Saturnia

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Saturnia (Begriffsklärung) aufgeführt.

Saturnia ist ein Thermalort und Ortsteil der Gemeinde Manciano in der toskanischen Maremma (Italien).

Rocca aldobrandesca, auch Castello Ciacci oder Villa Ciacci genannt

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 8 km nördlich des Hauptortes Manciano und im Albegnatal und in der südlichen Maremma. Die Provinzhauptstadt Grosseto liegt 38 Kilometer nordwestlich. Der Ort liegt bei 294 Höhenmetern an der Via Clodia und hat ca. 280 Einwohner[1]. Saturnia liegt auf einem Hügel oberhalb des Zusammenflusses von Albegna und Stellata[2].

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Legende besagt, das Saturnia die erste selbst gegründete Stadt auf der italienischen Halbinsel von Saturn sein soll – deswegen der Name Saturnia. Der Ort Saturnia selbst liegt auf einem Travertinfelsen und gilt als die erste etruskische Stadt Italiens. Vor den Etruskern siedelten hier schon die Villanova[3]. Teile der Stadtmauern stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., als die Römer vor Ort waren[2]. Die Präsenz der Römer wird seit 280 v. Chr. vermutet, als sie hier unter dem Namen Aurina ansässig waren. Zwischen dem 3. und 12. Jahrhundert hinterließ der Ort keine weiteren Spuren[3].

Erstmals schriftlich erwähnt wird der Ort 1188 in einem Dokument von Papst Clemens III. (Papst)[4]. Zu dieser Zeit waren die Therme und die Rocca schon vorhanden[2]. Die Rocca gelang 1216 in den Besitz der Aldobrandeschi[2] und stand im Konfliktfeld von Siena und Orvieto, die beide den Ort einzunehmen versuchten (Siena 1221, Orvieto 1251). Siena zerstörte den Ort erheblich 1299 auf der Suche nach Margherita Aldobrandeschi. Bereits vier Jahre später gelangten die Orvietani zu Einfluss in Saturnia[4], danach (1328[2]) übernahmen die Baschi aus Montemerano und später die Orsini aus Pitigliano den Ort, der 1410 von Siena erobert wurde[4]. Der Ausbau der römischen Stadtmauern von durch Siena von 1454 bis 1464 statt[2].

Nach der Niederlage der seneser Republik gelangte Saturnia zu den Medici, die den Ort 1593 an die Markgrafen Ximenes vermachten. Die Familie der Panciatichi regierten von 1738 bis 1751[2]. 1787 wurde Saturnia Ortsteil von Manciano[5].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Chiesa di Santa Maria Maddalena
Römisches Tor Porta Romana
Therme Cascate del Mulino
  • Bagno secco, Thermalbadruine nahe dem Ortszentrum (Via Mazzini) aus der Römerzeit[5].
  • Chiesa di Santa Maria Maddalena, 1933 erneuerte Kirche romanischen Ursprungs. Enthält das Werk Madonna col Bambino tra San Sebastiano e Santa Maria Maddalena (Benvenuto di Giovanni zugeschrieben[3] und um 1475 bis 1485 als Tafelbild entstanden[4]).
  • Porta Romana, römisches Stadttor nach Süden zu den Thermen, das in die senesische Stadtmauer integriert wurde. War Teil der Via Clodia[2].
  • Rocca aldobrandesca, auch Castello Ciacci genannt, gehörte 1170 zur Rocca a Tentennano bzw. Rocca di Tintinnano, heute Rocca d’Orcia, Ortsteil von Castiglione d’Orcia. Gelangte 1216 in den Besitz der Aldobrandeschi und wurde 1410 von Siena ausgebaut. Seit 1929 im Besitz der Familie Ciacci, die weitere Umbaumaßnahmen vornahm[2].
  • Thermalquellen, liegen ca. 1 km südlich des Ortes bei 156 Höhenmetern[3]. Sie haben dem Ort einen wirtschaftlichen Aufschwung gebracht. Aus der Thermalquelle strömen pro Sekunde 800 Liter 37 Grad warmes, schwefelhaltiges Wasser, das von den Hängen des Monte Amiata stammt. Dort sammelt sich das Regenwasser in ca. 200 m Tiefe und reichert sich mit Schwefel an. Das Wasser gelangt nach 30 Kilometern in Saturnia an die Oberfläche und ergießt sich über die Cascate del Mulino. Das Baden in den natürlich geschaffenen Sinterbecken ist kostenlos. Daneben gibt es auch ein Kurzentrum mit Einrichtungen (u.a. ein Schwimmbad des Luxushotels Terme di Saturnia) für diverse Kuren und Therapien.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saturnia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Grosseto, abgerufen am 7. Oktober 2012 (ital.)
  2. a b c d e f g h i vgl. Guerrini
  3. a b c d vgl. TCI
  4. a b c d vgl. Santi
  5. a b vgl. Gemeinde Manciano zu Saturnia

42.66638888888911.504166666667Koordinaten: 42° 40′ N, 11° 30′ O