Sarath Fonseka

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Sarath Fonseka (2010)

Gardihewa Sarath Chandralal Fonseka, kurz: Sarath Fonseka (singhalesisch: සරත් ෆොන්සේකා, Tamil: சரத் பொன்சேகா; * 18. Dezember 1950 in Ambalangoda), ist ein Politiker und ehemaliger General aus Sri Lanka.[1]

Militär[Bearbeiten]

Fonseka trat zu Friedenszeiten im Jahr 1970 in die Armee von Sri Lanka ein. Nach dem offenen Ausbruch des Bürgerkriegs in Sri Lanka kämpfte er auf Seiten der Regierungstruppen gegen die Liberation Tigers of Tamil Eelam. Vom 6. Dezember 2005 bis zum 15. Juli 2009 war er Oberbefehlshaber der srilankischen Armee. In diese Zeit fiel die Endphase des Bürgerkriegs, der mit einem vollständigen Sieg der Regierungstruppen über die Tamil Tigers endete. Durch diesen Sieg erwarb sich Fonseka große Popularität in weiten Teilen der singhalesischen Bevölkerung, aber auch bei vielen Tamilen, die den endlosen Kriegszustand und die Übergriffe auf die Zivilbevölkerung auch durch die Tamil Tigers leid waren. Nachdem Fonseka zunächst gut mit dem Präsidenten Mahinda Rajapaksa zusammengearbeitet hatte, kam es zum Zerwürfnis, da sich Fonseka von diesem zunehmend ins Abseits gedrängt fühlte. Am 16. November 2009 trat er von seinem Militärposten zurück, um sich auf die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im folgenden Jahr vorzubereiten.

Politik[Bearbeiten]

Verlorene Präsidentschaftswahl gegen Rajapaksa[Bearbeiten]

Bei den vorgezogenen Präsidentschaftswahlen am 26. Januar 2010 trat Fonseka gegen den Amtsinhaber Mahinda Rajapaksa an, konnte sich aber mit 40,15 % erreichter Stimmen nicht durchsetzen.[2] Fonseka warf Rajapaksa Wahlbetrug vor und wollte das Wahlergebnis anfechten lassen.[3] Fonseka klagte über Manipulation des Wahlergebnisses durch Rajapaksa, gab allerdings zu, keine Beweise für die Anschuldigungen zu haben.[4] Am 8. Februar 2010 ließ ihn Rajapaksa festnehmen und warf ihm eine Verschwörung gegen die Regierung vor.[5] Tags darauf kündigte Rajapaksa vorgezogene Parlamentsneuwahlen an.[5]

Verurteilung und Freilassung[Bearbeiten]

Fonseka wurde im September 2010 in einem von ihm und seinen Anhängern als politisch bezeichneten Prozess wegen Korruption zu 30 Monaten Haft verurteilt.[1] Am 18. November 2011 verurteilte ihn ein Gericht zu zusätzlichen drei Jahren Gefängnis. Ihm wurde vorgeworfen, falsche Beschuldigungen gegen Gotabhaya Rajapakse, Verteidigungsminister und Bruder des Präsidenten Mahinda Rajapaksa, erhoben und damit „Gerüchte verbreitet und für öffentliche Unordnung gesorgt“ zu haben. Fonseka hatte in einem Interview behauptet, Gotabhaya Rajapakse habe im Mai 2009 die Exekution von sich ergebenden Tamilen-Rebellen befohlen.[6]

Am 19. Mai 2012, dem dritten Jahrestag der militärischen Niederlage der Tamilen-Rebellen der LTTE, ordnete Mahinda Rajapaksa schriftlich die Freilassung von Sarath Fonseka an. Die Vereinigten Staaten hatten ihn zuvor als politischen Gefangenen bezeichnet und wiederholt seine Freilassung gefordert.[7] Ungeachtet seiner Freilassung blieb er fast aller bürgerlichen Rechte, seines Rangs und der damit verbundenen Pensionsansprüche auch weiterhin entkleidet. Hiergegen ist ein Verfahren anhängig.

Politischer Neubeginn[Bearbeiten]

Nach seiner Entlassung gründete Fonseka die Demokratische Partei, die am 1. April 2013 von der nationalen Wahlkommission offiziell registriert wurde. Sarath Fonseka wertete diesen Etappensieg als Beginn einer neuen Reise, deren Ziel die Wohlfahrt des Staates und seiner Bürger sei. Auch wenn er und seine Mitstreiter getötet würden - die Demokratische Partei müsse voranschreiten, um den notwendigen politischen Wandel in Sri Lanka einzuleiten. Als Emblem der Partei wurde die lodernde Flamme gewählt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Sri Lanka Präsident Rajapakse für zweite Amtszeit vereidigt. In: Neue Zürcher Zeitung. 19. November 2010, abgerufen am 19. November 2010 (deutsch).
  2. Department of Election: PRESIDENTIAL ELECTION – 2010 Official Results
  3. Vorgezogene Wahlen in Sri Lanka? Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 24, 29. Januar 2010, S. 6
  4. Goldene Chance. Der Spiegel, Nr. 5, S. 84, 1. Februar 2010
  5. a b Präsident Rajapakse löst Parlament auf, 9. Februar 2010, abgerufen am 14. Februar 2010
  6. Sri Lankas Ex-Armeechef zu drei Jahren Haft verurteilt. In: Neue Zürcher Zeitung. 18. November 2011, abgerufen am 18. November 2011 (deutsch).
  7. Sri Lankas Präsident ordnet Freilassung von Fonseka an bei tagesschau.de, 20. Mai 2012 (abgerufen am 20. Mai 2012).