Sauergrasgewächse

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Dieser Artikel behandelt die botanisch korrekt genannten Sauergräser. Siehe auch Sauergräser (Begriffsklärung)
Sauergrasgewächse
Grundblütige Segge (Carex halleriana)

Grundblütige Segge (Carex halleriana)

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse
Wissenschaftlicher Name
Cyperaceae
Juss.

Sauergrasgewächse (Cyperaceae), auch Riedgrasgewächse oder Riedgräser genannt, sind eine Familie in der Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Die 98 bis 109 Gattungen mit etwa 5500 Arten sind fast weltweit verbreitet. Es handelt sich um grasartige, hauptsächlich ausdauernde, zum Teil rasen- und horstbildende oder mit Rhizomen kriechende Arten. Zur Unterscheidung von den Süßgräsern gilt: Ihre mehr oder weniger dreikantigen Stängel sind markhaltig und besitzen keine erhabenen Knoten.

Als Sauergräser werden im deutschen Sprachraum gemeinhin weitere Arten aus verschiedenen Familien wie Binsengewächse (Juncaceae), Dreizackgewächse (Juncaginaceae) und Blumenbinsengewächse (Scheuchzeriaceae) bezeichnet. Streng genommen sind mit dem Begriff jedoch ausschließlich die Arten der Familie der Cyperaceae gemeint.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration aus Flora Antarctica, Tafel CXLVIII von Carpha schoenoides

Sauergrasgewächse sind meistens ausdauernde krautige Pflanzen mit grasähnlichem Habitus. Es können Rhizome vorhanden sein. Der Stängel ist massiv beziehungsweise markig, also nicht hohl, oft dreikantig und die Nodien sind nie knotig verdickt, im Gegensatz zur Familie Poaceae. Die meist wechselständig und oft dreizeilig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Die Blattscheiden sind geschlossen oder selten offen. Die einfache Blattspreite ist parallelnervig und grasartig schmal.

Blütendiagramm von Carex
A   männliche Blüte
B   dreinarbige weibliche Blüte
C   zweinarbige weibliche Blüte
D   Schema einer weiblichen Blüte
a    Sekundarspross
utr. Utriculus (Schlauch)

Die Hochblätter sind laubblattähnlich. Die Ährchen stehen einzeln oder sind zu mehreren in ährigen, rispigen oder kopfigen Gesamtblütenständen angeordnet. Die Blüten stehen zu vielen bis einzeln in Ährchen.

Die Blüten sind, wie bei windbestäubten Pflanzen üblich, unscheinbar und entweder zwittrig (Schoenoplectus, Scirpus, Eleocharis, Eriophorum) oder eingeschlechtig. Wenn die Blüten eingeschlechtig sind dann sind die Pflanzen meist einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig. Die Blüten sind dreizählig und radiärsymmetrisch. Die null bis sechs Blütenhüllblätter sind zu Borsten, Haaren oder Schuppen reduziert. Es sind meist nur drei (selten nur zwei oder eines) freie, fertile Staubblätter vorhanden. Die Pollenkörner sind Pseudomonade (= Kryptotetrade), das heißt sie enthalten zunächst vier Kerne, von denen drei degenerieren, so dass sich nur ein Pollenkorn aus einer Pollenmutterzelle entwickelt. Zwei oder drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, einfächerigen Fruchtknoten verwachsen mit einer basalen Samenanlage. Es sind ein, zwei oder drei Narbenäste vorhanden.

Die einsamige Nussfrucht, eine Karyopse, ist bikonvex oder dreikantig.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Bolboschoenus maritimus agg. / Bolboschoenus laticarpus
Knolliges Zypergras (Cyperus rotundus)
Einspelzige Sumpfbinse (Eleocharis uniglumis)
Tümpel mit Teichbinse (Schoenoplectus lacustris), rechts.
Kugelbinse (Scirpoides holoschoenus)
Tribus Schoeneae: Schwarzes Kopfried (Schoenus nigricans)
Tribus Scirpeae: Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum)
Tribus Scirpeae: Alpen-Rasenbinse (Trichophorum alpinum)
Tribus Sclerieae: Habitus von Scleria testacea
Tribus Trilepideae: Microdracoides squamosus, eine außergewöhnliche Cyperaceae afrikanischer Inselberge.

Die Erstveröffentlichung der Familie erfolgte 1789 unter dem Namen Cyperoideae durch Antoine Laurent de Jussieu in Genera Plantarum, 26. Typusgattung ist Cyperus L.

Sauergrasgewächse (Cyperaceae) und Binsengewächse (Juncaceae) wurden früher einer gemeinsamen systematischen Überordnung (Juncanae) zusammengefasst, da sie näher miteinander verwandt sind als mit den Süßgräsern (Poaceae). Sie bildeten bisher die einzige Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Sauergrasartigen (Cyperales).

Neue molekularbiologische Untersuchungen stellen sie allerdings zur Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Innerhalb der Ordnung der Poales sind die Cyperaceae eine Schwestergruppe der Juncaceae. Ein Synonym für Cyperaceae Juss. ist Kobresiaceae Gilly.

Botanische Geschichte[Bearbeiten]

Der führende Cyperaceae-Forscher des 19. Jahrhunderts war der Apotheker und Botaniker Johann Otto Boeckeler (* 12. August 1803 in Hannover, † 5. März 1899 in Varel/Oldb.).

Innere Systematik[Bearbeiten]

Die Familie der Cyperaceae enthält etwa (98 bis) 109 Gattungen und etwa 5500 Arten. Etwa 35 % der Gattungen sind monotypisch, 26 % enthalten nur zwei bis fünf Arten, aber sieben das sind 6 % der Gattungen enthalten jeweils mehr als 200 Arten, die beiden artenreichsten Gattungen sind Cyperus mit 686 Arten und Carex mit etwa 1757 Arten.[1]

Der Schwerpunkt ihrer Verbreitung liegt in gemäßigten bis subarktischen Gebieten der Welt.

Die Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae) wird in zwei (früher in vier bis fünf) Unterfamilien und 14 Tribus (Simpson et al. 2006) gegliedert:[2][3]

  • Unterfamilie Cyperoideae: Sie enthält zwölf Tribus mit etwa 92 Gattungen und fast 4900 Arten:
    • Tribus Abildgaardieae: Sie enthält etwa neun Gattungen:
      • Actinoschoenus Benth. (sie wurde manchmal zu Fimbristylis Vahl gestellt): Die etwa drei Arten kommen vom tropischen westlichzentralen Afrika bis Sambia, auf Iseln im westliche Indischen Ozean, von Sri Lanka bis zum südlichen China und im nördlichen Australien vor.[2]
      • Arthrostylis R.Br.: Sie enthält nur eine Art:
      • Bulbostylis Kunth (Syn.: Stenophyllus Raf., Oncostylis Nees, sie wurde manchmal zu Abildgaardia Vahl gestellt): Die etwa 205 Arten sind in den Tropen und Subtropen und in Zentralasien verbreitet.[2]
      • Crosslandia W.Fitzg.: Sie enthält nur eine Art:
      • Fransenbinsen (Fimbristylis Vahl, Syn.: Abildgaardia Vahl, Abildgardia Rchb. orth. var., Iria (Pers.) R.Hedw., Iriha Kuntze orth. var., Echinolytrum Desv., Aplostemon Raf., Dichostylis P.Beauv. nom. superfl., Trichelostylis T.Lestib., Gussonea J.Presl & C.Presl, Pogonostylis Bertol., Campylostachys E.Mey., Pseudocyperus Steud., Mischospora Boeckeler, Tylocarya Nelmes): Die 250 bis fast 300 Arten sind fast weltweit verbreitet.[2]
      • Nelmesia Van der Veken: Sie enthält nur eine Art:
      • Nemum Desv.: Die etwa acht Arten sind im tropischen Afrika verbreitet.[2]
      • Trachystylis S.T.Blake: Sie enthält nur eine Art:
      • Trichoschoenus J.Raynal: Sie enthält nur eine Art:
    • Tribus Bisboeckelereae: Sie enthält etwa drei Gattungen:
      • Becquerelia Brogn.: Die etwa sieben Arten sind in der Neotropis verbreitet.[2]
      • Bisboeckelera Kuntze (Syn.: Hoppia Nees nom. illeg.): Die etwa vier Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.[2]
      • Diplacrum R.Br. (Syn.: Pteroscleria Nees): Die etwa neun Arten sind in den Tropen und Subtropen verbreitet.[2]
    • Tribus Cariceae: Sie enthält etwa fünf Gattungen:
      • Seggen (Carex L., Syn: Cyperoides Ség., Ulva Adans., Ammorrhiza Ehrh., Baeochortus Ehrh., Caricella Ehrh., Chordorrhiza Ehrh., Drymeia Ehrh., Heleonastes Ehrh., Leptostachys Ehrh., Limonaetes Ehrh., Phaeolorum Ehrh., Polyglochin Ehrh., Psyllophora Ehrh., Ptacoseia Ehrh., Schelhammeria Moench, Vignea P.Beauv., Trasus Gray, Anithista Raf., Deweya Raf., Diemisa Raf., Edritria Raf., Facolos Raf., Forexeta Raf., Itheta Raf., Kolerma Raf., Loncoperis Raf., Loxanisa Raf., Loxotrema Raf., Meltrema Raf., Neskiza Raf., Olamblis Raf., Olotrema Raf., Onkerma Raf., Osculisa Raf., Temnemis Raf., Callistachys Heuff., Cryptoglochin Heuff., Genersichia Heuff., Leucoglochin Heuff., Maukschia Heuff., Heuffelia Opiz, Pseudocarex Miq., Dornera Heuff. ex Schur, Vignantha Schur, Coleachyron J.Gay ex Boiss., Neilreichia Kotula, Homalostachys Boeckeler, Caricina St.-Lag., Caricinella St.-Lag., Bitteria Börner, Chionanthula Börner, Dapedostachys Börner, Desmiograstis Börner, Echinochlaenia Börner, Kuekenthalia Börner, Lamprochlaenia Börner, Leptovignea Börner, Limivasculum Börner, Manochlaenia Börner, Proteocarpus Börner, Rhaptocalymma Borrer, Rhynchopera Börner nom. illeg., Thysanocarex Börner, Vignidula Börner, Diplocarex Hayata, Vesicarex Steyerm.): Die (früher 1000 bis) heute etwa 2000 Arten sind fast weltweit verbreitet.[2][5]
      • Cymophyllus Mackenzie ex Britton & A.Brown: Sie enthält nur eine Art:
      • Schuppenseggen (Kobresia Willd., Cobresia Pers. orth. var., Kobria St.-Lag., Elyna Schrad., Froelichia Wulfen nom. illeg., Hemicarex Benth., Holmia Börner, Blysmocarex N.A.Ivanova): Die etwa 57 Arten sind auf der Nordhalbkugel bis Sumatra verbreitet.[2]
      • Schoenoxiphium Nees (Syn.: Archaeocarex Börner): Die etwa 21 Arten sind von der Arabischen Halbinsel und in Afrika von Äthiopien bis ins Südliche Afrika und in Madagaskar verbreitet.[2]
      • Uncinia Pers. (Syn.: Agistron Raf.): Die etwa 70 Arten sind in Malesien, auf Inseln im Indischen und Atlantischen Ozean, im Pazifik, in Neuseeland und in Mittel- und Südamerika verbreitet.[2]
    • Tribus Cladieae: Sie enthält nur zwei Gattungen mit etwa vier Arten:
    • Tribus Cryptangieae: Sie enthält etwa drei Gattungen in der Neotropis:
      • Cephalocarpus Nees: Die etwa vier Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.[2]
      • Everardia Ridl. (Syn.: Pseudoeverardia Gilly): Die etwa elf Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet.[2]
      • Lagenocarpus Nees (Syn.: Anogyna Nees, Acrocarpus Nees nom. illeg., Adamantogeton Schrad. ex Nees, Cryptangium Schrad. ex Nees, Microlepis Schrad. ex Nees, Orobium Schrad. ex Nees, Phaenopyrum Schrad. ex Nees, Lerisca Schltdl., Cladotheca Steud., Neo-Senaea K.Schum. ex H.Pfeiff., Ulea-flos C.B.Clarke ex H.Pfeiff. nom. inval., Exochogyne C.B.Clarke, Didymiandrum Gilly): Die fast 30 Arten sind in der Neotropis verbreitet.[2]
    • Tribus Cypereae: Die etwa 900 Arten waren früher etwa 20 Gattungen eingeordnet, die Arten von einigen Gattungen wurden in die erweiterte Gattung Cyperus gestellt:
      • Androtrichum (Brongn.) Brongn.: Die nur zwei Arten sind von Brasilien bis ins nordöstliche Argentinien verbreitet.[2]
      • Ascolepis Nees (Syn.: Platylepis Kunth nom. illeg., Pterachne Schrad. ex Nees nom. inval., Pterogyne Schrad. ex Nees nom. inval., Antrolepis Welw. nom. inval.): Die etwa 23 Arten von den Tropen bis zu den Subtropen verbreitet.[2]
      • Zypergräser (Cyperus L. s.l., Syn.: Papyrus Willd., Indocourtoisia Bennet & Raizada nom. illeg., Pseudomariscus Rauschert nom. illeg., Aliniella J.Raynal nom. illeg., Mariscus Vahl nom. cons., Mariscus Gaertn. nom. illeg., Courtoisia Nees nom. illeg., Duval-jouvea Palla, Diclidium Schrad. ex Nees, Adupla Bosc ex Juss., Remirea Aubl., Opetiola Gaertn., Epiphystis Trin., Torulinium Desv. ex Ham., Anosporum Nees, Oxycaryum Nees, Galilea Parl., Hydroschoenus Zoll. & Moritzi, Atomostylis Steud., Pterocyperus Opiz, Sorostachys Steud., Borabora Steud., Trentepohlia Boeckeler, Crepidocarpus Klotzsch ex Boeckeler, Cylindrolepis Boeckeler, Juncellus C.B.Clarke, Ungeria Nees ex C.B.Clarke, Didymia Phil., Chlorocyperus Rikli, Eucyperus Rikli, Acorellus Palla ex Kneuck., Sphaeromariscus E.G.Camus, Mariscopsis Cherm., Ascopholis C.E.C.Fisch., Sphaerocyperus Lye, Alinula J.Raynal, Courtoisina Soják, Raynalia Soják, Marisculus Goetgh., Queenslandiella Domin, Kyllingiella R.W.Haines & Lye): Die Gattung Cyperus ist nur monophyletisch, wenn die Arten von zehn kleineren Gattungen eingegliedert werden. Die etwa 600 Arten sind fast weltweit verbreitet.[2][6]
      • Dracoscirpoides Muasya: Die nur drei Arten sind im Südlichen Afrika verbreitet.[2]
      • Ficinia Schrad. (Syn.: Melancranis Vahl, Hypolepis P.Beauv. ex Lestib., Hemichlaena Schrad., Acrolepis Schrad., Hypophialium Nees, Pleurachne Schrad., Schoenidium Nees, Sickmannia Nees, Desmoschoenus Hook. f., Chamaexiphium Hochst. ex Steud. nom. illeg., Anthophyllum Steud.): Die etwa 70 Arten sind von Äthiopien bis ins Südliche Afrika sowie Madagaskar verbreitet und kommen im südlichen sowie östlichen Australien und Neuseeland, auf St. Helena, auf der Insel St. Paul und auf den Juan Fernández Inseln vor.[2]
      • Hellmuthia Steud.: Sie enthält nur eine Art:
      • Moorbinsen (Isolepis R.Br., Syn.: Eleogiton Link, Scirpidiella Rauschert): Die etwa 70 Arten sind fast weltweit verbreitet.[2]
      • Karinia Reznicek & McVaugh: Sie enthält nur eine Art:
      • Kyllinga Rottb. (Syn.: Thryocephalon J.R.Forst. & G.Forst., Killinga T.Lestib., Hedychloe Raf., Cyprolepis Steud. nom. nud., Lyprolepis Steud.): Die etwa 70 Arten sind von den Tropen bis zu den Subtropen verbreitet.[2]
      • Lipocarpha R.Br. (Syn.: Hypaelyptum Vahl nom. rej., Hemicarpha Nees, Rikliella J.Raynal): Die etwa 35 Arten sind von den Tropen bis zu den Subtropen und in Nordamerika verbreitet.[2]
      • Pycreus P.Beauv. (Syn.: Distimus Raf., Torreya Raf. nom. illeg.): Die etwa 120 sind fast weltweit verbreitet.[2]
      • Kugelbinsen (Scirpoides Ség., Syn.: Holoschoenus Link): Die etwa vier Arten sind von den Kanarischen Inseln bis zum westlichen Himalaja und im südlichen Afrika verbreitet.[2]
      • Volkiella Merxm. & Czech: Sie enthält nur eine Art:
    • Tribus Dulichieae: Sie enthält nur zwei Gattungen mit etwa fünf Arten auf der Nordhalbkugel:
      • Quellbinsen (Blysmus Panzer ex Schultes, Syn.: Nomochloa P.Beauv. nom. rej., Leptolepis Boeckeler, Blysmopsis Oteng-Yeb.): Die etwa vier Arten gedeihen von den subarktischen bis zu den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel in Eurasien, Nordafrika und Nordamerika.[2]
      • Dulichium Pers. (Syn.: Pleuranthus Pers.): Sie enthält nur eine Art:
    • Tribus Eleocharideae: Sie enthält nur noch eine Gattung:
      • Sumpfbinsen (Eleocharis R.Br., Syn.: Elaeocharis Brongn. orth. var., Trichophyllum Ehrh. nom. inval., Bulbostylis Steven nom. rej., Heleocharis T.Lestib., Limnochloa P.Beauv. ex Lestib., Megadenus Raf., Clavula Dumort., Heliocharis Lindl., Baeothryon Ehrh. ex A.Dietr., Chaetocyperus Nees, Eleogenus Nees, Scirpidium Nees, Limnocharis Kunth nom. illeg., Chlorocharis Rikli, Chamaegyne Suess., Helonema Suess., Websteria S.H.Wright, Chillania Roiv., Egleria L.T.Eiten): Die 200 bis 250 Arten sind fast weltweit verbreitet.[7]
    • Tribus Fuireneae: Sie enthält etwa sieben Gattungen:
      • Actinoscirpus (Ohwi) R.W.Haines & Lye: Sie enthält nur eine Art:
      • ×Bolboschoenoplectus Tatanov = Gattungshybride (intergenerische Hybride) aus Bolboschoenus × Schoenoplectus: Es gibt nur eine Art:[2]
      • Strandsimsen (Bolboschoenus (Asch.) Palla): Die etwa 15 Arten sind fast weltweit verbreitet.[2]
      • Fuirena Rottb. (Syn.: Vaginaria Pers., Pentasticha Turcz.): Die 30[8][5] bis 60[2] Arten sind fast weltweit verbreitet.
      • Pseudoschoenus (C.B.Clarke) Oteng-Yeb.: Sie enthält nur eine Art:
      • Schoenoplectiella Lye: Die etwa 30 Arten sind fast weltweit verbreitet.[2]
      • Teichbinsen (Schoenoplectus (Rchb.) Palla, Syn.: Heleophylax P.Beauv. ex Lestib., Pterolepis Schrad., Heleogiton Schult. nom. illeg., Elytrospermum C.A.Mey., Malacochaete Nees, Pterygolepis Rchb., Scirpus L. subg. Schoenoplectus Rchb.): Die 44[2] bis 77[8][5] Arten sind fast weltweit verbreitet.
    • Tribus Rhynchosporeae: Sie enthält nur noch zwei Gattungen:
      • Pleurostachys Brogn.: Die etwa 33 Arten sind von Trinidad bis ins tropische Südamerika verbreitet.[2]
      • Schnabelriede (Rhynchospora Vahl, Syn.: Phaeocephalum Ehrh., Dichromena Michx., Triodon Pers., Spermodon P.Beauv. ex Lestib., Zosterospermon P.Beauv. ex Lestib., Dichroma Ham. nom. illeg., Pterotheca C.Presl, Calyptrostylis Nees, Cephaloschoenus Nees, Ceratoschoenus Nees, Diplochaete Nees, Echinoschoenus Nees & Meyen, Haloschoenus Nees, Haplostylis Nees, Mitrospora Nees, Morisia Nees, Psilocarya Torr., Eriochaeta Torr. ex Steud., Leptoschoenus Nees, Microchaeta Rchb., Sphaeroschoenus Nees, Asteroschoenus Nees, Ephippiorhynchium Nees, Hygrocharis Nees, Pachymitra Nees, Ptilochaeta Nees, Astroschoenus Lindl., Kleistrocalyx Steud., Calyptrolepis Steud., Cleistocalyx Steud., Ptilosciadium Steud., Trichochaeta Steud., Pterochaete Arn. ex Boeckeler, Lonchostylis Torr., Micropapyrus Suess., Syntrinema H.Pfeiff.): Die 250[5] bis 350[8] Arten sind fast weltweit verbreitet.[2]
    • Tribus Schoeneae: Sie enthält 24 bis 29 Gattungen:
    • Tribus Scirpeae: Sie enthält etwa zehn Gattungen:
      • Amphiscirpus Oteng-Yeb.: Sie enthält nur eine Art:
        • Amphiscirpus nevadensis (S.Watson) Oteng-Yeb.: Sie ist in der Neuen Welt von Kanada bis zu den USA, in Argentinien und Chile weitverbreitet.
      • Wollgräser (Eriophorum L.): Die etwa 19 Arten sind auf der Nordhalbkugel und in Südafrika verbreitet.
      • Oreobolopsis T.Koyama & Guagl.: Die etwa drei Arten sind in Kalifornien und Südamerika verbreitet.
      • Phylloscirpus C.B.Clarke: Die etwa drei Arten sind in Südamerika verbreitet.
      • Simsen (Scirpus L.): Sie enthält etwa 67 Arten.
      • Rasenbinsen (Trichophorum Pers.): Sie enthält etwa zehn Arten.
      • Zameioscirpus Dhooge & Goetgh.: Die etwa drei Arten sind in Südamerika verbreitet.
    • Tribus Sclerieae: Sie enthält nur eine Gattung:
      • Scleria P.Bergius: Sie enthält etwa 263 Arten.
    • Tribus Trilepideae:

Standorte in Mitteleuropa[Bearbeiten]

In Mitteleuropa kommen Arten der Gattungen Quellbinsen (Blysmus), Strandsimsen (Bolboschoenus), Seggen (Carex), Schneiden (Cladium), Zypergräser (Cyperus), Sumpfbinsen (Eleocharis), Wollgräser (Eriophorum), Moorbinsen (Isolepis), Nackt-/Schuppenried (Kobresia), Schnabelriede (Rhynchospora), Kopfried (Schoenus), Teichbinsen (Schoenoplectus), Simsen (Scirpus), Rasenbinsen (Trichophorum) vor.[9]

In Mitteleuropa gedeihen Sauergrasgewächse vorwiegend an feuchten Standorten wie zum Beispiel in Mooren, Feucht- und Nasswiesen, Sümpfen, Ufern oder in Verlandungszonen von Gewässern. Ferner sind sie in Erlenbrüchen zu finden. Etliche Arten kommen aber auch in trockeneren Biotopen wie beispielsweise in Trockenrasen auf Dünen, trockenen Wäldern, alpinen Geröllfeldern oder Felsspalten vor.[9]

Neben unterschiedlichsten Feuchtepräferenzen der Arten zeigen sie auch unterschiedliche Ansprüche hinsichtlich des Kalkgehaltes ihrer Wuchsorte. In Mitteleuropa überwiegen deutlich jene Arten, welche auf kalkfreien, meist sauren Böden wachsen; daher rührt auch der Name Sauergrasgewächse.[9]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Muthama Muasya, David A. Simpson, G. Anthony Verboom, Paul Goetghebeur, Robert F.C. Naczi, Mark W. Chase & Erik Smets: Phylogeny of Cyperaceae based on DNA sequence data: current progress and future prospects., in The Botanical Review, Volume 75, Issue 1, 2009, S. 2–21: Volltext online. (Abschnitt Systematik)
  • R. F. C. Naczi & B. A. Ford (Hrsg.): Sedges: Uses, Diversity, and Systematics of the Cyperaceae., Missouri Botanical Garden Press, St. Louis, 2008, 298 Seiten.
  • W. S. Judd, C. S. Campbell, E. A. Kellogg, P. F. Stevens & M. J. Donoghue: Cyperaceae. In: Plant Systematics: A Phylogenetic Approach, 3. Auflage, Sunderland, Massachusetts, 2007, S. 294–296. ISBN 978-0-87893-407-2.
  • David A. Simpson, A. Muthama Muasya, M. Alves, J. J. Bruhl, S. Dhooge, Mark W. Chase, C. A. Furness, K. Ghamkhar P. Goetghebeur, T. R. Hodkinson, A. D. Marchant, A. A. Reznicek, R. Nieuwborg, E.A. Roalson, Erik Smets, J. R. Starr, W. W. Thomas, K. L. Wilson, X. Zhang: Phylogeny of Cyperaceae based on DNA sequence data – a new rbcL analysis. In: Aliso, 23, 2007, S. 72–83. (Abschnitt Systematik)
  • David A. Simpson, A. Muthama Muasya, M. Alves, J. J. Bruhl, S. Dhooge, Mark W. Chase, et al.: Phylogeny of Cyperaceae based on DNA sequence data-a new rbcL analysis., in Monocots III/Grasses IV, In: Aliso, 2006.
  • David A. Simpson, Carol A. Furness, Trevor R. Hodkinson, A. Muthama Muasya & Mark W. Chase: Phylogenetic relationships in Cyperaceae subfamily Mapanioideae inferred from pollen and plastid DNA sequence data. In: American Journal of Botany, 90, 2003, S. 1071–1086: Volltext online.
  • J. J. Bruhl: Sedge genera of the world: relationships and new classification of the Cyperaceae., Australian Systematic Botany, Volume 8, 1995, S. 125–305.
  • A. Muthama Muasya, A. Vrijdaghs, David A. Simpson, Mark W. Chase, Paul Goetghebeur & Eric Smets: What is a genus in Cypereae: phylogeny, character homology assessment and generic circumscription. In: The Botanical Review, 2008. (Abschnitt Systematik)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. Muthama Muasya, David A. Simpson, G. Anthony Verboom, Paul Goetghebeur, Robert F.C. Naczi, Mark W. Chase & Erik Smets: Phylogeny of cyperaceae based on DNA sequence data: current progress and future prospects., In: The Botanical Review, Volume 75, Issue 1, 2009, S. 52–66.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc Rafaël Govaerts (Hrsg.): Taxon in Suchmaske eingeben bei World Checklist of Selected Plant Families = WCSP des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. mit Daten aus Rafaël Govaerts, D. A. Simpson: World Checklist of Cyperaceae. Sedges, 2007, The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, S. 1-765.
  3. a b c d e Cyperaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 26. Juli 2014.
  4. David A. Simpson, Carol A. Furness, Trevor R. Hodkinson, A. Muthama Muasya & Mark W. Chase: Phylogenetic relationships in Cyperaceae subfamily Mapanioideae inferred from pollen and plastid DNA sequence data. In: American Journal of Botany Volume 90, 2003, S. 1071–1086. Volltext online.
  5. a b c d e f Peter W. Ball, A. A. Reznicek, David F. Murray: Cyperaceae., S. 3 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 23: Magnoliophyta: Commelinidae (in part): Cyperaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2002. ISBN 0-19-515207-7
  6. A. Muthama Muasya, David A. Simpson, Mark W. Chase.: Phylogenetic relationships in Cyperus s.l. (Cyperaceae) inferred from plastid DNA sequence data. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 138, Issue 2, 2002, S. 145–153. doi:10.1046/j.1095-8339.2002.138002145
  7. C. E. Hinchcliff, A. Lliully, T. Carey, E. H. Roalson: The origins of Eleocharis (Cyperaceae) and the status of Websteria, Egleria and Chillania. In: Taxon, Volume 59, 2010, S. 709-719.
  8. a b c d Lun-Kai Dai, Prof. Song-Yun Liang, Shuren Zhang, Yancheng Tang, Tetsuo Koyama, Gordon C. Tucker, David A. Simpson, Henry J. Noltie, Mark T. Strong, Jeremy J. Bruhl, Karen L. Wilson & A. Muthama Muasya: Cyperaceae., S. 164 - textgleich online wie gedrucktes Werk, Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 23: Acoraceae through Cyperaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 20. August 2010. ISBN 978-1-930723-99-3
  9. a b c Elfrune Wendelberger: Pflanzen der Feuchtgebiete – Gewässer, Moore, Auen, Büchergilde Gutenberg, München 1986, ISBN 3-7632-3265-6 (bzw. BLV-Verlag, ISBN 3-405-12967-2)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sauergrasgewächse (Cyperaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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