Sascha Juritz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grabstätte des Künstlers im Altstadtfriedhof Aschaffenburg

Sascha Juritz (* 1939 in Rietschen, (Oberlausitz); † 30. Juni 2003 in Frankfurt am Main) war ein Zeichner, Maler, Graphiker, Bildhauer, Steindrucker und Verleger.

Leben[Bearbeiten]

Sascha Juritz wurde 1939 in Rietschen, Oberlausitz, geboren. Er besuchte eine sorbische Oberschule in Cottbus. Schon damals entwarf er viele Zeichnungen zu sorbischen Volksmärchen. 1956 floh er mit seiner Mutter nach Westberlin, von dort in den Westen. Nun begann eine unstete Wanderschaft, die Juritz über Frankreich und Spanien bis nach Afrika führte, immer per Rennrad. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Zeichnungen. Im Jahre 1957 begann er ein Studium an der Werkkunstschule, heute Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main in "Freie Graphic", das er mit "cum laude" abschloss. Anschließend ging er zu weiteren Studien nach Paris und Florenz. Dort entstanden Zeichnungen und Lithographien wie "Théâtre Sarah Bernhard" - Im Ballettsaal, im Pariser Friedhof "Père Lachaise", und dem "Théâtre Eugène Ionesco², bis er 1962 einen Lehrauftrag für "zeichnerische Naturstudien" in Offenbach am Main annahm, den er bis 1967 erfüllte.

Ins Jahr 1967 fällt die Heirat mit seiner ersten Frau Hanne und der Beginn des Aufbaus eines Ateliers in Dreieichenhain. In den späten 60er Jahren begann Sascha Juritz seine Zusammenarbeit mit Schriftstellern und Lyrikern, z.B. mit Martin Walser, Peter Rühmkorf und Peter Härtling, Hilde Domin, Stephan Hermlin, Siegfried Lenz, Thaddäus Troll, Urs Widmer u.a. (s. Werke) deren Texte er mit Lithografien und Radierungen illustrierte. Außerdem war er Mitglied der Eremitenpresse. Es folgten Ausstellungen (Bilder, Zeichnungen, Skulpturen) in London, Amsterdam, Mastricht, Utrecht, Köln, Hannover und Luzern.

Viele seiner Kunstbücher, die er in seinem 1972 gegründeten Verlag »pawel pan presse«, einem Verlag für zeitgenössische Literatur und Originalgrafik, herausgab, wurden mit Preisen ausgezeichnet, aber auch Sascha Juritz selbst. 1984 erhielt er den Internationalen Senefelder-Preis für Lithografie. Auch als Bildhauer betätigte sich Sascha Juritz. Henry Moore hatte ihn zu einem Wettbewerb für junge Bildhauer in die Marmorbrüchen von Carrara und Forte dei Marmi eingeladen. Juritz gewann mit seiner Arbeit die Goldmedaille.

1975 kehrte er nochmals an die Hochschule nach Offenbach zurück und übernahm dort weitere Lehraufträge. Die Zusammenarbeit mit "Eremiten-Presse" wurde intensiviert, es kam "Pfaffenweiler Presse" hinzu, Buchgraphiken zu Büchern von Heinrich Böll, Berthold Brecht, Jean Paul sowie zu einer Auswahl eigener Texte. Es folgten Ausstellungen in Haupt- und Großstädten Europas und in New York.

Er lernte die Goldschmiedin und Metallbildnerin Doris Lün kennen und kam nach Aschaffenburg. Sie heirateten und lebten später auf einer Hofreite bei Büdingen und auf "Le Parcou" in der Bretagne.[1][1] Sascha Juritz starb am 30. Juni 2003 in Büdingen, auf seinem Anwesen, an den Folgen eines Unfalls. Er wurde im Altstadtfriedhof in Aschaffenburg beigesetzt.

Seine Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, im "Museum van het Boek" – Museum Meermanno-Westreenianum Den Haag, Klingspor-Museum Offenbach, Buchmuseum London, Gutenberg-Museum Mainz, Mathildenhöhe Darmstadt und in den Sammlungen in Leipzig, Krakau, St. Petersburg, in Montreal, Vancouver und Austin (Texas) Galerie498 Sulzbach an der Murr.

Werke[Bearbeiten]

  • Hanne F. Juritz: Nach der ersten Halbzeit. Gedichte mit Originalgraphiken von Sascha Juritz. Vorwort von Wolfgang Weyrauch. Eremiten Presse, 1975, ISBN 3-87365-049-5.
  • Hanne F. Juritz: Spuren von Arsen zwischen den Bissen. Gedichte mit Originalgraphiken von Sascha Juritz. Pfaffenweiler Presse, 1976.
  • Wolfgang Weyrauch, Lieber T., Offsetlithographien von Sascha Juritz. Verlag Eremiten-Presse, Düsseldorf, 1976, ISBN 3-87365-101-7.
  • Wolfgang Weyrauch: Gedichte. mit Originalgraphiken von Sascha Juritz. Pawel Pan Presse, Dreieich 1977.
  • Volker Braun, Der Stoff zum Leben. mit Graphiken Sascha Juritz. Pfaffenweiler Presse, Pfaffenweiler 1977, ISBN 3-921365-17-1.
  • Wolfgang Weyrauch: Hans Dumm. 111 Geschichten. Illustrationen von Sascha Juritz. BG Gutenberg, 1978, ISBN 3-7632-2329-0.
  • Werner Söllner: Das Land, das Leben. Gedichte mit Originalgraphiken von Sascha Juritz. pawel pan presse, 1984, ISBN 3-921858-05-0 (formal falsche ISBN).
  • Wilhelm König: Neue Heimatlieder. mit Originalgrafiken von Sascha Juritz. Blaschke, Darmstadt 1976, ISBN 3-87561-435-6.
  • Roderich Feldes: Vom Unwesen einiger Wesen. mit Originalgraphiken von Sascha Juritz. 1983, ISBN 3-921454-16-6.
  • Irmes Ebert: Wie das hald so ist 'mundartliches. Zeichnungen von Sascha Juritz. Pawel Pan Presse, 1988.
  • Sascha Juritz, Michel Cevey (Hrsg.): Liebesgedichte. Lyrik von Schriftstellern und Zeitgenössischen Originalgraphiken. Pawel Pan Presse, Dreieich um 1989.
  • Friedrich Herbolzheimer: Spiegel des Lebens: Im Wunderlicht der Dichtung. Lyrik Band 1, mit Originalgraphiken von Sascha Juritz. Temenos, Aschaffenburg 1990, ISBN 3-9802503-0-X.
  • Georg Friedrich Herbolzheimer: Temenos der Liebe: Lyrik,. Illustration Sascha Juritz. Temenos-Verlag, Aschaffenburg 1991, ISBN 3-9802503-1-8.
  • Mircea Dinescu: Ich bin der Besitzer der Brücken. Aus dem Rumänischen von Werner Söllner, mit Originalgrafiken von Sascha Juritz. Verlag Dieter Strametz, Eichborn.
  • Karlhans Frank: Dorfelder Elegien, Gedichte. mit Originalgrafiken von Sascha Jurtiz.
  • Hermann Ungar: Knaben und Mörder. mit 2 Original-Aquatintaradierungen und 16 Zeichnungen von Sascha Juritz, Buchgestaltung von Horst Schuster. (Die Graphischen Bücher. Erstlingswerke deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts, Band 14). 2000, ISBN 3-932545-50-8.
  • Thomas Wolfe: Es führt kein Weg zurück. mit Zeichnungen von Sascha Juritz. Main-Echo, Kirsch & Co, Aschaffenburg 2000.
  • Roy Eales, Sascha Juritz: Vath Wichtigste ist whatyou machen - Ar pep pouezusan eo ar pezh ein vez graet ganeomp - Ce qui comte le plus c'est ce qu'on fait - War Wirklich zählt ist was du bist. Pawel Pan Presse, 2004.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • Galerie498 Sulzbach an der Murr: 1970, 1975 und 1979 mit Hanne F. Juritz und Tadäus Troll, 2002 mit Lün Wolpert-Juritz, 2008 mit Susan und Roy Eals
  • Galerie Maria Kreuzer Amorbach "der Künstler Sascha Juritz und Doris Lün Juritz" vom 29. Oktober bis 17. Dezember 2006.

anlässlich seines 10. Todestages[Bearbeiten]

  • Galerie 498 Sulzbach an der Murr, "Sascha Juritz - Graphiken, Poster, Bücher" vom 28. Dezember 2012 - 29. März 2013.
  • Kunsthaus Webergasse 3 Aschaffenburg, "Sascha Juritz - Zeichnungen & Bilder, eine Retrospektive" vom 28. Juni - 14. Juli 2013

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Doris Lün Juritz über Sascha Juritz