Satellitengeodäsie

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Unter Satellitengeodäsie versteht man die Erdvermessung (Geodäsie) mittels Beobachtung künstlicher Erdsatelliten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Drei Prinzipien

Für den Einsatz geodätischer Satelliten bzw. für die geodätische Nutzung von anderen Erdsatelliten gibt es prinzipiell drei methodische Vorgangsweisen:

Durch Optimierung dieser Methoden konnte die Erdmessung, die Punktbestimmung und die Definition von Bezugssystemen seit 1970 von einigen Metern Genauigkeit bis in den cm-Bereich und teilweise sogar in den Sub-Millimeter-Bereich gesteigert werden.

[Bearbeiten] Einteilung nach Messmethoden

In der Satellitengeodäsie wird eine Reihe sehr verschiedener Messmethoden angewendet. Sie lassen sich wie folgt gliedern:

[Bearbeiten] Richtungsmessungen

Siehe auch: ballistische Kamera, Strichspur, Sterndurchgang, Moonwatch

[Bearbeiten] Distanzmessungen

  • Elektronische Distanzmessung mit Mikrowellen (z. B. SECOR bis etwa 1970; GPS siehe unten) und mit Radar: heute auch zwischen Satelliten (SST, s. u.) und mit Geschwindigkeitsmessung (PRARE) auf wenige mm.
  • Laser Ranging durch Laufzeitmessung extrem kurzer Laser-Impulse. Seit etwa 1965 (±5 m genau), heute ebenfalls einige mm.
  • Dopplereffekt, siehe auch Hyperbel- und Funknavigation. Bekanntestes Verfahren 1964-1995 war "Transit" (NNSS, ±20 m bis 30 cm), heute globales DORIS-System etwa ±10 cm.
  • Pseudoranging: Laufzeitmessung kodierter Mikrowellen, Uhrfehler wird aus Überbestimmung berechnet. Messmethode von GPS-NAVSTAR, GLONASS und des künftigen Galileo, Genauigkeit mm...cm je nach Methode.
  • Alle o. a. Messungen sind wegen der Atmosphäre zu korrigieren, ihre Genauigkeit durch längere Messreihen und spezielle Bahn- und Auswertungsmethoden zu steigern. "Zweiwegmessungen" (hin und zurück) sind genauer als Einwegmessungen.

[Bearbeiten] Höhenmessung

oder Satellitenaltimetrie über dem Meer, künftig auch über Eisflächen: Laufzeitmessung eines Radarimpulses, der von der Meeresoberfläche reflektiert wird. Genauigkeit 1978 (Seasat) um 20 cm, heute im cm-Bereich. Wichtige Methode der Geoid-Bestimmung und für die Ozeanografie (Wind, Wellen, Meeresströmungen), Einsatz u.a. bei den ERS-Satelliten der ESA.

[Bearbeiten] SST und Geschwindigkeit

  • SST (Satellite to Satellite Tracking): Mikrowellen-Distanzmessung zwischen Satelliten. Erste Versuche 1975, äußerst erfolgreich bei Zwillings-Satellit GRACE (2004) für Details im Schwerefeld.
  • Geschwindigkeit: aus Differenzen von Radarmessungen, v. a. aber mit Dopplereffekt (Transit, DORIS) und mit "Precise RAnge and range Rate Exp." (PRARE, für diverse Sonden ab 1990).

[Bearbeiten] Gradiometrie

[Bearbeiten] Fernerkundung und Kartografie

(siehe Spezialartikel): Fotos oder digitale Aufnahmen von der Erdoberfläche, bzw. multispektrale Scanner, Side Looking Radar usw. Geodätisch nutzbar v. a. als Interferometrie bei lokalen Prozessen der Geodynamik.

[Bearbeiten] Kurze Erfolgsgeschichte der Satellitengeodäsie

(geplant in Stichworten): u. a. Ballonsatellit - Bahndynamik - Erdabplattung - Weltnetz der Satellitentriangulation - Fernerkundung/ Landsat - Landesvermessung - Altimetergeoid - Lasertechnik - GPS - Erdmodelle - Geodynamik - Erdschwerefeld (CHAMP und GRACE).

[Bearbeiten] Siehe auch

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