Sapie
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Der Sapie (z. T. auch Sappie, Sappel, Zapine u.v.a.m.), auch Griesbeil oder Holzfuhrhaken ist ein besonders im Alpenraum verwendetes Mehrzweckgerät. Er ist eine Kombination aus Wendehaken und Hammer. Ursprünglich wurde der Sapie beim Holzrücken verwendet.
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[Bearbeiten] Bau und Funktion
Ein Sapie besteht aus einer rechtwinklig an einem ca. 1,5 m langen Stiel befestigten ca. 30 cm langen, leicht gekrümmten Stahlspitze, die auf der Rückseite zu einem flachen Schlagstück ausgearbeitet ist. Mit der in einen liegenden Stamm eingeschlagenen Spitze kann der Stamm gezogen werden. Wird die Stahlspitze unter den Stamm geschlagen, kann der Stamm angehoben oder gewendet werden. Das flache Schlagstück dient zum Einschlagen und Entfernen der Rückehaken (Blitzhaken, Zottelhaken).
Die heute üblichen Sapie haben ein Kopfgewicht zwischen 1100 und 1300 Gramm und sind häufig für eine bessere Griffigkeit an der Oberseite gezahnt. Handsapie sind dagegen nur rund 400 Gramm schwer und dienen bei einer Stiellänge von 30 bis 80 Zentimeter der Arbeitserleichterung bei der Verarbeitung von Meterstücken. Hier ist alternativ ein Spalthammer mit Wendenase verwendbar.
[Bearbeiten] Regionale Bezeichnungen
Das Wort leitet sich von italienisch zappa‚Hacke, Harke, Haue‘, in der Form zappina ab, und ist in vielfältigsten Varianten über das gesprochene Deutsch der Forstarbeit übernommen: Der Ausdruck Sapie ist in Deutschland die übliche Handelsbezeichnung für das Werkzeug, und kommt wohl über Franzöisisch in das Deutsche (vergl. Sappeur im Militärwesen), im Tirolisch-Salzburgischen spricht man dagegen meist von dem Sappel oder Zappel, regional unterschiedlich auch von der Sappen oder der Sapine. In Ober- und Ostösterreich ist die Bezeichnung häufig der Sapin, seltener der Zapin oder der Zappin, in der Schweiz Zappi oder Zapin. Selten findet sich die italienisch-grammatikalisch korrekte weibliche Form die Zapine oder Sapine im Sprachgebrauch, vereinzelt auch der Sapon/Zapon aus ital. zappone ‚kräftige/große Hacke‘ (dort, wo ‚Hacke‘ für das kleine Beil steht).
Im bayerischen Voralpenland ist zudem die Bezeichnung Griesbeil üblich. Eine weitere Bezeichnung für die Sapie lautet Holzfuhrhaken.
[Bearbeiten] Historische Verwendung
Historisch war für Sapie ein geringeres Gewicht üblich, sie waren – zusätzlich mit einem eisernen Dorn am unteren Stielende ausgestattet – so auch als Bergstock einsetzbar und ein üblicher Begleiter der Einheimischen im Alpenraum. Unter der damals gängigen Bezeichnung „Griesbeil“ fand das Werkzeug deshalb auch Eingang in Werke von Heimatdichtern wie Ludwig Ganghofer oder Franz von Kobell. Die oberbayerischen Gemeinden Siegsdorf, Reit im Winkl, Ramsau und Ruhpolding zeigen ein Sapie oder Griesbeil in ihren Gemeindewappen.
[Bearbeiten] Arbeitssicherheit
Im Vergleich zu Axt oder Spalthammer ist der Sapie selbst ein Werkzeug mit geringer Verletzungsgefahr, weil zum Eintreiben in das Holz bereits ein leichter Schlag ausreicht und deshalb nicht über Kopf ausgeholt wird. Das Eintreiben von Stahlkeilen mit dem Schlagstück ist jedoch wegen der Splittergefahr zu vermeiden, hier sind Aluminium- oder Kunststoffkeile einzusetzen.
Unfälle beim Einsatz des Sapie können sich ereignen, wenn das Gewicht des durch die starke Hebelwirkung bewegten Holzes unterschätzt wird. So sollten Stämme, die beim Fällen hängengeblieben sind, nicht mit dem Sapie herabgezogen werden, hier ist stattdessen eine Seilwinde zu bevorzugen.
Arbeiten an gestapeltem Langholz, das zum Sägen zu Boden gezogen werden soll, kann eine einzelne Person nicht verrichten: Hier müssen zwei Personen mit jeweils einem Sapie gleichzeitig von schräg außen die Stücke nach vorne ziehen, um außerhalb des direkten Gefahrenbereichs des abrollenden Holzes zu bleiben.

