Sasbach
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Ortenaukreis | |
| Höhe: | 147 m ü. NN | |
| Fläche: | 16,74 km² | |
| Einwohner: |
5481 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 327 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 77880 | |
| Vorwahl: | 07841 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OG | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 17 116 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Kirchplatz 4 77880 Sasbach |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Wolfgang Reinholz | |
| Lage der Gemeinde Sasbach im Ortenaukreis | ||
Sasbach ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Sasbach liegt in der Ortenau, am Rand der Oberrheinischen Tiefebene und am Westrand des Schwarzwalds, zwischen Achern (2 km südwestlich) und Bühl (etwa 8 km nordwestlich). Obersasbach liegt östlich von Sasbach.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Die Gemeinde grenzt im Norden an Ottersweier im Landkreis Rastatt, im Osten an Lauf, im Süden an Sasbachwalden und im Westen an die Stadt Achern.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Zur Gemeinde Sasbach mit der früher selbstständigen Gemeinde Obersasbach gehören 13 Dörfer, Weiler, Zinken und Höfe. Zur ehemaligen Gemeinde Obersasbach gehören das Dorf Obersasbach, die Weiler Blumberg und Hundsbosch, die Zinken Erlenbad mit Kloster und Sanatorium Marienheim, Illenbach, Vogelsberg und Winterbach und die Höfe Kammersbrunn und Klepperhöfe. Zur Gemeinde Sasbach in den Grenzen von 1972 gehören das Dorf Sasbach und die Orte Lindenhof(haus), Siedlung und Unterstmatt. Im Gemeindeteil Sasbach liegen die abgegangenen Ortschaften Rothenhausen und Überslag.[2]
Geschichte [Bearbeiten]
Historische Schreibweisen des Ortsnamens: Sahspach, Sachspach, Saspach, Saßsbach, Sahenspach usw.
Um 750 muss die Siedlung Sasbach, an der ehemaligen Römerstraße (Furt durch den Bach Sasbach beim heutigen Gasthaus Ochsen), die das Lager Straßburg mit dem Badeort Baden (-Baden) verband, bestanden haben, denn 776 stirbt der Straßburger Bischof Heddo, der das Kirchspiel Sasbach am Ort einer der drei großen Markgenossenschaften der Ortenau, im Bereich der Diözese Straßburg, gegründet hat.
Sasbach gehört somit zu den früh besiedelten Orten königlich-fränkischen Ursprungs, ist Königsgut und Sitz der Mutterkirche eines großen Sprengels. In das 8. Jahrhundert weist zeitlich ebenfalls das Patrozinium der hl. Brigida, auch auf einen früheren Einfluss des Klosters Honau, das bis ins Jahr 1348 Rechte (Zinsgefälle) in Sasbach behält.
1070 gelangen die Ullenburg und Ländereien im vorderen Renchtal und in der weiteren Ortenau, darunter Sasbach, durch Schenkung in das Eigentum des Bischofs von Straßburg.
1136 erscheinen „ecclesia“ und Zugehörungen in Sasbach im Besitz des Klosters Schuttern. Zu folgern ist, dass das Kloster Schuttern im Mittelalter Patronatsherr der Sasbacher Kirche war.
1316 wird der Straßburger Bischof auch weltlicher Landesherr im Rench-, Acher- und Sasbachtal, der Bischof hat damit auch die hohe Gerichtsbarkeit inne. In Sasbach ist der Bischof somit Grundeigentümer, geistlicher Herr und weltlicher Landesherr.
Von 1392 an wird die Pfarrei Sasbach von Mönchen des Klosters Schuttern versorgt.
Durch die Schlacht bei Sasbach am 27. Juli 1675 gelangt Sasbach in die Geschichtsbücher. Im Holländischen Krieg (1672–1679) treffen in und um Sasbach Truppen Ludwigs XIV. unter Marschall Turenne und kaiserliche Truppen unter dem Feldherrn Raimondo Montecuccoli zusammen. Dabei wurde der Ort niedergebrannt. Nur drei Häuser sollen stehen geblieben sein. Marschall Turenne wurde dabei noch vor Beginn der eigentlichen Schlacht durch eine Geschützkugel tödlich getroffen. An diese Begebenheit erinnert heute ein Gedenkstein von 1675 („Hier ist Turenius vertötet worden“), ein Obelisk und ein kleines Museum (Turenne-Museum).
1781 erhält Sasbach Marktrecht durch den Landesherrn, den Fürstbischof von Straßburg; ein Jahr später wird ein zweiter Markttag gewährt und auf den Katharinentag (25. November) gelegt. Dieser „Katharinenmarkt“ wird heute noch abgehalten.
Die Gemeinde, die Teil des Hochstifts Straßburg war, fiel in der napoleonischen Zeit an das Großherzogtum Baden. Dort gehörte der Ort lange zum Landkreis Bühl. Als dieser 1973 aufgelöst wurde, fiel Sasbach an den Ortenaukreis.
1875 gründet Pfarrer Prälat Franz Xaver Lender die „Lendersche Lehranstalt“, die heute noch als Heimschule Lender mit mehreren gymnasialen Zweigen besteht.
Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Obersasbach eingemeindet.
Religion [Bearbeiten]
In Obersasbach befindet sich das Mutterhaus der Franziskanerinnen von Erlenbad.
Politik [Bearbeiten]
Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Achern an.
Gemeinderat [Bearbeiten]
Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:[3]
| CDU | 59,67 % | 11 Sitze |
| Sasbacher Bürgerliste (SBL) und Freie Wähler | 40,33 % | 7 Sitze |
Bürgermeister [Bearbeiten]
Am 27. September 2009 fanden parallel mit den Bundestagswahlen auch die Bürgermeisterwahlen statt. Wolfgang Reinholz wurde mit 55,4 % für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.[4]
Partnergemeinden [Bearbeiten]
Sasbach unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu
- Mapello in der Lombardei (Italien) und
- Marmoutier im Elsass (Frankreich).
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
- Das Toni-Merz-Museum (in Obersasbach) präsentiert die Werke des Malers Toni Merz.
- Der Kühnerhof, ein einzigartiges Wohngehöft mit einer Sägemühle und einer Getreidemühle ist mit seiner gesamten Ausstattung erhalten geblieben.
- Das Turenne-Museum erinnert an den französischen Marschall Turenne, der 1675 in der Schlacht bei Sasbach fiel.
Sport [Bearbeiten]
Die Tour de France hatte 2005 in Sasbach eine Sprintwertung.
Im Fußball wird die Gemeinde zum einen vom SV Sasbach vertreten, der momentan (2008/09) in der Bezirksliga Baden-Baden spielt und zum anderen vom SV Obersasbach, der in der Kreisliga B aktiv ist.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Die Gemeinde ist durch Buslinien mit Achern, Bühl (Baden) und Lauf (Baden) verbunden und gehört dem Tarifverbund Ortenau (TGO) an.
Anschluss an das Eisenbahnnetz besteht am Bahnhof Achern an der Rheintalbahn und Achertalbahn, ICE-Züge können in Offenburg oder Baden-Baden erreicht werden.
Ein Anschluss an die Autobahn A 5 (Basel – Frankfurt am Main) besteht an der Anschlussstelle Achern (53).
Die nächsten Flughäfen sind der Flughafen Straßburg (50 km) und der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (25 km).
Bildung [Bearbeiten]
In Sasbach gibt es die Sophie-von-Harder-Schule, eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule sowie eine Grundschule in Obersasbach.
Ebenfalls im Ort befindet sich eine Montessori-Schule, die Heimschule Lender, ein katholisches Gymnasium und ein Berufliches Gymnasium mit wirtschaftlichen und sozialpädagogischen Zweig sowie das Erzbischöfliche Seminar St. Pirmin, eine Einrichtung des Zweiten Bildungswegs unter Trägerschaft des Erzbistums Freiburg.
Daneben gibt es drei Kindergärten: der Kindergarten Waldfeld und das Kinderhaus Obersasbach stehen in kommunaler Trägerschaft, das Kinderhaus St. Elisabeth ist eine katholische Einrichtung.
Justiz [Bearbeiten]
Sasbach gehört zum Bezirk des Amtsgerichts Achern.
Bekannte Personen [Bearbeiten]
- Am 2. Mai 1969 starb der ehemalige Reichskanzler und einer der Hauptangeklagten im Nürnberger Prozess, Franz von Papen, in Obersasbach.
- Am 27. Juni 1980 starb Walter Robert Dornberger, Chef von Wernher von Braun in Peenemünde, später Vorstand bei der Bell Aircraft Corporation, in Obersasbach.
- Hans Filbinger (1913–2007), ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg, verbrachte die Jahre des Ersten Weltkriegs und spätere Ferienzeiten auf dem Hof seiner Großeltern von Mutterseite in Sasbach und bezeichnete diesen Ort als seine eigentliche Heimat. Die Gemeinde verlieh ihm 1968 die Ehrenbürgerwürde.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 300–302
- ↑ Ergebnis der Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009
- ↑ Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 27. September 2009
Weblinks [Bearbeiten]
- Homepage der Gemeinde
- Turennedenkmal und Museum in Sasbach
- Naturschutzgebiet Hornisgrinde-Biberkessel
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