Sartorius (Unternehmen)

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Sartorius AG
Logo der Sartorius AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN (St.), DE0007165631 (Vz.) DE0007165607 (St.), DE0007165631 (Vz.)
Gründung 1870
Sitz Göttingen, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 5.491 (Dezember 2012)[1]
Umsatz 845,7 Mio. Euro (2012)[1]
Branche Biotechnologie, Mechatronik
Website www.sartorius.com

Die Sartorius AG ist ein börsennotierter Labor- und Prozesstechnologie-Anbieter mit Sitz in Göttingen. Der Technologiekonzern erzielte im Jahr 2012 (2011) einen Umsatz von 845,7 (733,1) Mio. Euro. Das 1870 gegründete Unternehmen beschäftigt aktuell über 5000 Mitarbeiter.

Unternehmensprofil[Bearbeiten]

Das Unternehmen ist in die drei Segmente Bioprocess Solutions, Lab Products & Services und Industrial Weighing gegliedert. Das Segment Bioprocess Solutions umfasst die Arbeitsschwerpunkte Filtration, Fluid Management, Fermentation und Purification und fokussiert auf die Produktionsprozesse der biopharmazeutischen Industrie. Im Segment Lab Products & Services werden insbesondere Laborinstrumente und –verbrauchsmaterialien hergestellt. Industrial Weighing konzentriert sich auf wäge- und kontrolltechnische Anwendungen in Herstellprozessen der Branchen Nahrungsmittel, Chemie und Pharma. Sartorius verfügt in Europa, Asien und Amerika über eigene Produktionsstätten sowie über Vertriebsniederlassungen und örtliche Handelsvertretungen in mehr als 110 Ländern. Die Sartorius-Vorzugsaktie wird seit dem 18. Juni 2012 im deutschen Technologiewerteindex TecDAX gehandelt.[2]

Im Vorstand ist Reinhard Vogt für Marketing, Vertrieb und Service zuständig, während Jörg Pfirrmann die Ressorts Finanzen, IT, allgemeine Verwaltung und Personal leitet und damit auch die Funktion des Arbeitsdirektors übernimmt. Der Vorstandsvorsitzende, Joachim Kreuzburg, verantwortet die Bereiche Operations, Recht, Revision und Kommunikation. Gleichzeitig bleibt er unverändert Vorsitzender des Verwaltungsrats und CEO des Teilkonzerns Sartorius Stedim Biotech.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Unternehmens begann am 1. Juli 1870 mit der Eröffnung einer kleinen feinmechanischen Werkstatt F. Sartorius in Göttingen in der Groner Straße durch Florenz Sartorius (1846-1925), der seine Ausbildung beim Göttinger Universitätsmechaniker Apel erhalten hatte. Der rasche Erfolg des Unternehmens basierte in erster Linie auf einer neu konstruierten kurzarmigen Analysenwaage unter Verwendung des damals neuartigen Leichtmetalls Aluminium, die auch im Ausland regen Absatz fand. Noch heute ist die im Unternehmensbereich Mechatronik angesiedelte Wägetechnik ein wichtiges Standbein des Konzerns.

Zur Nutzung von Wasserkraft wurde der Betrieb nach Rauschenwasser bei Bovenden, nördlich von Göttingen, verlegt. 1895 wurde die 3000. Waage gefertigt, und der Betrieb beschäftigte bereits über 60 Mitarbeiter. Nach Inbetriebnahme des Göttinger Elektrizitätswerks 1899 erfolgte eine erneute Verlegung des Unternehmens an den nördlichen Stadtrand Göttingens in die Weender Landstraße. 1906 nahm der Gründer seine drei Söhne Wilhelm (1872–1937), Erich (1876–1947) und Julius (1878–1918) als Teilhaber in das Unternehmen auf. 1911 feierte das Unternehmen den Bau der 10.000ten Analysenwaage. 1914 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Während im Ersten Weltkrieg auch militärische Geräte hergestellt worden waren, das Auslandsgeschäft jedoch weggebrochen war, konzentrierte sich das Unternehmen nach dem Krieg wieder auf das bewährte Geschäft mit der Wägetechnik. Doch erst in den 1930er Jahren erreichte man wieder die Produktionszahlen der Vorkriegszeit. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden Geräte für die Luftwaffe produziert. Hierfür wurde 1941 ein neues Werk fertiggestellt.

Zwischenzeitlich hatte 1927 unter dem Firmennamen Membranfiltergesellschaft mbH die industrielle Fertigung von Membranfiltern begonnen, die auf Forschungsarbeiten der Göttinger Chemiker Richard Zsigmondy (Nobelpreis für Chemie 1925) und Wilhelm Bachmann basieren. Auf diese Anfänge gründet sich der heutige Konzernbereich Biotechnologie, in dem die Produktion von Filtern noch immer dominiert.

1990 ging die Sartorius AG an die Börse.

2001 wurde ein neues Werk im Industriegebiet am nordwestlichen Stadtrand Göttingens (Göttingen-Grone) in Betrieb genommen. Im selben Jahr erhielt das Unternehmen den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft für eine High-Tech Analysenwaage.

Im Jahre 2004 wurde der Lager- und Logistikbereich ausgegliedert. Es entstand ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen der Logistec Logistik Management and Consulting GmbH, einer Tochterfirma des ebenfalls in Göttingen angesiedelten international tätigen Spedition- und Logistikunternehmen Friedrich Zufall GmbH & Co. KG, und Sartorius namens Distribo.

2007 legte Sartorius seine Biotechnologiesparte mit dem französischen Biotech-Zulieferer Stedim S.A. zusammen, um mit dem kombinierten Unternehmen Sartorius Stedim Biotech weltweit führender Technologieanbieter für die biopharmazeutische Industrie zu werden. Das neue Unternehmen ist an der Pariser Börse notiert. Außerdem übernahm Sartorius die Toha Plast GmbH und weihte ein neues Werk in Peking und am Stammsitz Göttingen ein.

Werke in Arvada, USA und Bangalore, Indien wurden 2009 in Betrieb genommen.

Beteiligungen[Bearbeiten]

Eine Feinwaage von Sartorius

Nach einer Kapitalerhöhung 1998 wurden um 2000 eine Reihe von Unternehmen in den Bereichen Wägetechnik (heute Mechatronik) und Biotechnologie übernommen.

Im Jahre 2000 wurde die Sparte B. Braun Biotech International (BBI) aus Melsungen von der B. Braun Melsungen AG übernommen. BBI stellte bis dahin den weltweit führenden Hersteller von Fermentern (Bioreaktor) und Zellkultursystemen. B. Braun begründete den Verkauf damit, dass die Sparte nicht mit der Gesamtheit der anderen Sparten zusammenpasse. Daraus hervorgegangen ist die Sartorius Stedim Systems GmbH (früher Sartorius BBI Systems GmbH) als Tochterunternehmen der Sartorius Stedim Biotech GmbH. Die Biotechnologiesparte gilt heute als einer der lukrativsten Zweige des Sartoriuskonzerns.

2011 erwarb Sartorius das Liquid-Handling-Geschäft des finnischen Laborspezialisten Biohit. Damit erweiterte der Konzern sein Produktportfolio im Bereich Laborinstrumente.

Neuste Entwicklung[Bearbeiten]

2012 weihte Sartorius ein neues Membrangebäude am Stammsitz Göttingen ein.[5] Außerdem erweiterte Sartorius sein Filterwerk in Yauco, Puerto Rico und fertigt künftig neben Filtern auch Einweg-Bags für den nordamerikanischen Pharmamarkt.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sartorius AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2012 (PDF; 3,6 MB)
  2. Pressemitteilung: Sartorius wird in den TecDAX aufgenommen
  3. Sartorius AG ordnet Vorstand neu 24. Juli 2009
  4. Sartorius Homepage 18. September 2013
  5. Pressemitteilung: Sartorius weiht neues Membrangebäude ein
  6. Pressemitteilung: Sartorius weiht neue Filter- und Bag-Produktion in Puerto Rico ein