Satz von Euklid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Satz von Euklid besagt, dass es unendlich viele Primzahlen gibt. Dieser Satz geht auf den griechischen Mathematiker Euklid zurück, der um 300 v. Chr. in Alexandria lebte. In seinem Werk Die Elemente schrieb er: „Es gibt mehr Primzahlen als jede vorgelegte Anzahl von Primzahlen“ (Buch IX, Proposition 20).

Beweis von Euklid[Bearbeiten]

Euklid verwendete einen Widerspruchsbeweis, um die Aussage des Satzes zu beweisen.

Angenommen, es gäbe nur endlich viele Primzahlen p_1, \ldots, p_n. Es sei m die kleinste Zahl, die von allen diesen Zahlen geteilt wird, also das Produkt aller dieser Zahlen (oder ein Vielfaches davon). Betrachten wir nun den Nachfolger von m, den wir als m+1 bezeichnen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

  • m+1 ist eine Primzahl: Sie ist dann nach Konstruktion größer als p_1, \ldots, p_n und somit eine weitere Primzahl im Widerspruch zur Annahme.
  • m+1 ist keine Primzahl: Sie muss daher einen Primteiler q besitzen. Nach Annahme muss q dann eine der Primzahlen p_1, \ldots, p_n sein, und folglich Teiler von m. Es gilt also m+1 = q \cdot k und m = q \cdot l, wobei k und l natürliche Zahlen sind. Nun ist 1 = (m+1) - m = q \cdot k - q \cdot l= q \cdot (k-l). Die Primzahl q müsste also auch die Zahl 1 teilen. Da 1 keinen Primteiler besitzt, ergibt sich ein Widerspruch.

Die Annahme, es gäbe nur endlich viele Primzahlen, ist also falsch. Euklid führte den Beweis im Übrigen mit nur drei Primzahlen,[1] so wie auch an anderen Stellen des Werkes „Die Elemente“ drei Objekte im heutigen Sinne von „beliebig viele Objekte“ verwendet wird.

Anwendung[Bearbeiten]

Der Beweis des Satzes von Euklid zeigt eine Möglichkeit auf, wie aus einer oder mehreren vorgegebenen Primzahlen mindestens eine weitere Primzahl berechnet werden kann. Dazu berechnet man das Produkt dieser Primzahlen und addiert 1 zu dem Produkt:

n = 1 + p_1 \cdot p_2 \cdot ... \cdot p_r = 1 + \prod_{i=1}^r p_i

Anschließend berechnet man die Primfaktorzerlegung der so gewonnenen Zahl n. Alle Primfaktoren sind dann Primzahlen, die in der ursprünglichen Primzahlmenge nicht enthalten waren.

Es ist eine offene Frage, ob es unter den Zahlen der Form 2 \cdot 3 \cdot 5 \cdot 7 \cdot ... \cdot p + 1 mit p prim, unendlich viele Primzahlen, unendlich viele zusammengesetzte Zahlen oder beides gibt.

Beispiele[Bearbeiten]

Die Zahlen 2, 5 und 11 bilden eine endliche Menge von Primzahlen. Gemäß obiger Formel berechnet sich n zu

n = 1 + 2 \cdot 5 \cdot 11 = 111 = 3 \cdot 37.

Sowohl 3 als auch 37 sind weitere Primzahlen. Anhand der 3 ist zu sehen, dass auch Primzahlen gefunden werden können, die nicht größer als die vorgegebenen Primzahlen sind.

Die Zahlen 2, 3, 5, 7 und 11 bilden eine endliche Menge von Primzahlen. Gemäß obiger Formel berechnet sich n zu

n = 1 + 2 \cdot 3 \cdot 5 \cdot 7 \cdot 11 = 2311

2311 ist eine weitere Primzahl. Hier zeigt sich, dass schon das Ergebnis selbst eine Primzahl sein kann.

Die Zahlen 23 und 89 bilden eine endliche Menge von Primzahlen. Gemäß obiger Formel berechnet sich n zu

n = 1 + 23 \cdot 89 = 2048 = 2^{11}.

2 ist eine weitere Primzahl, die sogar kleiner ist als beide vorgegebenen Primzahlen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Beweisarchiv: Zahlentheorie: Elementare Zahlentheorie: Satz von Euklid – Im Beweisarchiv auf Wikibooks finden sich weitere Beweise für die Existenz von unendlich vielen Primzahlen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Elemente, Buch IX, Proposition 20