Santur

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Darstellung einer Santurspielerin im Hasht-Behesht-Palast zu Isfahan in Iran, 1669
persischer Santur

Der Santur (pers. santūr سنتور) ist verwandt mit dem Psalterium und hat die Form eines gleichschenkligen Trapezes. Er wird in der irakischen klassischen Musik (al-maqām al-‘irāqī) und in der persischen Musik, aber auch in Kaschmir (sūfiyāna kalām) und von dort ausgehend in der indischen Kunstmusik gespielt. Der Name leitet sich vom altgriechischen psalterion (Psalterium) her und gelangte über das aramäische psantrīn ins Arabische: sanṭīr/sanṭūr/santūr/ سنطير / سنطور / سنتور. Er gehört einer Instrumentenfamilie an, die von Westeuropa (Hackbrett) über den Vorderen Orient bis China (Yang Qin) verbreitet ist.

Die Wirbel sind an den Seiten des trapezförmigen Kastens angebracht. Für jeden Ton gibt es drei oder vier Saiten und einen einzelnen Steg. Dadurch ist es möglich, Einzeltöne für den gespielten Modus umzustimmen. Der Santur wird mit leichten Holzschlägeln gespielt.

Der Santur wird im Ensemble oder solistisch gespielt. Im Irak wie im Iran ist der Santur ein wichtiges Instrument in der klassischen hochvirtuosen Kunstmusik. Es handelt sich um eine kammermusikalische, sehr intime Tradition.

In Indien wurde er erst im 20. Jahrhundert in die Kunstmusik Nordindiens eingeführt und stammte ursprünglich aus der persisch beeinflussten Musik Kaschmirs. Diese Variante des Santur hat 15 Stege und Chöre auf jeder Seite. Die Saiten werden, im Gegensatz zu anderen Hackbretttypen, nur auf einer Seite des Stegs gespielt. Er umfasst also 30 Töne. Diese werden diatonisch im gewählten Raga gestimmt. Der bedeutendste indische Santurspieler ist Shiv Kumar Sharma.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Santur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien