Sarotti

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Altes Logo mit dem Sarotti-Mohr

Sarotti ist eine traditionsreiche deutsche Schokoladenmarke, die seit 1998 im Besitz der Stollwerck GmbH in Köln ist, welche 2002 von der Barry Callebaut GmbH übernommen und 2011 an die belgische Unternehmensgruppe Baronie[1] verkauft wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Heinrich Ludwig Neumann eröffnete 1852 in Berlin in der Friedrichstraße die „Confiseur-Waaren-Handlung Felix & Sarotti“ und verkaufte größtenteils importierte Konditorwaren aus Paris.

Im Jahr 1881 übernahm Hugo Hoffmann das Geschäft. Der Konditor hatte bereits seit 1868 einen Betrieb zur Herstellung „feiner Pralinen, Fondants und Fruchtpasteten“ und belieferte auch Neumann. Er führte nach der Übernahme Produktionsstätte und Laden in der Mohrenstraße zusammen und verkaufte die Produkte von nun an unter dem Namen Sarotti.

Über die Herkunft des Namens gibt es nur noch Spekulationen. So könnte ein von Neumann eingestellter italienischer Zuckerbäcker gleichen Namens Pate gestanden haben. Andererseits wird auch von einem Ausflug nach Potsdam berichtet, bei dem ihm der Name untergekommen sein soll. Aber auch Graf Algarotti, über dessen klangvollen Namen er in der Zeitung stolperte, könnte als Anregung gedient haben.

Das Unternehmen lief so gut, dass die Produktion 1883 in größere Räumlichkeiten (Sarotti-Höfe) in der Belle-Alliance-Straße (heute Mehringdamm) ziehen musste und Paul Tiede als Teilhaber in die beiden immer noch getrennt firmierenden Unternehmen einstieg. Der Produktionsbetrieb hieß jetzt „Hoffmann & Tiede“, das Geschäft „Felix und Sarotti“.

Der Sarotti-Mohr, ausgestellt im Imhoff-Schokoladenmuseum

Die Wortmarke Sarotti wurde 1894 angemeldet. In den Folgejahren expandierte das Unternehmen weiter. Die Zahl der Angestellten stieg von 162 auf 1000 an und die Produktionsstätten wurden auf den Nachbargrundstücken erweitert. 1903 entstand die „Sarotti Chocoladen und Cacao Aktiengesellschaft“.

Die beiden Unternehmer starben in den Jahren 1911 und 1912. Hugo Hoffmanns Sohn Max übernahm die Leitung. 1913 wurde die neue Produktionsstätte in Tempelhof mit etwa 2000 Mitarbeitern eröffnet. Im Ersten Weltkrieg ging die Produktion zurück, die Zahl der Mitarbeiter sank auf die Hälfte.

1918, im Jahr des 50. Firmenjubiläums, tauchte der Mohr als Markenfigur zum ersten Mal auf, und zwar auf Verpackungen in Gestalt von drei Mohren mit Tablett. Vermutlich war es eine Anlehnung daran, dass sich der Firmensitz in der Mohrenstraße befand. Zwei Jahre später wurde der Grafiker Julius Gipkens damit beauftragt, ein neues Firmenlogo zu entwickeln. Der Sarotti-Mohr war geboren und wurde 1922 in das Markenregister eingetragen.

Das Produktsortiment reichte von feinen Schokoladenwaren, Pralinen, Kakao, Marzipanerzeugnissen und Fondants bis zu Likören. 1929 übernahm die Schweizer Aktiengesellschaft Nestlé die Mehrheit an der Sarotti AG.

In den 1960er Jahren wurde der Sarotti-Mohr durch Fernsehspots zu einer populären Werbefigur, mit der die Marke bis heute verbunden wird. Der Sitz der Sarotti AG befand sich in Hattersheim am Main. 1998 trennte sich Nestlé von Sarotti, und Stollwerck übernahm die Traditionsmarke, die allerdings nur auf dem deutschen Markt bekannt ist.

Der Sarotti-Mohr wurde oft kritisiert, da viele in der Figur des Dieners rassistische Stereotype sahen.[2] 2004 wurden daher alle Produkte umfangreich neugestaltet, der Sarotti-Mohr wich dem „Sarotti-Magier der Sinne“. Statt eines Tabletts in der Hand wirft die Figur auf einer goldenen Mondsichel Sterne in die Luft, außerdem hat der Magier eine goldene Hautfarbe.

Im Juli 2011 wurde die Stollwerck GmbH (mit der Marke Sarotti) an den belgischen Süßwarenhersteller Sweet Products/Baronie verkauft.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gudermann, Rita: Der Sarotti-Mohr. Die bewegte Geschichte einer Werbefigur. Berlin: Ch. Links Verlag, 2004

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Baronie (Süßwarenhersteller) im Unternehmens-Wiki
  2. Rita Gudermann: Leseprobe aus „Der Sarotti-Mohr. Die bewegte Geschichte einer Werbefigur“ (PDF; 165 kB) Ch. Links Verlag. Abgerufen am 7. August 2011.
  3. Ein neues Zuhause für den Sarotti-Mohr. Nürnberger Zeitung. 11. Juli 2011. Abgerufen am 7. August 2011.

Weblinks[Bearbeiten]