Sarow (Russland)

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Stadt
Sarow
Саров
Wappen
Wappen
Föderationskreis Wolga
Oblast Nischni Nowgorod
Stadtkreis Sarow
Bürgermeister Waleri Dimitrow
Gegründet 1939
Stadt seit 1939
Bevölkerung 92.047 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 140 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 83130
Postleitzahl 607180–607190
Kfz-Kennzeichen 52, 152
OKATO 22 503
Website www.adm.sarov.ru
Geographische Lage
Koordinaten 54° 56′ N, 43° 19′ O54.93333333333343.316666666667140Koordinaten: 54° 56′ 0″ N, 43° 19′ 0″ O
Sarow (Russland) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Sarow (Russland) (Oblast Nischni Nowgorod)
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Lage in der Oblast Nischni Nowgorod
Liste der Städte in Russland

Sarow (russisch Саро́в) ist eine russische Stadt mit 92.047 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] in der Oblast Nischni Nowgorod. Die Stadt, mit den früheren Namen Arsamas-16 (russ. Арзамас-16) und Kremljow (Кремлёв), liegt etwa 200 km südwestlich der Gebietshauptstadt Nischni Nowgorod.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale des Sarower Klosters Anfang des 20. Jahrhunderts

Sarow existiert als Stadt erst seit dem Jahr 1939. Zuvor gab es an seiner Stelle seit dem 12. Jahrhundert eine Siedlung der Mordwinen und seit Mitte des 17. Jahrhunderts ein Kloster, dass nach dem nahegelegenen kleinen Fluss Sarowka Sarower Kloster benannt war. Das Kloster galt bis zur Oktoberrevolution als heilige Stätte für Gläubige der Russisch-Orthodoxen Kirche, da dort der Überlieferungen nach der heilige Seraphim von Sarow Wunder vollbracht hatte. Nach der Revolution und der Machtübernahme durch die Bolschewiki wurde das Kloster ausgeraubt und im Jahr 1927 auf Anweisung der sowjetischen Regierung geschlossen.

In der Siedlung, die sich nahe dem Kloster bildete und die 1939 Stadtrechte erhielt, wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ein Institut für Kernphysik mit dem hauptsächlichen Zweck der Entwicklung von Kernwaffen angesiedelt. Die Wahl fiel auf Sarow, weil der Ort einerseits abgelegen und durch dichte Wälder abgeschirmt war, andererseits jedoch über einen Eisenbahnanschluss verfügte (54° 54′ 9″ N, 43° 16′ 19″ O54.902443.272150). In dem Institut wurden unter der Leitung von Juli Chariton die ersten sowjetischen Kernwaffen, aber auch z.B. unter Mitwirkung von Andrei Sacharow die größte je getestete Wasserstoffbombe (siehe Zar-Bombe) hergestellt. Da das Institut und seine Arbeit geheime Verschlusssache war, wurde auch die Stadt zur geschlossenen Stadt erklärt, vollständig umzäunt und militärisch bewacht. Ortsfremde und insbesondere ausländische Besucher hatten bis in die 1990er Jahre hinein keinen Zutritt, und bis heute ist die Einreise in die Stadt nicht für jedermann möglich.

Bis zum Jahr 1995 hieß Sarow offiziell Kremljow, in staatlichen Dokumenten trug es jedoch bis 1991 den Tarnnamen Arsamas-16 und war auf keiner offiziellen Landkarte verzeichnet. Der Name diente der Irreführung, denn Sarow ist von der Stadt Arsamas 80 km entfernt und liegt nicht einmal im Landkreis Arsamas. Im August 1995 entschied man sich wieder für den historischen Namen.

Im August 2010 gelang es Meldungen zufolge 2.200 Helfern, Brände in der Nähe des Atomforschungszentrums unter Kontrolle zu bringen, die russlandweit aufgrund extremer Trockenheit ausgebrochen waren (siehe auch Wald- und Torfbrände in Russland 2010).[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
2002 87.652
2010 92.047

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Nach wie vor stellt das Forschungsinstitut (das „Russische Föderale Kernforschungszentrum“) den Hauptarbeitgeber der Stadt. Es beschäftigt sich heute zumindest teilweise auch mit Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für zivile Zwecke.

Für die umliegenden Gemeinden stellt Sarow ein Versorgungszentrum dar. Nördlich der Stadt liegt der Flughafen Sarow, der auch der zivilen Luftfahrt dient.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sarow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Deutsche Welle 4. August 2010