Sarah Austin (Schriftstellerin)

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Sarah Austin (* 1793 in Norwich; † 8. August 1867 in Weybridge, Surrey) war eine britische Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie spielte eine beträchtliche Rolle als Vermittlerin in der europäischen Kultur.

Leben[Bearbeiten]

Sarah Taylor heiratete 1820 den Rechtsphilosophen John Austin. Das Ehepaar lebte in Queen Square, Westminster, wo Sarah Austin, die im Gegensatz zu ihrem Gatten sehr gesellig war, einen Salon unterhielt. Sie stand im Austausch mit unzähligen Persönlichkeiten des kulturellen Lebens, nicht nur in England, sondern auch in Frankreich und Deutschland. Heinz Ohff führt beispielsweise die Brüder Grimm, Leopold von Ranke, Alexander von Humboldt, Hermann von Pückler-Muskau und Heinrich Heine an.[1] Freundschaftlich verbunden war sie mit Victor Cousin, dessen Buch über das preußische Unterrichtssystem sie aus dem Französischen übersetzte und durch ein umfassendes Vorwort ergänzte[2], sowie mit Ida von Lüttichau.[3] Nach Paris, Bonn, Dresden und Weimar unternahm sie längere Reisen.

Sarah Austins besondere Bedeutung liegt in der Übersetzung deutscher Literatur (u. a. Goethe, Leopold von Ranke, Friedrich von Raumer, Barthold Georg Niebuhr, Friedrich Wilhelm Carové), wodurch diese in englischsprachigen Ländern bekannter wurde. Ihre Übersetzung von Pückler-Muskaus Aufsehen erregenden Briefen eines Verstorbenen bezeichnet Ohff als ein „Meisterwerk“, das wahrscheinlich besser als das Original sei.[4]

Nach dem Tode ihres Mannes 1859 gab sie seine Vorlesungen heraus. Sie bearbeitete den ersten Band der Letters from Egypt (1865) ihrer Tochter Lucie Duff Gordon[5] (nicht zu verwechseln mit der Modeschöpferin Lucy Christiana Duff Gordon).

Eigene Werke[Bearbeiten]

  • The travels of a German prince in England (Lond. 1832) (nach Briefe eines Verstorbenen von Hermann von Pückler-Muskau)
  • Characteristics of Goethe (1833, 3 Bände) (Übersetzungen von goetheschen Werken und Kommentare dazu)
  • Considerations on national education (1839)
  • Collection of fragments from the German prosewriters (1841)
  • Sketches of Germany from 1760 to 1814 (1854)
  • Letters on girls' schools (1857)

Quellen[Bearbeiten]

Janet Ross: Three Generations of English Women (1893) (Ross war eine Enkelin Sarah Austins)

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur von und über Sarah Austin im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinz Ohff: Der grüne Fürst, München 1991, Taschenbuchausgabe 2002, Seite 145
  2. Victor Cousin: Report on the State of Public Instruction of Prussia. With Plans of School Houses (London 1834)
  3. Mondrian W. Graf v. Lüttichau (Hrsg.): Wahrheit der Seele – Ida v. Lüttichau (1798-1856), Leipzig 2010 (mehrfache Erwähnung)
  4. Heinz Ohff 2002, Seite 168
  5. Project Gutenberg: Digitalisat Letters of Egypt