Sarrebourg

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Sarrebourg
Wappen von Sarrebourg
Sarrebourg (Frankreich)
Sarrebourg
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Sarrebourg
Kanton Sarrebourg
Koordinaten 48° 44′ N, 7° 3′ O48.7347222222227.0538888888889252Koordinaten: 48° 44′ N, 7° 3′ O
Höhe 244–325 m
Fläche 16,40 km²
Einwohner 12.398 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 756 Einw./km²
Postleitzahl 57400
INSEE-Code
Website Sarrebourg
.

Sarrebourg (deutsch: Saarburg) ist eine französische Gemeinde mit 12.398 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie liegt in einem weiten Becken an der hier noch jungen Saar. Die nächsten größeren Städte sind Metz, Nancy und Straßburg.

Sarrebourg ist eine Unterpräfektur (frz. sous-préfecture) des Départements Moselle und Verwaltungssitz des Gemeindeverbands Sarrebourg (Communauté de Communes de l’agglomération sarrebourgeoise). Zum Gemeindeverband gehören die acht Kommunen Sarrebourg, Réding, Buhl-Lorraine, Imling, Hommarting, Sarraltroff, Haut-Clocher und Bébing.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor etwa 2000 Jahren entstand die römische Poststation Pons Saravi dort, wo die Römerstraße von Reims nach Straßburg die Saar an einer Furt überquerte. An der Kreuzung großer Straßen und inmitten eines fruchtbaren Beckens gelegen, entwickelte sich der Ort zum Handelszentrum. Die Villa Saint-Ulrich mit ihren 33 Einzelgebäuden zeugt von der damaligen Bedeutung des Ortes.

Mitte des 3. Jahrhunderts begann die Invasion der Germanen in die römischen Provinzen am Rhein. Die ersten Befestigungsanlagen entstanden. Im Jahre 259/260 fiel der Limes, um 455 die Rheingrenze. Damit begann die fränkische Besiedelung des Gebiets um Saarburg. Zur Zeit der Merowinger war die Stadt immer noch ein wichtiges Zentrum, aus der Zeit der Karolinger gibt es jedoch kaum Zeugnisse.

Sarrebourg stand unter dem Schutz der Bischöfe von Metz, bis Heinrich der Vogler das Herzogtum Lothringen dem Ostfrankenreich einverleibte. Sarrebourg wurde Lehen der Bischöfe von Metz. 1240 wurde die Stadtbefestigung erweitert. Eine wirtschaftliche Blüte setzte ein, die ihren Höhepunkt im 14. Jahrhundert hatte. Die Glas- und Keramikproduktion war eine der Grundlagen dieses Aufschwungs.

Die Beziehungen nach Metz verschlechterten sich. Am 2. November 1464 unterstellte sich Sarrebourg per Vertrag dem Herzogtum Lothringen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt verwüstet. Es folgten Pest und Hungersnöte, so dass Herzog Leopold sich schließlich gezwungen sah, Immigranten aus Tirol, der Schweiz und Italien nach Lothringen zu rufen.

Im Frieden von Vincennes 1661 kam Sarrebourg zu Frankreich und gehörte nun zu dem Landstreifen, der Frankreich mit dem Elsass verband und Lothringen spaltete. Die zerstörte Stadt wurde wieder aufgebaut.

Von 1871 bis 1918/19 gehörte Sarrebourg zum Deutschen Reich. Entsprechend dem Friedensvertrag von Frankfurt zwischen der Französischen Republik und dem Deutschen Reich vom 10. Mai 1871 musste Frankreich größere Gebiete des Elsass und Lothringens an das Deutsche Reich abtreten. Auch die Stadt Sarrebourg wurde damit 1871 an das Deutsche Reich angegliedert. Mit der neu geschaffenen Verwaltungsstruktur war die Stadt unter dem deutschen Namen Saarburg, der Verwaltungssitz des Landkreises und Kantons Saarburg im Bezirk Lothringen des Reichsland Elsaß-Lothringen. Die Stadt erlebte als Verkehrs- und Verwaltungsmittelpunkt sowie die umfangreiche Garnison (Stab der 59. Infanterie- und 30. Kavalleriebrigade, ein Infanterieregiment Nr. 97, zwei Ulanenregimenter Nr. 11 und 15 und zwei Abteilungen Feldartillerie Nr. 15) eine Zeit des Wohlstandes.

Heute ist Sarrebourg ein florierendes Handelszentrum mit Industrie in den Bereichen Metallverarbeitung, Druckerzeugnisse, Schuhproduktion (Mephisto) und Agrarerzeugnisse.

1963 wurde der FC Sarrebourg gegründet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 11.080 11.413 12.615 12.699 13.311 13.330 12.786

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

  • Die Franziskanerkapelle (Chapelle des Cordeliers) aus dem 13. und 16. Jahrhundert mit einem großen Glasfenster von Marc Chagall
  • Das Heimatmuseum (Musée du Pays de Sarrebourg)
  • Die gallo-römische Villa Saint-Ulrich

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Es wirkten im Ort[Bearbeiten]

  • Georg Clemens Müller (1875–unbekannt), Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Saarburg.
  • Pierre Messmer (1916–2007), französischer Premierminister, Minister, Bürgermeister von Sarrebourg.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sarrebourg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien