Sascha Krolzig

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Sascha Krolzig (* 8. Juni 1987) aus Hamm ist ein Neonazi und Aktivist der Freien Kameradschaftsszene in Nordrhein-Westfalen, der bundesweit als Anmelder und Redner bei rechtsextremen Kundgebungen auftritt.

Sascha Krolzig als Redner auf einer Neonazi-Kundgebung am 19. November 2005 in Köln

[Bearbeiten] Politische Aktivitäten

Sascha Krolzig ist führendes Mitglied der „Kameradschaft Hamm“ (KS Hamm), einer der aktivsten neonazistischen „Freien Kameradschaften“ in Nordrhein-Westfalen. Für Flugblätter der KS Hamm zeichnete er als presserechtlich Verantwortlicher.

Seit 2004 trat Krolzig häufig als Anmelder und Redner von Neonazi-Kundgebungen auf, erstmals am 21. Januar 2004 in Hamm. Bei den zahlreichen folgenden Demonstrationen erschien er unter anderem mit Lutz Giesen, Siegfried Borchardt, Alexander Hohensee, Axel Reitz und Christian Worch.

Dem Kampfbund Deutscher Sozialisten (KDS) ist er im Januar 2007 offiziell beigetreten.

Krolzig wurde auffällig durch Umgehungen von Demonstrationsauflagen und zweideutig formulierten Passagen, mit denen er Bezug auf die Reichspogromnacht nahm. Eine spätere Formulierung Alles für Deutschland führte zu einer Verurteilung.

[Bearbeiten] Strafprozess

Krolzig musste sich vor Gericht verantworten, da er sich in einer am 14. März 2005 in Dortmund gehaltenen Rede u. a. mit dem Ausdruck „Alles für Deutschland“ an eine Losung der SA anlehnte. Am 29. Juni 2005 wurde er vom Amtsgericht in Hamm wegen Verstoß gegen § 86a StGB, dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, zu einer sechsmonatigen Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt. Gegen das Urteil wurde Revision beim Oberlandesgericht in Hamm eingelegt, diese jedoch im Februar 2006 verworfen. Gegen die Entscheidungen des Amtsgerichtes und des Oberlandesgerichtes hatten er und sein Anwalt Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Am 24. Mai 2006 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung zugelassen wird. Das Urteil und die danach anlaufende „mediale Verwertung“ durch Krolzig in der rechtsextremen Szene bescherte ihm bundesweite Beachtung. Sein Stellenwert innerhalb der rechtsextremen Gruppierungen zeigte sich anhand einer Neonazi-Demonstration am 22. Juli 2006 in Hamm, die seine Inhaftierung Mitte Juni 2006 zum Anlass einer Kundgebung mit dem Thema „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ nahm.

[Bearbeiten] Sonstiges

Seit Oktober 2009 studiert Krolzig an der Universität Bielefeld Rechtswissenschaften.

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