Sauer (Mosel)

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Sauer
Sûre
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Die Sauer in Echternach

Die Sauer in Echternach

Daten
Gewässerkennzahl DE: 262
Lage Belgien (B), Deutschland (D), Luxemburg (L)
Flusssystem Mosel
Abfluss über Mosel → Rhein → Nordsee
Quellgebiet in den Ardennen im Gemeindegebiet von Libramont-Chevigny beim Bauernhof Planchipont (B)Vorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Quellhöhe ca. 510 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung zwischen Wasserbilligerbrück (D) und Wasserbillig (L) in die Mosel49.7135888888896.5066861111111133Koordinaten: 49° 42′ 49″ N, 6° 30′ 24″ O
49° 42′ 49″ N, 6° 30′ 24″ O49.7135888888896.5066861111111133
Mündungshöhe ca. 133 m ü. NHN[1][2]
Höhenunterschied ca. 377 m
Länge 173 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 4259 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Bollendorf[3]
AEo: 3221,8 km²
NNQ (27. Jul. 1964)
MNQ 1959–2007
MQ 1959–2007
Mq 1959–2007
MHQ 1959–2007
HHQ (3. Jan. 2003)
2,6 m³/s
7,06 m³/s
40,9 m³/s
12,7 l/s km²
417 m³/s
895 m³/s
Abfluss[4] an der Mündung
AEo: 4259 km²
MQ
Mq
53,8 m³/s
12,6 l/s km²

Die Sauer (französisch Sûre) ist ein 173 km langer, linker Nebenfluss der Mosel in Belgien, Luxemburg und Deutschland.

Der sehr windungsreiche und wichtige Fluss der südlichen Ardennen, die in Luxemburg Ösling heißen, ist mit einer Wasserführung von im Mittel fast 54 m³/s der größte linke Nebenfluss der Mosel. Ihr Einzugsgebiet ist 4259 km² groß.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Sauer kurz nach der Quelle in Vaux-sur-Sûre

Die Sauer entspringt als Sûre im Südosten Belgiens (Provinz Luxemburg) in den Ardennen, dem Westteil des Rheinischen Schiefergebirges. Ihr Quellgebiet liegt östlich des rund 7 km (Luftlinie) nördlich vom Autobahndreieck der belgischen A26 und A4 im östlichen Gemeindegebiet von Libramont-Chevigny gelegenen Bauernhofs Planchipont auf etwa 510 m Höhe.

Von dort aus fließt die Sauer nach Osten und quert die belgisch-luxemburgische Grenze bei Martelange. Auf ihrem Weg durch den bergigen Norden Luxemburgs (das Ösling) verläuft sie durch den Stausee Lac de la Haute Sûre westlich von Esch-Sauer (französisch Esch-sur-Sûre) im Zentrum des Naturparks Obersauer.

Unterhalb von Erpeldingen mündet die Alzette in die Sauer, an der knapp oberhalb der Mündung Ettelbrück liegt, das mit der Distrikthauptstadt Diekirch und den umliegenden Gemeinden die kleine Region Nordstad bildet.

Bei Wallendorf (etwa 30 km südwestlich von Bitburg) mündet die Our in die Sauer. Die deutsch-luxemburgische Grenze wird nördlich dieser Mündung von der Our gebildet und südlich von der Sauer auf etwa 50 km Fließstrecke bis Wasserbillig. Dort, in der Südeifel, erstreckt sich grenzüberschreitend der Deutsch-Luxemburgische Naturpark. Teil davon ist die Luxemburgische Schweiz bei Echternach. Bei Ralingen, 6 km östlich von Echternach, wendet sich die Hauptrichtung des insgesamt stark gewundenen Flusses nach Süden. In diesem Bereich mündet von links der größte Nebenfluss der Sauer, die Prüm.

Schließlich mündet die Sauer zwischen Wasserbillig (Kanton Grevenmacher; Luxemburg) im Westen und Wasserbilligerbrück (Rheinland-Pfalz; Deutschland) im Osten auf etwa 133 m Höhe in den Rhein-Nebenfluss Mosel, die ab dort, flussaufwärts betrachtet, nach Südwesten hin Teil der deutsch-luxemburgischen Grenze ist. Jenseits der Mündung liegt am Moselufer Oberbillig (Rheinland-Pfalz).

Verschiedenes[Bearbeiten]

Auf ihrem Weg zwischen Wallendorf und Wasserbillig ist die Sauer, ebenso wie weiter nördlich die Our und weiter südlich die Mosel, unter der Bezeichnung Gemeinschaftliches deutsch-luxemburgisches Hoheitsgebiet ein Kondominium, das heißt, der Fluss gehört über seine gesamte Breite sowohl zum Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland, als auch zum Territorium des Großherzogtums Luxemburg.

In den letzten Jahren hat die Sauer mehrere Male verheerendes Hochwasser geführt, was große Schäden in den anliegenden Ortschaften verursacht hat.

Im südlichen Bereich wurde die Sauer auf jeder Uferseite von einer Nebenbahnstrecke flankiert, auf der luxemburgischen Seite war es die Bahnlinie Diekirch– Echternach– Wasserbillig, auf der deutschen Seite die Nims-Sauertalbahn von Erdorf über Bitburg und Irrel nach Igel. Beide Bahnen wurden in den 1960er Jahren stillgelegt und abgerissen.

Tourismus[Bearbeiten]

Nicht nur wegen des obengenannten Stausees hat die Sauer für den Tourismus wirtschaftliche Bedeutung, sondern auch wegen der gebirgigen Landschaft, die sie auf ihrem gesamten Lauf durchschlängelt. Es ist möglich, den Fluss mit vor Ort gemieteten Kanus zu befahren. Diese Touren beginnen zum Beispiel in Bollendorf und enden in Echternacherbrück.

Ortschaften[Bearbeiten]

Mündung der Sauer in die Mosel zwischen Wasserbillig (Luxemburg) und Wasserbilligerbrück (Deutschland)

Ortschaften an der Sauer sind – flussabwärts betrachtet:

Zuflüsse[Bearbeiten]

Zu den Zuflüssen der Sauer gehören – flussabwärts betrachtet:

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem die Mitte Dezember 1944 begonnene Ardennenoffensive der deutschen Wehrmacht zusammengebrochen war – unter anderem mangels Treibstoff und anderem Nachschub – führten alliierte Truppen vom 3. bis zum 28. Januar eine Gegenoffensive durch die Ardennen.[5] Bei den Kämpfen war die Sûre zeitweise eine Frontlinie.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. zur Mündungshöhe der Sauer siehe Höhenangaben an/neben der Mosel im Einzelnachweis Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz: „133,7“ knapp oberhalb und „132,2“ knapp unterhalb der Sauer-Mündung
  3. Pegeldaten des LfU Rheinland-Pfalz
  4. Addierte Pegeldaten von Bollendorf (Sauer), Prümzurlay (Prüm) und Alsdorf-Oberecken (Nims), vermehrt um das Resteinzugsgebiet (199 km²) mit einem niedrig veranschlagten mq von 10
  5. Zusammenfassender Bericht der Amerikaner (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sûre – Sammlung von Bildern

Links zu Seiten betr. der Eisenbahn an der Sauer: