Sastrugi

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Sastrugi am Südpol.

Sastrugi (auch: Zastrugi) oder Windgangeln[1][2] werden stromlinienförmige Erhebungen oder Rillen im Schnee genannt. Sastrugi können bis zu 30 cm hoch werden und kommen vor allem im Gebirge oder in den Polarregionen vor. Sie werden knochenhart und behindern die Fortbewegung mit kleinen Schneemobilen oder Skiern.

Das Wort Sastrugi leitet sich vom russischen Wort заструга (Zastruga) ab und wurde aufgrund verschiedener Transkriptionen und Pluralbildungen in verschiedenen Schreibweisen wie Sastrugus, Sastruga oder Zastruga [3] [4] in verschiedene Sprachen übernommen. Im Deutschen wird meist nur der Plural Sastrugi oder Sastrugis verwendet.

Trotz einer gewissen optischen Ähnlichkeit mit Wechten entstehen Sastrugi im Gegensatz zu diesen nicht durch Ablagerung, sondern durch windbedingte Abtragung von Schnee. Der Wind fräst die Sastrugi also an Stellen mit etwas härterem Schnee aus der vorher höheren Schneedecke heraus. Im Gegensatz zur Wechte ist die steilere Seite von Sastrugi die Luv-, also windzugewandte Seite, die flachere die Lee-, also windabgewandte Seite. Dies ist für Wintersportler bei der Beurteilung der Lawinengefahr hilfreich: Im unmittelbaren Bereich der Sastrugi ist dabei zwar meist keine akute Lawinengefahr gegeben, sie ermöglichen aber eine nachträgliche Feststellung der Windstärke und vor allem -richtung. Daraus kann ein erfahrener Wintersportler Schlüsse darüber ziehen, wohin der abgetragene Schnee verfrachtet wurde und daher gefährliche Triebschneeansammlungen bildet.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.powderpark.de/stories/artikel.php?id=839
  2.  Werner Munter: 3x3 Lawinen - Entscheiden in kritischen Situationen. Pohl & Schellhammer, Garmisch-Partenkirchen 1999, ISBN 3000020608.
  3. http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Sastruga&oldid=170834719
  4. http://ru.wikipedia.org/w/index.php?title=%D0%97%D0%B0%D1%81%D1%82%D1%80%D1%83%D0%B3%D0%B0&oldid=5545648