Sattar Khan

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Sattar Khan

Sattar Khan (* 1868 in Tabriz; † 16. November 1914 in Teheran; persisch ‏ ستار خان‎) war ein iranischer Revolutionär und Freiheitskämpfer aus der Provinz Aserbaidschan. Er war eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Konstitutionellen Revolution Irans.

Leben[Bearbeiten]

Sattar wurde 1868 in Qarqdag in der Nähe von Tabriz geboren. Sein Vater Haj Hasan Bazzaz Qaradghi hatte zwei Frauen und drei Söhne. Der älteste Bruder von Sattar wurde als Wegelagerer hingerichtet als Sattar noch ein Kind war.

Sattar hatte nie eine Schule besucht. Mit 17 Jahren kam Sattar das erste Mal in Konflikt mit dem Gesetz und wurde verhaftet. Nach zwei Jahren im Gefängnis gelang ihm zusammen mit einem weiteren Insassen der Ausbruch aus dem Gefängnis. Zusammen mit Freunden verdiente er zunächst seinen Lebensunterhalt mit kleineren Überfällen und Wegelagerei, wurde dann aber Mitglied der Gendarmerie und Schütze (tofangar) unter Kronprinz Mozaffar, dem späteren Muzaffar ad-Din Schah. Als Mitglied der Gendarmerie erhielt er den Titel Khan.

Im Sommer 1907 meldete sich Sattar Khan zusammen mit Bagher Khan zur im Rahmen der Konstitutionellen Revolution neu entstandenen Polizei. Ferner wurde er Mitglied des Anjoman-e Haqiqat. Sattar Khan führte zusammen mit Bagher Khan die aserbaidschanischen Freiheitskämpfer (mojahedin) gegen die absolutistische Herrschaft von Mohammed Ali Schah aus der Dynastie der Kadscharen, der das Parlament aufgelöst und die Verfassung außer Kraft gesetzt hatte. Die Truppen Mohammed Ali Schahs belagerten Tabriz ab Juni 1908 konnten aber Dank des von Sattar Khan organisierten Widerstandes die Stadt nicht einnehmen. Die Belagerung wurde durch das Eingreifen russischer Streitkräfte, die in den Norden Irans einmarschiert waren, nach elf Monaten beendet. Sattar Khan floh zunächst in das Konsulat des Osmanischen Reiches, ging dann aber nach dem Sturz Mohammad Ali Schahs im Juli 1909 durch Freiheitskämpfer aus dem Norden und Süden Irans mit seinen Kämpfern nach Teheran, um den Sieg der Konstitutionellen Revolution zu feiern. Auf Einladung des Parlaments begab sich Sattar Khan mit 300 Kämpfern von Tabriz nach Teheran. Als er am 3. April 1910 in Teheran einmarschierte, wurde er von der Bevölkerung als Retter des Vaterlandes gefeiert. Für seine militärische Unterstützung der konstitutionellen Bewegung wurde er vom Parlament mit dem Ehrentitel Sardar-e Melli (Feldherr der Nation) ausgezeichnet.

Nach dem Sieg der konstitutionellen Bewegung sollte Sattar Khan und seine Anhänger, ihre Waffen abgeben. Dies führte zu Auseinandersetzungen mit anderen Führern der konstitutionellen Bewegung, vor allem mit Yeprem Khan, dem Polizeichef von Teheran, und mit dem Bakhtiari Sardar Asad. Für seinen Aufenthalt in Teheran wies man Sattar Khan das Palais von Ali Asghar Khan Atabak, einem früheren Premierminister von Naser al-Din Schah, zu. Anfang August 1910 forderte die Regierung Sattar Khan auf, seine Kämpfer zu entwaffnen und die Waffen an die Regierungstruppen zu übergeben. Durch einen versehentlich abgegebenen Schuss im Rahmen der Waffenabgabe am 7. August 1910, kam es zu einer unkontrollierten Schusswechsel im Attabak-Park mit der Teheraner Polizei. In dieser Auseinandersetzung wurde Sattar Khan am Knie verwundet.

Sattar Khan blieb in Teheran bis zu seinem Tod am 16. November 1914. An seiner Beerdigung nahmen tausende Teheraner teil.

Literatur[Bearbeiten]

  • Anja Pistor-Hatam: The Iranian Constitutional Revolution as lieu(x) de mémoire: Sattar Khan. In: Iran's Constitutional Revolution. Herausgegeben von H.E. Chehabi, Vanessa Marint. I.B. Tauris, London 2010, S. 33-44. ISBN 978-1-84885-415-4
  • Iranchamber

siehe auch[Bearbeiten]