Satz von Picard
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die Sätze von Picard (nach Émile Picard) sind Sätze der Funktionentheorie, eines Teilgebietes der Mathematik.
Sie lauten wie folgt:
- Der Kleine Satz von Picard besagt, dass das Bild jeder nicht-konstanten ganzen Funktion die gesamte komplexe Zahlenebene ist, aus der höchstens ein Punkt herausgenommen wurde.
- Der Große Satz von Picard besagt, dass eine holomorphe Funktion mit einer wesentlichen Singularität in jeder noch so kleinen Umgebung dieser Singularität jeden komplexen Wert mit höchstens einer Ausnahme unendlich oft annimmt.[1]
Bemerkungen [Bearbeiten]
- In beiden Sätzen ist die eventuelle „Ausnahme eines Punktes“ offenbar nötig. Zum Beispiel bildet
nicht auf
ab, ebenso ist
nicht im Bild von
einer jeden punktierten Umgebung von
enthalten.
- Der Kleine Satz folgt sofort aus dem Großen Satz, denn eine ganze Funktion ist entweder ein Polynom oder sie hat eine wesentliche Singularität in
.
- Der Große Satz verallgemeinert den Satz von Weierstraß-Casorati.
- Eine Vermutung von B. Elsner[2] ist mit dem Großen Satz von Picard verwandt: Sei
die punktierte offene Einheitskreisscheibe und
eine endliche offene Überdeckung von
. Auf jedem
sei eine schlichte (d.h. injektive holomorphe) Funktion
gegeben, so dass
auf jeder Schnittmenge
. Dann verschmelzen die Differentiale zu einer meromorphen 1-Form auf der Einheitskreisscheibe
. (Im Fall, dass das Residuum verschwindet, folgt die Vermutung aus dem Großen Satz.)
Literatur [Bearbeiten]
- Heinrich Behnke und Friedrich Sommer: Theorie der analytischen Funktionen einer komplexen Veränderlichen. 3. Auflage. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg New York 1965.
nicht auf
ab, ebenso ist
einer jeden
.
die punktierte offene Einheitskreisscheibe und
eine endliche
. Auf jedem
sei eine schlichte (d.h.
gegeben, so dass
auf jeder Schnittmenge
. Dann verschmelzen die Differentiale zu einer
. (Im Fall, dass das