Sawod imeni Lichatschowa

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Завод имени Лихачёва (ЗИЛ)
Sawod imeni Lichatschowa
(SiL oder ZIL)
Unternehmenslogo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1916
Sitz Moskau
Leitung Igor Sacharow
Mitarbeiter 23.000, (Stand 1999) [1]
Umsatz 3,6 Milliarden RUB
Branche Fahrzeugbau
Produkte Automobile, Nutzfahrzeuge, MilitärfahrzeugeVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.amo-zil.ru

Sawod imeni Lichatschowa (vormals Sawod imeni Stalina [Stalinwerk]; Abkürzung SIS) (russisch Завод имени Лихачёва; wiss. Transliteration Zavod imeni Lichačëva; deutsch Lichatschow-Werk; Abkürzung: SiL oder auch ZIL, russ. ЗИЛ) ist ein russischer Hersteller von Lastkraftwagen, Bussen und Limousinen. Das Unternehmen ist in Moskau ansässig und befindet sich zu 90 % im Besitz des russischen Staates.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Firma wurde noch vor der Oktoberrevolution 1916 durch den Unternehmer Nikolai Alexandrowitsch Wtorow unter dem Namen AMO (russisch: Автомобильное московское общество, transliteriert: Awtomobilnoje Moskowskoje Obschtschestwo, deutsch: Moskauer Automobilgesellschaft) gegründet. Ursprünglich hätte das Unternehmen in Lizenz der Firma Fiat Lastwagen produzieren sollen. Aufgrund der Schwierigkeiten des Ersten Weltkriegs kam es jedoch zu keiner eigenständigen Produktion und das Unternehmen beschränkte sich auf die Montage von bei Fiat gekauften Bauteilen. Zu einer Serienfertigung kam es erst in der Sowjetzeit.

1924 wurde der erste in Serie gefertigte Lastkraftwagen gebaut. Es war ein Nachbau des FIAT F-15 und erhielt den Namen AMO-F-15. Das Unternehmen wurde damit zum ersten Fahrzeughersteller der Sowjetunion.

Ab 1931 hieß das Kombinat Sawod imeni Stalina ZIS russ. ЗИС (Stalin-Werk), benannt nach Josef Stalin. Mit der die Entstalinisierung erhielt das Werk nach dem XX. Parteitag der KPdSU, auf dem Chruschtschow in einer Geheimrede die Verbrechen Stalins verurteilte, in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre den Namen ZIL oder SiL (Sawod imeni Lichatschowa). Lichatschow war Direktor des AMO- bzw. (SIS-) bzw. ZIS-Werkes gewesen und politisch so unverdächtig, dass das Werk nach ihm benannt wurde.

1992 wurde das Unternehmen privatisiert. Die offizielle Bezeichnung lautet nun Offene Moskauer Aktiengesellschaft „Sawod imeni I. A. Lichatschowa“ (AMO-ZIL).

Produktion[Bearbeiten]

Bei ZIL werden hauptsächlich LKW gefertigt, jedoch stellt die Limousinenfertigung bis zum heutigen Tage eine eigene Sparte dar. In der Sowjetzeit wurden große Limousinen ausschließlich für die oberste Elite des Staates gefertigt. Die Lastwagen wurden während der Sowjetzeit auch in Lizenz in Bulgarien und China hergestellt. Der ungarische Hersteller Ikarus nutzte das Chassis von ZIL.

Panorama der Montageanlagen in der ZIL-Fabrik

Paccar arbeitete mit ZIL bei der Produktion der Kenworth-LKW zusammen, und Volvo verhandelte wegen einer Zusammenarbeit bei der Entwicklung der FH12-LKW. Die LKW-Abteilung von ZIL arbeitet mit Caterpillar zusammen und baut Motoren des amerikanischen Herstellers in seine Fahrzeuge ein.

Die Automobile wirken grundsätzlich sehr amerikanisch orientiert und sind auch entsprechend motorisiert (7700-cm³-Motoren). Technisch und optisch sind die Fahrzeuge inzwischen nicht mehr zeitgemäß.

Ein ZIL-133 in Russland

Auf Fotos der sowjetischen Staatsführung sind recht oft die Modelle 3104 und 4104 zu sehen. Die Karosserien unterschieden sich nur gering. Das Modell 3104 hatte runde Doppelscheinwerfer und einen flachen Kühlergrill, während das Modell 4104 die für amerikanische Fahrzeuge der späten 1970er- und der gesamten 1980er-Jahre typischen quadratischen Scheinwerfer aufwiesen. Der Kühlergrill wirkte dadurch etwas erhabener. Von beiden Modellen gab es eine Kurz- und eine Langversion. Das Modell 3103 war als Cabriolet für besondere Repräsentationsfahrten bei Paraden gebaut worden.

Im Tochterunternehmen Brjanski Awtomobilny Sawod wurden seit den späten 1950er Jahren zunächst Fahrzeugteile wie Achsen, später Militärfahrzeuge produziert, beispielsweise das Modell ZIL-135. Aktuell stellt das Werk schwere LKW-Fahrgestelle, aber auch Kranunterwagen her.[2][3]

Modelle[Bearbeiten]

Automobile[Bearbeiten]

ZIL-115 (4104)

Lastwagen[Bearbeiten]

ZIS-6 mit Stalinorgel
ZIL-130
ZIL-157
ZIL-5301

Busse[Bearbeiten]

ZIS-127 Tallinn – Leningrad

Sport- und Rennwagen[Bearbeiten]

  • ZIS-101 Sport (1939)
  • ZIS-112/4 (1958)
  • ZIL-112 Sport (1960–1962)
  • ZIL-412 S (1962)

Armeefahrzeuge und sonstige Produktion[Bearbeiten]

Kanone ZiS-2
  • ZIS-2
  • ZIS-3 (Feldkanone)
  • ZIS-152 (gepanzerter Personentransporter)
  • ZIS-458 (Amphibienfahrzeug)
  • ZIL-4906 (Amphibienfahrzeug)
  • ZIL 29061 (geländegängiges Fahrzeug mit Schneckenantrieb)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht aus der Zeitung "The Moscow Times" zu Neuerungen innerstädtischen Nahverkehr, 4. Februar 1999
  2. http://www.baz32.ru/
  3. http://xn----7sbb5ahj4aiadq2m.xn--p1ai/guide/army/tr/baz.shtml

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: ZIL-Fahrzeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien