Sarreguemines

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Sarreguemines
Wappen von Sarreguemines
Sarreguemines (Frankreich)
Sarreguemines
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Sarreguemines
Kanton Chef-lieu zweier Kantone
Gemeindeverband Communauté d’agglomération Sarreguemines Confluences.
Koordinaten 49° 7′ N, 7° 4′ O49.1105555555567.0675202Koordinaten: 49° 7′ N, 7° 4′ O
Höhe 192–293 m
Fläche 29,67 km²
Einwohner 21.604 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 728 Einw./km²
Postleitzahl 57200
INSEE-Code
Website http://www.sarreguemines.fr

Sarreguemines (deutsch Saargemünd) ist eine französische Stadt mit 21.604 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der französischen Region Lothringen. Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur (Arrondissement Sarreguemines) sowie Hauptort der Kantone Sarreguemines und Sarreguemines-Campagne.

Geografie[Bearbeiten]

Nordostufer der Saar in Sarreguemines, von der Europabrücke aus gesehen

Sarreguemines liegt im Nordosten Lothringens, unmittelbar an der Grenze zum deutschen Bundesland Saarland. In Sarreguemines mündet die Blies in die Saar, die über den Saarkanal mit dem Rhein-Marne-Kanal (Canal de la Marne au Rhin) verbunden ist.

Zu Sarreguemines gehören die Ortsteile Neunkirch-lès-Sarreguemines, Welferding (beide 1964 eingemeindet) sowie das 1971 eingemeindete Folpersviller.

Nachbargemeinden von Sarreguemines sind Kleinblittersdorf im Norden, Blies-Guersviller und Frauenberg im Nordosten, Blies-Ébersing im Osten, Sarreinsming im Südosten, Rémelfing und Neufgrange im Süden, Hambach und Woustviller im Südwesten, Ippling im Westen sowie Rouhling und Grosbliederstroff im Nordwesten.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Der Name ist abgeleitet vom deutschen Wort Gemund (in alten Dokumenten latinisiert gemundia) und bezieht sich auf den Zusammenfluss von Saar und Blies innerhalb des Stadtgebietes.

Gumunde (1237), Gemindt/Gemündt (1380), Gemüde (1471), Sargemünt (1577), Saargemünde (1592), Sar-gemünd (1636), Gemünd an der Sar (1645), Sargueminde (1661), Zargueminde (1698).[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 706 erstmals als Gaimundas erwähnt, 1577 dann erstmals mit dem Saar-Zusatz (Sargemünt). Eine zu Guemunde französisierte Namensform tauchte 1594 auf. Von 1679 bis 1697 war Saargemünd schon einmal französisch besetzt, bevor es 1766 für 105 Jahre zu Frankreich kam. Von 1871 bis 1919 gehörte Saargemünd wieder als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Kaiserreich. Zwischen 1919 und 1940 französisch, war es im Zweiten Weltkrieg früh von deutschen Truppen besetzt und ab 1940 von Deutschland annektiert. Anfang Dezember 1944 wurde Saargemünd von amerikanischen Truppen eingenommen und gehört seither wieder zu Frankreich.

Das Casino am Saarufer

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 17866 24846 25684 24763 23117 23202 21835

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bekannt ist die Stadt für ihre einst blühende Keramikproduktion. Die alte Faïencerie (Steingutmanufaktur) kann noch besichtigt werden. Es ist geplant, den Fabrikgarten nach seiner Restrukturierung in das Ensemble der Gärten ohne Grenzen der Region Saar/Lothringen/Luxemburg aufzunehmen. Insbesondere aus der Epoche des Jugendstils stammen bedeutende Bauwerke. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das Casino am Saarufer. Bei diesem Gebäude handelt es sich um ein Bauwerk, das für die Arbeiter der Faïencerie errichtet wurde. Es enthält einen Saal für kulturelle Veranstaltungen sowie ein Restaurant. Die Außenfassade wird von Keramikbildern geziert.

Kultur[Bearbeiten]

Die Stadt verfügt über ein reichhaltiges kulturelles Angebot.

  • Seit einem Jahrzehnt wird jährlich das Mundart-Festival „Mir redde platt“ ausgerichtet. Es dient der Erhaltung der regionalen (deutsch-)lothringischen Mundart, die ihre Wurzeln im Rheinfränkischen hat. Das Festival erstreckt sich über mehrere Wochen und verbindet in einem reichhaltigen Veranstaltungsprogramm die Bereiche Kunst, Kultur und Wissenschaft.
  • Im März eines jeden Jahres findet eine Antik-Keramikmesse statt. Sie wird veranstaltet im Hinblick auf die lange Keramiktradition der Stadt, die im 20. Jahrhundert zu den führenden Keramikherstellern Europas gehörte. Angeboten werden kunsthandwerkliche Objekte wie Steingut, Porzellan, Feinsteinzeug, Emaille, Terrakotten und Majoliken.
  • Neben dem Rathaus befindet sich ein Keramik-Museum, dessen ursprünglicher Wintergarten mit künstlerisch wertvollen Keramikwänden ausgestattet ist. Neben einer ständigen Ausstellung keramischer Objekte finden regelmäßig Wechselausstellungen statt.
  • Ende Juni eines jeden Jahres findet über einen Zeitraum von einigen Tagen in der gesamten Innenstadt das Saint Paul Festival statt. Kernpunkt des Festivals ist ein traditioneller Markt, auf dem regionale Produkte jedweder Art angeboten werden. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das „Straßentheater-Festival“, das Bestandteil des St. Paul Festivals ist und mittlerweile zu einem der beliebtesten Festivals seiner Art in Ostfrankreich gehört.
  • An einem August-Wochenende findet die Vélo SaarMoselle statt, eine Veranstaltung, die Radwandern mit Kulturerlebnissen und Kulinarik verbindet. An zahlreichen Orten einer Tages-Rundstrecke, die auch über die Grenze ins benachbarte Saarland führt, werden kulturelle Veranstaltungen wie auch kulinarische Spezialitäten der Region angeboten.
  • Seit einigen Jahren verfügt die Stadt über eine Mediathek, in der auch kulturelle Veranstaltungen wie das oben erwähnte Festival „Mir redde platt“ stattfinden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Sarreguemines sind unter anderem ein großes Reifenwerk der Continental AG und der Packmittelhersteller Nampack angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Über die N61 ist die Stadt an die südlich verlaufende Autoroute A4 (Paris-Strasbourg) und über die Bundesstraße 51 sowie die N61 an die Autoroute A320 bzw. die Bundesautobahnen 6 und 620 angebunden.

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Saarbahn an Voie (Gleis) A

Bis 1945 war die Stadt über die Bliestalbahn über Blieskastel bis Homburg an die Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken angebunden. Der Personenverkehr wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen. Bis 1954 wurde von der SNCF die Strecke bis Bliesbruck betrieben. Heute verkehren Züge auf den Strecken in Richtung Bitche (die Verlängerung über Niederbronn-les-Bains nach Hagenau wurde zwischenzeitlich eingestellt), Sarre-Union, Metz, Straßburg und Saarbrücken. Seit 1997 gibt es die Saarbrücker Stadtbahn, deren Linie 1 Sarreguemines über die Bahnstrecke Saarbrücken–Sarreguemines direkt mit der Saarbrücker Innenstadt und weiteren saarländischen Gemeinden im Nahverkehr verbindet. Die Züge fahren in den Hauptzeiten im 30 Minuten-Takt.

→ Zur Geschichte des Bahnhofes und seiner Strecken siehe Bahnhof Sarreguemines

Radwege[Bearbeiten]

Sarreguemines ist Knotenpunkt verschiedener Radfernwege. Nach Süden führt der Radweg auf dem ehemaligen Leinpfad am Saarkanal entlang bis zum Rhein-Marne-Kanal. Nach Norden begleitet der Radweg die Saar bis zur Mündung in die Mosel bei Konz. Nach Osten führt der Glan-Blies-Radweg an Blies und Glan bis Staudernheim an der Nahe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sarreguemines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Sarreguemines – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dictionnaire topographique de l'ancien département de la Moselle - Ernest de Bouteiller (Geschrieben im 1868)
  2. fr:Georg Eißer
  3. fr:Marianne Oswald
  4. fr:Jean-Marie Rausch