Sascha Hommer

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Sascha Hommer (* 1979) ist ein deutscher Comiczeichner. Er arbeitet auch unter dem Pseudonym Pascal D. Bohr. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

Biografie[Bearbeiten]

Sascha Hommer wurde 1979 im Schwarzwald geboren und wuchs dort auf. Durch das Lesen von Asterix wurde er inspiriert, selbst Comics zu zeichnen. Ab 2001 studierte er an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, unter anderem bei Anke Feuchtenberger, brach das Studium jedoch später ab. Während des Studiums gründete er 2003 gemeinsam mit Arne Bellstorf die Comic-Anthologie Orang, die seitdem erscheint. Seit 2004 leitet er gemeinsam mit Bellstorf den selbst gegründeten Verlag Kikipost.

Für verschiedene Anthologien zeichnete er kurze Werke, unter anderem für Klassenfahrt (2005, Reprodukt), Flitter (Avant Verlag) und Panik Elektro (Schwarzer Turm) sowie zahlreiche Comics für Orang. Im Januar 2006 und im Juni 2008 fungierte er als Herausgeber für Ausgaben des alternativen Comicmagazins STRAPAZIN. Der Schwerpunkt dieser Ausgabe lag in Comiczeichnern aus Hamburg.

Im April 2006 ist beim Berliner Verlag Reprodukt sein erstes Buch veröffentlicht worden. Die als Insekt betitelte, 128 Seiten umfassende Comicerzählung spielt in einer Stadt, die von einem eigenartigen Nebel gezeichnet ist. Außerhalb der Stadt ist kein Nebel; dort leben die in der Stadt einen schlechten Ruf habenden „Insekten“. Der Junge Pascal lebt gemeinsam mit seinen Eltern in der Stadt und wegen des Nebels bleibt unerkannt, dass er ein Insekt ist. Als sein Anderssein zum Vorschein kommt, wird er von seinen Mitschülern tyrannisiert, sodass er schließlich zu Verwandten außerhalb der Stadt zieht. Insekt wurde von Kritikern überaus positiv aufgenommen und erschien auch in Spanien, Frankreich und Polen.

Gemeinsam mit Jan-Frederik Bandel veröffentlicht Sascha Hommer einen täglichen Strip mit dem Titel Im Museum in der Frankfurter Rundschau. Außerdem ist die Veröffentlichung des autobiografischen Comics Vier Augen bei Reprodukt geplant.

Sein Werk wurde in Hamburg und Luzern ausgestellt.

Stil[Bearbeiten]

Hommers meist in schwarzweißen Bildern gehaltener Zeichenstil ist klar und wenig detailreich. Dialoge und Texte sind reduziert[1]; die meisten Panels kommen ganz ohne Text aus. Die Figuren sind unschuldig gezeichnet[1], mit überproportional gestalteten Köpfen. Im Tagesspiegel verglich Lars von Törne Hommers Stil mit Chris Ware, Chester Brown und Arne Bellstorf. Er meinte auch: „Der Stil wirkt auf den ersten Blick niedlich und cartoonhaft, das macht die schonungslose Geschichte umso bewegender.“[2]

Wiederkehrende Thema in seinen Werken sind Gewalt unter Jugendlichen und Ausgrenzung. Er meinte dazu in einem Interview mit der Welt: „Loser sind immer interessant; man liest eben gern, dass es anderen schlecht geht. Das war schon bei Charlie Brown so.“[3] Seine Comics sind mit sozialkritischen Motiven und der Veröffentlichung bei Independent-Verlagen abseits des Mainstreams einzuordnen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Insekt, 2006.
  • Das neue Heim, 2006.
  • Telefon, 2006.
  • Im Museum: Die Treppe zum Himmel (zusammen mit Jan-Frederik Bandel), 2008.
  • Vier Augen. 2009[4]
  • Im Museum: Archive des Zerfalls (zusammen mit Jan-Frederik Bandel), 2010.
  • mit Kalle Hakola, übersetzt von Elina Kritzokat: Comic Atlas Finnland, Reprodukt Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-943143-83-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Markus Köbnik: Ein Comic mit Nachhall: Insekt. Bayerischer Rundfunk, 10. Mai 2006, archiviert vom Original am 5. März 2008, abgerufen am 26. Januar 2014.
  2. Lars von Törne: Drei Farben: Grau. Der Tagesspiegel, 24. September 2006, abgerufen am 26. Januar 2014.
  3. Portrait bei Welt Online
  4. Rezension auf der ComicRadioShow