Sarira

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verschiedene Sariras in Behältern

Sarira (Sanskrit, tibetisch Ringsel) ist eine Bezeichnung für buddhistische Reliquien. Meist werden darunter kleine Perlen oder Kristall-ähnliche Kugeln verstanden, die nach buddhistischer Überlieferung nach dem Tod eines buddhistischen Meisters nach dessen Verbrennung in der Asche gefunden werden können. In verschiedenen buddhistischen Traditionen werden die Sariras verehrt und ihnen werden auch besondere Kräfte zugeschrieben.

Entstehung[Bearbeiten]

Wie die Sariras genau entstehen, ist nicht bekannt. Mögliche Erklärungen für einen natürlichen Ursprung sind eine Kristallisation von Knochen beim Verbrennen[1] oder Überreste von Nierensteinen, Gallensteinen oder Harnsteinen.[2] Des Weiteren kann es sich ebenso um die Überreste von kleineren Knochen oder absichtlich oder unabsichtlich entstandenen Artefakten etwa aus Grabbeigaben oder anderen Zugaben bei der Feuerbestattung handeln. Außerhalb des Buddhismus wird auf solche Verbrennungs-Überreste (beispielsweise Konkretionen) nicht geachtet, weswegen Unterschiede in der Anzahl oder Gestalt von solchen Bildungen in verschiedenen Kulturen nicht einfach nachgewiesen werden können.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Begriff Sarira oder „sharira“ (शरीर) ist ein Lehnwort aus dem Sanskrit (Śarīra) und bedeutet ursprünglich „Körper“, wurde aber in buddhistischen Sanskrit-Texten als Bezeichnung für „Reliquien“ verwendet. Der Begriff „Ringsel“ ist ein Lehnwort aus der tibetischen Sprache. Meist werden die Wörter Sarira und Ringsel als Synonyme verwendet. Die nach der Kremierung aufgefundenen Perlen oder Kugeln sind nur ein Teilaspekt des Begriffes. Auch mumifizierte sterbliche Überreste von bedeutenden Geistlichen sowie Asche und andere Überreste nach der Kremierung werden damit bezeichnet. Im übertragenen Sinne kann im Mahayana-Buddhismus darunter auch die Essenz einer Lehre (Dharma-kāya nach der Drei-Körper-Lehre) verstanden werden.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dan Martin: Pearls from Bones: Relics, Chortens, Tertons and the Signs of Saintly Death in Tibet, Numen, Volume 41, Number 3, 1994, S. 273–324(52). (Online)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Holden JL, Phakey PP, Clement JG: Scanning electron microscope observations of heat-treated human bone, Department of Physics, Monash University, Clayton, Victoria, Australia. (Zusammenfassung auf PubMed)
  2. Sariras: Ringsels and Mummies

Weblinks[Bearbeiten]