SatWaS

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Schematische Darstellung der Funktionsweise des SatWaS

Das SatWaS (satellitengestütztes Warnsystem) ist ein vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickeltes System zur Warnung der Bevölkerung in Deutschland vor Katastrophen oder Anschlägen. Mit ihm können Behörden Warnungen ausgeben, sodass Behörden und Medien die Bevölkerung warnen können.

Geschichte[Bearbeiten]

Bund und Länder hatten sich im Jahr 1992 geeinigt, die Bevölkerung nicht mehr mit Sirenen, sondern per Rundfunk zu warnen. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es in Deutschland fast 100.000 Sirenen. Diese wurden zum Teil abgebaut, zum Teil wurden sie von den Gemeinden übernommen, die diese z. B. zur Alarmierung von Freiwilligen Feuerwehren nutzen. Da in der Folge keine Möglichkeit mehr bestand, die Bevölkerung in sehr enger zeitlicher Folge vor Gefahren zu warnen, wurde nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.

In der Folge wurde vom Bund das SatWaS geplant und aufgebaut. Die erste Aufbauphase konnte im Oktober 2001 abgeschlossen werden. Seitdem ist das Lagezentrum des BMI mit Sendeeinrichtungen und die dezentralen Lagezentren der Innenministerien der Länder mit Empfangseinrichtungen ausgestattet, damit diese über die jeweils veranlassten Warnhinweise unterrichtet sind. Im Gegensatz zu den jeweiligen Behörden, konnten bei den Medien aufgrund der bereits vorhandenen Satellitenempfangstechnik die Investitionskosten stark begrenzt werden.

Bis Ende 2002 wurden in einer weiteren Ausbauphase Lagezentren der Innenministerien der Länder ebenfalls mit Sendesystemen ausgestattet, damit sie ihrerseits in der Lage sind, amtliche Gefahrendurchsagen für ihre Landesbereiche an den Rundfunk weiterzugeben. An dieses System angeschlossen sind laut Webseite des zuständigen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) inzwischen drei Zivilschutzverbindungsstellen und 17 Lagezentren von Bund und Ländern.

Zweck und Funktion[Bearbeiten]

Für die flächendeckende Warnung der Bevölkerung im Verteidigungsfall, also im Krieg, ist der Bund zuständig. Er ließ das SatWaS installieren. Mit diesem werden in Fernsehbilder Nachrichtenbänder eingespeist und Radiosendungen mit einer Warndurchsage unterbrochen. Das Warnsystem soll neben der reinen Gefahrenwarnung auch den Vorteil bieten, dass an die Bevölkerung Verhaltensregeln weitergegeben werden können.

Das SatWaS kann einzelne Meldungen zeitgleich deutschlandweit an alle angeschlossenen Rundfunkanstalten und andere Medien übertragen. Meldungen können mit hoher Priorität übertragen werden. Die Warnungen enthalten insbesondere die Aufforderung an die Redakteure, die laufende Sendung zu unterbrechen und den Text der Warndurchsage sofort über den Sender weiterzugeben und regelmäßig zu wiederholen, solange keine Entwarnung oder andere Anweisungen gegeben wurden.

Empfänger und Anwendungsfälle[Bearbeiten]

Die schnelle Übermittlung von Gefahrendurchsagen wird durch eine Vielzahl von Medien gewährleistet:

Bis auf Pagerdienst und (im gewissem Maße) der Bahn, ist ein bewusstes Holen der Nachrichten erforderlich. Weil vielerorts die Sirenen außer Betrieb gesetzt oder abgebaut wurden fiel eine flächendeckende Alarmierungsmöglichkeit weg. Aus diesem Grunde wurde ein System entwickelt, als Signalgeber Hupen parkender Autos auszulösen, um einen “Weckeffekt” zu erzielen.

Des Weiteren wäre ein Weckeffekt über Funkuhren möglich: Im Zeitsignal vom Zeitsender DCF77 stehen Sendekapazitäten zur Verfügung, die nicht unmittelbar zur Zeitinformation benötigt werden. Siehe auch DCF77, Abschnitt Alarmierung.

Derzeit setzt sich allerdings in vielen Städten und Kreisen wieder die Sirene als das Alarmierungsmittel mit dem besten Weckeffekt durch. Vielerorts wurde das System wieder aufgebaut bzw. modernisiert.

Neben den Testsendungen gab es bereits Gefahrenlagen, in denen das SatWaS Anwendung fand:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. PM beim BBK