jahre 1998 aufgrund unklarer Grenzregelungen zum Krieg zwischen Ecuador und Peru in der Cordillera del Cóndor in Form von Scharmützel kam, konnte die Auseinandersetzung durch die Errichtung eines Peace Parks gelöst werden, nachdem es zu einer Intervention von Argentinien, Brasilien, Chile und den USA gekommen war und ein Friedensvertrag geschlossen wurde. Der Friedensvertrag war an die Errichtung und Verbindung von zwei grenzübergreifenden Naturschutzgebieten, dem El-Condor-Nationalpark in Ecuador und dem Santiago-Comaina-Schutzgebiet in Peru gebunden.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

In diesem Schutzgebiet leben zahlreiche Vögel wie der laut IUCN gefährdete Pinselsittich (Leptosittaca branickii), der ebenfalls gefährdete Karunkelhokko (Crax globulosa) und der gering gefährdete Andenkondor (Vultur gryphus). Ferner leben im Schutzgebiet Jaguare (Panthera onca), Mohrenkaimane (Melanosuchus niger), Krokodilkaimane (Caiman crocodilus), Totenkopfaffen (Saimiri sp.) und Goldstirnklammeraffen (Ateles belzebuth). Im Jahr 2001 wurde von Richard P. Vari und Antony S. Harold ein für die Wissenschaft neuer endemischer Fisch, der zur Familie der Echte Salmler gehört und aus dem Río Santiago stammt, namens Creagrutus gracilis erstmals beschrieben.[2] Den Park bevölkern 474 Schmetterlingsarten und um die Berge von El Condor befinden sich 40 unterschiedliche Orchideen. Im Schutzgebiet wachsen Zeder, Schraubenbaum und Palmen.

Sonstiges[Bearbeiten]

In dem Schutzgebiet leben die Ethnien der Shuar, Aguarunas und Huambisas entlang der Flüsse Cenepa, Marañón Nieva und Santiago.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Information auf tbpa.net, abgerufen am 21. Januar 2010
  2. Smithonian Contributions to Zoology, Vol 613, S. 1-239. Phylogenetic study of the Neotropical fish genera Creagrutus Günther and Piabina Reinhardt (Teleostei: Ostariophysi: Characiformes), with a revision of the Cis-Andean species (Seite 113) (engl.; PDF; 167 MB)

-4.209465-78.035889Koordinaten: 4° 12′ 34″ S, 78° 2′ 9″ W