Santiago Atitlán

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Santiago Atitlán
14.639444444444-91.230277777778Koordinaten: 14° 38′ N, 91° 14′ W
Karte: Guatemala
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Santiago Atitlán

Santiago Atitlán auf der Karte von Guatemala

Basisdaten
Staat Guatemala
Departamento Sololá
Stadtgründung 1524
Einwohner 26.000 
   – im Ballungsraum 45.000
Detaildaten
Fläche 136 km²
Bevölkerungsdichte 191 Ew./km²
Zeitzone UTC-6
Santiago Atitlán – Maximón
Santiago Atitlán – Maximón
Hochzeitsponcho für Männer der Tzutuhil. Gewebt und von Hand hochwertig, beidseitig bestickt von der Braut für den Bräutigam. Arbeitszeit 6 - 8 Wochen.
Hochzeitsponcho für Männer der Tzutuhil. Gewebt und von Hand hochwertig, beidseitig bestickt von der Braut für den Bräutigam. Arbeitszeit 6 - 8 Wochen.

Santiago Atitlán ist eine Stadt oberhalb des Ufers einer Ausbuchtung im Süden des Atitlán-Sees im Hochland von Guatemala.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt zu Füßen der beiden Vulkane Tolimán (3.144 m) und Atitlán (3.516 m) und war früher auf dem Landweg kaum zu erreichen – Vulkanberge und See bildeten eine natürliche Barriere, die erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts durch den Bau einer Straße überwunden wurde. Bis dahin bestand die Hauptverbindung zur Außenwelt über Boote, die die Dörfer und Gemeinden am Seeufer untereinander oder aber mit der bedeutendsten Ansiedlung am Nordostufer, Panajachel, verbanden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Der mehr als 25.000 Einwohner zählende Ort Santiago Atitlán wird mehrheitlich von Indios der Maya-Stammesgruppe der Tzutuhilen bewohnt; Minderheiten bilden Angehörige der Cakchiquel- und Quiché-Indianer. Die abgelegene Lage des Ortes begünstigte das Fortleben vorchristlicher Lebens- und Denkweisen sowie alter Glaubensvorstellungen.

Einige Frauen zeigen den Touristen, wie eine ehemals typische Kopfbedeckung bestehend aus einem etwa 6 cm breiten, aber mehrere Meter langen Band gewickelt wird; eine ganz ähnliche Kopfbeckung findet sich bei mehreren Skulpturen (Altar Q, Stele B) in der klassischen Maya-Stätte von Copán (Honduras). Durch den weißen Grundton vieler Kleidungsstücke unterscheiden sich die Tzutuhilen von den Cakchiquel-Indianern auf der Nordseite des Atitlan-Sees.

Religion[Bearbeiten]

Neben Überbleibseln aus dem weiten Spektrum der religiösen Vorstellungen der Maya sowie dem seit etwa 500 Jahren praktizierten Katholizismus haben sich seit den 1980er Jahren nordamerikanische evangelikale Sekten ausgebreitet. Deren Lehren fallen vielerorts bei den von der katholischen Kirche enttäuschten Indios auf fruchtbaren Boden. Darüber hinaus verfügen diese Sekten über große finanzielle Mittel, die für Entwicklungsprojekte, aber auch zum Bau großer Gebetshallen eingesetzt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die fruchtbare Gegend um den Atitlán-See war bereits in präkolumbianischer Zeit besiedelt. Um das Jahr 1000 wird ein Ort namens Chukumuk oder Xicomuk erwähnt, dessen Bewohner jedoch keine Maya, sondern wahrscheinlich – entsprechende Übereinstimmungen von Keramikscherben lassen dies vermuten – aus dem heutigen Mexiko eingewanderte nahuatl-sprechende Pipilen waren.

Santiago Atitlán wurde 1524 von den Spaniern gegründet, die dort – nach der Zerstörung der zu Füßen des Vulkans San Pedro (2.846 m) gelegenen alten Hauptstadt Chuitinamit – den Hauptteil des Stammes der Tzutuhilen ansiedelten. In den 1980er und 1990er Jahren kam es zu Unruhen in der Bevölkerung, die von guatemaltekischen Armeeeinheiten teilweise blutig niedergeschlagen wurden. Im Oktober 2005 löste der Hurrican 'Stan' enorme Regenfälle und Schlammlawinen aus, die viele Häuser des Ortes und die an den Berghängen gelegenen Maisfelder (milpas) zerstörten und darüber hinaus auch über 70 Menschen das Leben kosteten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Straße von der Bootsanlegestelle hinauf zum Stadtzentrum ist gesäumt von Verkaufsständen mit farbenfrohen Produkten aller Art – hier finden sich gewebte und bestickte Kleidungsstücke, Taschen sowie Decken etc. ebenso wie Bilder, Keramiken u. a.. Einige Frauen tragen den bereits erwähnten 'Hut', der früher auch zum Schutz vor der starken Sonneneinstrahlung diente; für Fotos wird ein Trinkgeld erwartet.
  • Im Stadtzentrum erhebt sich die kolonialzeitliche Kirche mit einer eher einfachen Fassade. An den Seitenwänden des Innenraums sind Heiligenfiguren unterschiedlicher Größe, aber ohne jegliche hierarchische Abstufung aufgestellt. Insgesamt macht die Kirche jedoch einen weitaus aufgeräumteren, wenn auch weniger stimmungsvollen Eindruck als die Hauptkirche Santo Tomás von Chichicastenango.
  • Einen Besuch beim Lokalheiligen Maximón sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, auch wenn Touristen für Eintritt und Fotos zur Kasse gebeten werden.
  • Eventuell ist auch ein Blick in eines der evangelikalen Gotteshäuser von Interesse.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Gockel: Guatemala, Belize, Honduras und El Salvador. DuMont, Köln 1999, S.154ff, ISBN 3-7701-4732-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santiago Atitlán – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien