Saschid Chalilrachimowitsch Saschidow

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Saschid Chalilrachimowitsch Saschidow (russisch Сажид Халилрахимович Сажидов; * 6. Februar 1980 in Gigatli, Dagestan) ist ein russischer Ringer dagestanischer Herkunft. Er war 2003 und 2006 Weltmeister und gewann 2004 eine Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen jeweils im freien Stil im Mittelgewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Saschid Saschidow begann als Jugendlicher mit dem Ringen. Er gehörte zunächst dem Armeesportclub CSKA Machatschkala und danach dem Armeesportclub CSKA Moskau an. Daneben ist er Sportstudent. Seine Armeezugehörigkeit dient lediglich zur sozialen Absicherung. Eigentlich ist er Ringer von Beruf. Seine Trainer waren bzw. sind Dalgat Abdulbasirow, Mairbek Jusupow u. Said Murtasalijew. Er konzentriert sich ganz auf den freien Stil. Bereits als Junior feierte er große Erfolge, denn zwischen 1995 und 2000 wurde er in den einzelnen Kategorien der Junioren dreimal Weltmeister und einmal Europameister.

Im Seniorenbereich gewann er gleich bei seinem ersten Start bei der Europameisterschaft 2001 in Budapest den Europameistertitel im Mittelgewicht. Im Finale bezwang er dabei den Georgier David Bichinaschwili, der damals noch für die Ukraine an den Start ging, zwischenzeitlich aber deutscher Staatsbürger ist und für Deutschland startet. Der Punktsieg von Saschid Saschidow über Bichinaschwili war dabei mit 4:3 sehr knapp.

2002 gewann Saschid Saschidow beim renommierten "Iwan-Yarigin"-Turnier in Krasnojarsk im Mittelgewicht vor Chadschimurad Gazalow, Chadschimurad Magomedow und Schamil Gitinow, alle aus Russland und Lee Fullhart aus den Vereinigten Staaten. Er kam in diesem Jahr aber nur bei der Europameisterschaft in Baku zum Einsatz, wo er erneut den Titel gewann. In den entscheidenden Kämpfen besiegte er dabei Andre Backhaus aus Deutschland, Magomed Ibragimow aus Mazedonien und Beibulat Musajew aus Weißrussland.

Im Jahre 2003 vertrat er Russland bei der Weltmeisterschaft in New York City im Mittelgewicht. Er siegte dort über Arkadi Tschopa aus Bulgarien, Bujandelgeriin Batbajar aus der Mongolei, Moon Eui-Jae aus Südkorea, Yoel Romero Palacio aus Kuba und Sergei Borchanka aus der Ukraine. Im Finale traf er auf den US-amerikanischen Lokalmatador Cael Sanderson, einen sperrigen, sehr schwer zu ringenden Athleten, den er knapp mit 4:3 techn. Punkten besiegen konnte. Er wurde damit zum ersten Mal in seiner Laufbahn Weltmeister bei den Senioren.

Beim "Iwan-Yarigin"-Turnier 2004 siegte er vor den Weltklasseathleten Cael Sanderson, Wadim Lalijew aus Russland, Magomed Kurugliew aus Kasachstan und Adam Saitijew aus Russland und qualifizierte sich damit für die Mannschaft Russlands bei den Olympischen Spielen in Athen. In Athen traf er nach drei leichten Siegen in den ersten Runden im Halbfinale auf den Südkoreaner Moon Eui-Jae, den er bei der Weltmeisterschaft 2003 noch klar beherrscht hatte. In Athen drehte Moon aber den Spieß um und schlug Saschid Saschidow klar nach Punkten (10:2 techn. Punkte). Dieser hatte damit keine Chance mehr um die Goldmedaille kämpfen zu können, gewann aber den Kampf um die Bronzemedaille gegen Yoel Romero Palacio aus Kuba. Olympiasieger wurde Cael Sanderson, der Moon Eui-Jae besiegte.

Im Jahre 2005 wurde Saschid Saschidow bei der russischen Meisterschaft im Mittelgewicht im Endkampf von Schirwani Muradow geschlagen. Er wurde aber trotzdem bei der Weltmeisterschaft in Budapest eingesetzt, wo er aber aus russischer Sicht enttäuschte, denn er verlor gegen Rewas Mindoraschwili aus Georgien nach Punkten und musste sich im Kampf um die Bronzemedaille auch dem Kasachen Magomed Kurugliew beugen.

Dafür triumphierte er im Jahre 2006 zum zweiten Mal bei der Weltmeisterschaft in Guangzhou/China. Er gewann dort mit fünf Siegen und schlug im Halbfinale Taras Danko aus der Ukraine und im Endkampf Rewas Mindoraschwili.

Im Jahre 2007 wurde Saschid Saschidow bei der russischen Meisterschaft im Mittelgewicht im Finale von Georgi Ketojew knapp nach Punkten geschlagen, wobei dieses Ergebnis sehr umstritten war und zu Tumulten auf der Matte führte. Im Halbfinale dieser Meisterschaft hatte er Adam Saitijew ebenso knapp, wie er gegen Ketojew verlor, geschlagen. Das gleiche Resultat erbrachte auch das "Iwan-Yarigin"-Turnier 2008 in Krasnojarsk, wo wiederum Georgi Ketojew vor Saschid Saschidow, Adam Saitijew und Soslan Kzojew siegte. Für Saschid Saschidow bedeuteten diese Ergebnisse, dass er zu keinem Einsatz bei den Olympischen Spielen in Peking, bei der Weltmeisterschaft 2007 und den Europameisterschaften 2007 und 2008 kam.

Sein letzter internationaler Erfolg war deshalb der Gewinn des WM-Titels bei der Militär-Weltmeisterschaft 2007 in Hyderabad vor Radoslaw Horbik aus Polen.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
1995 1. Junioren-WM (Cadets) bis 76 kg KG vor Taimuraz Lobschanidse, Georgien u. Andrei Denisow, Ukraine
1998 1. Junioren-WM (Juniors) bis 83 kg KG vor Mark Anthony Munoz Kenetry, USA, Massoud Dehestani Klager, Iran u. Taras Danko, Ukraine
2000 4. Welt Cup in Fairfax Mittel hinter Yoel Romero Palacio, Kuba, Leslie Gutches, USA u. Mehdi Saradjilov, Iran
2000 1. Junioren-EM in Sofia Mittel vor Arkadi Tschopa, Bulgarien, Maxim Kerschkowski, Ukraine, Mateusz Gucman, Polen u. Serhat Balci, Türkei
2000 1. Junioren-WM in Nantes Mittel vor Shahab Ghorbani, Iran, Taras Danko, Zarkoc Kocev, Jugoslawien u. Arkadi Tschopa
2001 1. EM in Budapest Mittel mit Siegen über Tamas Kiss, Ungarn, Gavril Tulba, Moldawien, Mahmed Agajew, Armenien, Beibulat Musajew, Weißrussland u. David Bichinaschwili, Ukraine
2002 1. "Iwan-Yarigin"-Turnier in Krasnojarsk Mittel vor Chadschimurad Gazalow, Chadschimurad Magomedow, Schamil Gitinow, alle Russland u. Lee Fullhart, USA
2002 1. "Dave-Schultz"-Memorial in Colorado Springs Mittel vor Lee Fullhart, Charles Burton u. Brandon Eggum, alle USA
2002 1. EM in Baku Mittel mit Siegen über Eldar Assanow, Ukraine, Egidius Vielavicius, Lettland, Andre Backhaus, Deutschland, Magomed Ibragimow, Mazedonien u. Beibulat Musajew
2003 1. WM in New York City Mittel mit Siegen über Arkadi Tschopa, Bujandelgeriin Batbajar, Mongolei, Moon Eui-jae, Südkorea, Yoel Romero Palacio, Sergei Borchanka, Ukraine u. Cael Sanderson, USA
2004 1. "Iwan-Yarigin"Turnier in Krasnojarsk Mittel vor Cael Sanderson, Wadim Lalijew, Russland, Magomed Kurugliew, Kasachstan u. Adam Saitijew, Russland
2004 Bronze OS in Athen Mittel mit Siegen über Matar Sene, Senegal, Nicolae Ghiţă, Rumänien u. Schamil Aliew, Tadschikistan, einer Niederlage gegen Moon Eui-jae, Südkorea u. einem Sieg über Yoel Romero Palacio
2005 1. "Alexander-Medwed"-Turnier in Minsk Mittel vor Magomed Kurugliew, Gennadi Lalijew, Kasachstan u. Mucha, Ukraine
2005 1. "Ali-Aliew"-Turnier in Machatschkala Mittel vor Yoel Romero Palacio u. Wadim Lalijew
2005 5. WM in Budapest Mittel mit Siegen über David Bichinaschwili, Deutschland, Feridon Ghanbaripisar, Iran u. Muhammed Lawal, USA u. Niederlagen gegen Rewas Mindoraschwili, Georgien u. Magomed Kurugliew
2006 1. WM in Guangzhou/China Mittel mit Siegen über Travis Cross, Kanada, Reza Yazdani, Iran, Radoslaw Horbik, Polen, Taras Danko, Ukraine u. Rewas Mindoraschwili
2007 1. CISM-Militär-WM in Hyderabad Mittel vor Radoslaw Horbik, Lee Du-Soo, Südkorea u. Abdul Ammajew, Usbekistan
2008 2. "Iwan-Yarigin"-Turnier in Krasnojarsk Mittel hinter Georgi Ketojew, vor Adam Saitijew u. Soslan Kzojew, alle Russland

Anm.: alle Wettbewerbe im freien Stil, OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, Mittelgewicht, bis 2001 bis 85 kg, ab 2002 bis 84 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten]

  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig,
  • Fachzeitschrift Der Ringer,
  • Webseiten des US-amerikanischen, des russischen und des iranischen Ringerverbandes

Weblinks[Bearbeiten]