Sassenberg

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Sassenberg in Westfalen. Weitere Bedeutungen siehe unter Sassenberg (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sassenberg
Sassenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sassenberg hervorgehoben
51.9897222222228.040833333333360Koordinaten: 51° 59′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Warendorf
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 78,08 km²
Einwohner: 13.943 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 179 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48336
Vorwahlen: 02583 (Sassenberg)
05426 (Füchtorf)
02588 (Dackmar)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WAF, BE
Gemeindeschlüssel: 05 5 70 036
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schürenstraße 17
48336 Sassenberg
Webpräsenz: www.sassenberg.de
Bürgermeister: Josef Uphoff (CDU)
Lage der Stadt Sassenberg im Kreis Warendorf
Niedersachsen Bielefeld Hamm Kreis Coesfeld Kreis Gütersloh Kreis Soest Kreis Steinfurt Kreis Unna Münster (Westfalen) Ahlen Beckum Beelen Drensteinfurt Ennigerloh Everswinkel Oelde Ostbevern Sassenberg Sendenhorst Telgte Wadersloh WarendorfKarte
Über dieses Bild

Sassenberg (plattdeutsch Sassenbiärg) ist eine kreisangehörige Stadt im Nordosten des Kreises Warendorf im Münsterland.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Sassenberg liegt 6 km nordöstlich der Kreisstadt Warendorf an der Hessel. Hier schneiden sich die Bundesstraßen 475, 476 und 513. In ihrer jetzigen Ausdehnung besteht sie seit der kommunalen Neugliederung im Jahre 1969. Sie wurde gebildet aus der Stadt Sassenberg, der früheren Gemeinde Füchtorf und den größten Teilen der Gemeinden Dackmar und Gröblingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die alte Titularstadt Sassenberg war in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts Residenzstadt der Fürstbischöfe von Münster, bevor sie 1803 Bestandteil des Königreichs Preußen wurde.

Im Zuge der beginnenden Industrialisierung wurde durch die Gründung einer Kammgarnspinnerei und Färberei im Jahre 1858 ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung eingeleitet.

In der jüngeren Vergangenheit führte die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe zu weiterer wirtschaftlicher Entwicklung. Mit der Verbesserung der infrastrukturellen Voraussetzungen verfolgt die Stadt auch weiterhin das Ziel der Ansiedelung neuer Gewerbebetriebe.

Am 1. Juli 1969 wurden die Gemeinden Dackmar, Füchtorf und Gröblingen eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 30. August 2009 wie folgt zusammen:

Partei/Liste CDU FWG SPD GRÜNE FDP Gesamt
Sitze 11 8 3 2 2 26

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Gemeindepartnerschaften:[3]
Wappen von Löcknitz Löcknitz in Mecklenburg-Vorpommern, seit 1991
Plöwen in Mecklenburg-Vorpommern, seit 1991

Partnergemeinden von Sassenberg sind Löcknitz und Plöwen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Freundschaftsvertrag mit den Gemeinden des Amtes Löcknitz wurde feierlich am 5. Oktober 1991 unterzeichnet. Die jeweiligen Vereine, sonstigen Einrichtungen und Institutionen aber auch private Beziehungen haben durch vielfältige Aktivitäten zum Ausbau und zur Vertiefung dieser Städtefreundschaft beigetragen.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde der alten Gemeinde am 16. Januar 1939 verliehen und am 16. Dezember 1969 zur Weiterführung genehmigt.

Es zeigt in Rot drei aufgerichtete goldene Kurzschwerter über einem goldenen Dreiberg im Schildfuß. Die Kurzschwerter (Sassen = Sax und) der Dreiberg sind als redende Symbole für den Ortsnamen (Sachsenberg) in das Wappen aufgenommen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St.Johannes Evangelist
  • Pfarrkirche St. Johannes Evangelist. Die Kirche wurde von 1678 unter Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen erbaut. Es handelt sich um eine einfache Hallenkirche aus verputztem Backstein in gotisierenden Formen. Der ehemals nur mit einem Dachreiter versehene Bau erhielt 1913/14 einen neuen Turm und zwei seitliche Anbauten. Zur barocken Ausstattung gehören zwei Seitenaltäre aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Am 22. Juni 2008 wurde die neue Orgel in der Pfarrkirche St. Johannes Ev. feierlich geweiht (gebaut von der Fa. Hermann Eule Orgelbau, Bautzen).
  • Haus Schücking, Hauptstraße 38. Der kleine eingeschossige Backsteinbau mit Walmdach wurde 1754 für den bischöflichen Kanzler Engelbert Schücking erbaut. Die Pläne entwarf der bedeutende westfälische Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun. Das Haus wurde 1882 verändert.
  • Fürstliche Mühle (Begegnungsstätte). Der ursprünglich eingeschossige Bruchsteinbau von 1578 wurde 1865 und 1948 durch zwei weitere Geschosse erhöht.
  • Die ehemalige Landesburg Sasenberg wurde 1305 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Hauptburg abgetragen. Von der ab 1698 durch Bischof Friedrich Christian von Plettenberg neu errichteten Vorburg blieben nur geringe Reste erhalten, die im 19. Jahrhundert in ein Spinnereigebäude (heute Firma Gebrasa) einbezogen wurden. Sie sind dort noch heute sichtbar.
  • Lappenbrink 4. Das stattliche, unweit der Kirche gelegene Fachwerkhaus entstand wohl gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Aus derselben Zeit dürfte das zurzeit leer stehende Haus Lappenbrink 4 stammen.
  • Altes Zollhaus, Schürenstraße 6. Der giebelständige Fachwerkbau wurde 1734 als Bürgerhaus erbaut. Im 19. Jahrhundert wurde das einstige Dielenhaus zu einem Flurhaus umgebaut und später um Anbauten erweitert. Das Innere enthält noch eine barocke Stuckdecke, die man auch als Kölner Decke bezeichnet. Das Haus wird zurzeit von dem Verein "Stadtprojekt Sassenberg" restauriert und soll später einmal Ausstellungszwecken dienen.
  • Doppelschlossanlage Harkotten im Stadtteil Füchtorf
Hauptartikel: Schloss Harkotten

Religion[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

technotrans Haupteingang in Sassenberg

In Sassenberg und Füchtorf ansässig sind u. a. folgende Unternehmen:

  • Westfälische Fleischwarenfabrik Stockmeyer GmbH & Co. KG; Tochter der heristo AG, Füchtorf
  • BauschLinnemann GmbH (Möbeloberflächen), Tochter der Surteco SE
  • technotrans AG (Druckmaschinen-Zulieferer und Softwarelieferant für Dokumentenmanagement)
  • LMC Caravan GmbH & Co. KG und T.E.C. (Wohnwagen und -mobile; beide Töchter der Hymer AG)
  • Sanicare (Versandapotheke), Füchtorf
  • Scheffer, Metallbautechnik GmbH (Aluminium- und Stahl-Glasfassaden)

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Im Ortsteil Füchtorf dominiert der Spargel-Anbau. In der Interessengemeinschaft Füchtorfer Spargelanbauer sind 15 Höfe organisiert.

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

In Sassenberg befindet sich das Altenzentrum St. Josef Sassenberg, es handelt sich dabei um das erste Pflegeheim in Deutschland, das das mäeutische Konzept eingeführt hat.

Verkehr[Bearbeiten]

Sassenberg ist Knotenpunkt der Bundesstraßen 475, 476 und 513. Die B 475 ist im Bereich der Stadtmitte und dem Ortsteil Füchtorf als Umgehungsstraße ausgebaut. So ermöglicht diese Strecke eine recht schnelle Verbindung zur Kreisstadt Warendorf und in den Osnabrücker Raum.

Planungen, die B 476 als Umgehungsstraße nördlich des "Naherholungsgebiets Feldmark" zu führen, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren, wurden vorerst verworfen.

Die Anbindung Sassenbergs an den Öffentlichen Personennahverkehr beschränkt sich auf eine (an Werktagen) vertaktete Linie in die Kreisstadt Warendorf (Busverkehr der WestfalenBus GmbH); über die Kreisgrenze verkehren einzelne Fahrten im Schülerverkehr nach Glandorf, Versmold und Harsewinkel. Die Oberzentren Bielefeld und Osnabrück sind somit regelmäßig nur umwegig zu erreichen: nach Osnabrück via Warendorf und Münster, nach Bielefeld via Warendorf (Zugverkehr der NordWestBahn).

Freizeit[Bearbeiten]

Erholungsgebiet Feldmark

Das Erholungsgebiet Feldmark ist Teil des Erholungsschwerpunktes im Raum Sassenberg/Versmold. Es befindet sich nordöstlich von Sassenberg und hat eine Größe von insgesamt 114 ha. Im Zentrum des Erholungsgebietes liegt der Feldmarksee. Er hat eine Wasserfläche von rund 13 ha und verfügt außerdem über eine Vogelschutzinsel. In den Sommermonaten ist ein Teil des Sees als Badezone abgetrennt. Hier besteht dann die Möglichkeit schwimmen zu gehen und mit Schlauchbooten oder anderem Wasserspielzeug zu baden. Bei guten Wetter ist ein Schwimmmeister sowie Rettungsschwimmer der DLRG Ortsgruppe Sassenberg zur Aufsicht vor Ort. Die andere Hälfte wird vom VFL Sassenberg -Abt. Wassersport- benutzt. Hier können unter anderem Tretboote ausgeliehen werden. Rund um den See findet am ersten August-Wochenende der Sassenberger Feldmark-Triathlon statt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Februar: Männer-/Frauen-/Jugend-/Kinderkarneval
  • März: Schachblumenmarkt
  • Ende April: Eröffnung der Spargelsaison und erster Lauf zur deutschen Meisterschaft im Tractor-Pulling im Ortsteil Füchtorf
  • Ende Mai: Schützenfest in Füchtorf, Pfingstmusikschau
  • Juli: Schützenfest, Beachhandball Masters Serie
  • August: Feldmarktriathlon, Sommerfestival
  • Ende Oktober: Oktoberfest
  • Anfang November:Allerheiligenmarkt mit Kindertrödelmarkt
  • 5. Dezember: Der Nikolaus kommt über die Hessel zur Grundschule
  • Dezember: Winterschützenfest

Besonderes[Bearbeiten]

In Sassenberg blüht die in Deutschland sehr seltene und naturgeschützte Schachblume im Sassenberger Naturschutzgebiet des ehemaligen Tiergartens. Die Schachblumen, die in Sassenberg früher sehr viel häufiger vorkamen und in den 1960er Jahren auf eine Stückzahl von über 50.000 anwuchsen, wachsen heute größten Teils auf der Schachblumenwiesen im nahen Umfeld der durch Sassenberg fließenden Hessel.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten haben bzw. hatten ihren Wohnsitz in Sassenberg bzw. Füchtorf:

Literatur[Bearbeiten]

  • Fennenkötter, Hans Christoph, Levin Schücking als „Herr zu Schloß Sassenberg“, in: Up Sassenbiärg, Schriftenreihe des Heimatvereins, Heft 8, 1980, S. 7
  • ders., Louise von Gall. Zur 125. Wiederkehr ihres Todestages, Up Sassenbiärg 8, 1980, S. 15
  • ders., Der Turmbau zu Sassenberg, Up Sassenbiärg 12, 1982
  • ders., Von Polizeidienern und Trunkenbolden, Up Sassenbiärg 13/14, 1983, S. 19
  • ders., Der Sassenberger Musikverein, Up Sassenbiärg 13/14, 1983, S. 33
  • ders., Hundert Jahre Freiwillige Feuerwehr Sassenberg, Up Sassenbiärg 17, 1985
  • ders., Up Sassenbiärg. Ein Bilderbuch, Up Sassenbiärg 18, 1987
  • ders., 150 Jahre Bürgerschützen-Verein Sassenberg, Up Sassenbiärg 20, 1989
  • ders., Up Sassenbiärg. Noch ein Bilderbuch, Up Sassenbiärg 22, 1991
  • ders., Joseph Uphues und sein Heimatort Sassenberg, Up Sassenbiärg 21, 1990, S. 7–64
  • ders., Die Gründung des Sassenberger Kirchenchores und die ersten 50 Jahre seines Bestehens, Up Sassenbiärg 24, 1995, S. 15–86
  • ders., Nichts als Theater. 75 Jahre Laienspiel der katholischen Vereine Sassenberg, Up Sassenbiärg 25, 1996
  • ders., Sassenberg. Die Reihe Archivbilder, Sutton Verlag 2003
  • ders., Sassenberger Häuser. Alte Hausstätten und ihre Bewohner, Band 1 (Schloßstraße, Insel, Langefort, Schürenstraße, Kirchplatz), 455 Seiten, Sassenberg 2008
  • ders., Sassenberger Häuser. Alte Hausstätten und ihre Bewohner, Band 2 (Neuer Münsterweg / Lappenbrink), 300 Seiten, Sassenberg 2009
  • ders., Sassenberger Häuser. Alte Hausstätten und ihre Bewohner, Band 3 (Klingenhagen, Hilgenbrink, Feldmark, Poggenbrook), in Vorbereitung (erscheint 2011)
  • Fleitmann, Wilhelm, Die Post in Sassenberg, in: Up Sassenbiärg 16, 1984, S. 23–46
  • Hutzelmann, Konrad, Levin Schücking und Ferdinand Freiligrath. Stationen einer Freundschaft, in: Up Sassenbiärg 15, 1983, S. 28–41
  • Knieriem, Michael, Friedrich Engels und Levin Schücking. Zwei wenig bekannte Begegnungen im Frühjahr des Jahres 1840 in Münster, in: Up Sassenbiärg 15, 1983, S. 4–11
  • Kaul, Brigitte, Joseph Uphues. Ein Bildhauer der Berliner Schule, in: Up Sassenbiärg 21, 1990, S. 65–94
  • Plachta, Bodo, Annette von Droste-Hülshoff und Levin Schücking, in: Up Sassenbiärg 15, 1983, S. 12–21
  • Riese, Bernhard, Sassenberg in alten Ansichten, Zaltbommel 1977
  • Schier, Manfred, Gutsbesitzer wider Willen: Levin Schücking in Sassenberg, in: Up Sassenbiärg 15, 1983, S. 62–80
  • Wicher, Erika, Die Anfänge einer neuen Entwicklung nach der Not des Dreißigjährigen Krieges, in: Up Sassenbiärg 13/14, 1983, S. 2–18
  • dies., Die Mersmanns. Chronik einer alten Schuhmacherfamilie Sassenbergs, Up Sassenbiärg 16, 1984, S. 3–22
  • dies., Die Fürstliche Mühle in Sassenberg, Up Sassenbiärg 19, 1989

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 97.
  3. a b http://www.sassenberg.de/346.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sassenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien