Saxophon

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Saxophon
engl.: Saxophone, ital.: Sassofono
Saxophone alto.jpg
Altsaxophon
Klassifikation Aerophon
Holzblasinstrument
mit Einfach-Rohrblatt
Tonumfang b0 bis fis3

(höhere Töne mit Spezialgriffen, Klang siehe Typen)

Verwandte Instrumente Klarinette
Musiker
Liste von Saxophonisten
Kategorie:Saxophonist

Das Saxophon (gemäß neuer Rechtschreibung auch Saxofon) ist ein Musikinstrument und gehört, anders, als sein metallischer Korpus vermuten lässt, zur Familie der Holzblasinstrumente, da sein Ton mit Hilfe eines Rohrblatts erzeugt wird.

Geschichte

Das Saxophon wurde von dem Belgier Adolphe Sax (eigentlich Antoine Joseph Sax) im Jahre 1840 erfunden und am 21. März 1846 unter der Nummer 3226 in Frankreich patentiert.[1] Es ist ein Blasinstrument und gehört zur Familie der Holzblasinstrumente. Im Patentantrag begründet Sax seine Erfindung mit dem Fehlen gut klingender Holzblasinstrumente der tiefen Lage. Das erste von Adolphe Sax gebaute Saxophon war ein Bassinstrument in C. Er konzipierte das neue Instrument jedoch von vornherein für die Stimmlagen von Sopran bis Subkontrabass, abwechselnd im Quart-/Quintabstand. Dabei sah er die C/F-Stimmung für den Gebrauch im Sinfonieorchester vor, während die B/Es-Stimmung für die Militärmusik gedacht war. Die C- und F-Instrumente werden heute kaum noch hergestellt und hatten nie die Bedeutung, die sie nach ihrem Erfinder hätten haben sollen. Einzig das C-Melody-Saxophon wurde bis in die 1950er-Jahre gebaut und im Jazz, vor allem im Swing, viel verwendet.

1929 übernahm Henri Selmer die Pariser Werkstatt von Adolphe Sax und wurde zum offiziellen Inhaber von dessen Patentrechten. 2010 feierte Henri Selmer Paris das 125-jährige Firmenjubiläum. Saxophone von Henri Selmer Paris, besonders das Mark VI, haben mittlerweile Kultstatus und gehören zu den handwerklich herausragenden Produkten.

Erst mit dem Aufkommen des Jazz begann der eigentliche Siegeszug dieses Instruments mit seinem sehr variablen Klang und großen dynamischen Umfang. Inzwischen ist es bei Konzert- und Tanzmusik eines der beliebtesten Soloinstrumente, und viele bekannte Solisten haben ihre eigenen Bands oder Combos gegründet.

Aufbau und Bauformen

Zwei verschiedene Mundstücke eines Tenorsaxophons mit Rohrblättern und Ligaturen
S-Bogen mit Mundstück vom
Tenor- (oben) und Altsaxophon (unten)

Der Ton entsteht beim Saxophon durch ein einzelnes schwingendes Rohrblatt (wie z. B. auch bei der Klarinette). Deswegen zählt das Saxophon zu den Holzblasinstrumenten und nicht, wie sich aufgrund des Korpusmaterials vermuten ließe, zu den Blechblasinstrumenten.

Das Saxophon ist in drei Einzelteile zerlegbar:

  1. Mundstück mit Rohrblatt und Blattschraube (Ligatur)
  2. S-Bogen
  3. Korpus

Beim Spielen wird das Instrument meist an einem Tragriemen befestigt, den sich der Spieler um den Hals hängt. Für größere Instrumente (ab Baritonsaxophon und größer) gibt es auch Rücken- oder Schultergurte. Diese setzen sich wegen des höheren Tragekomforts in jüngerer Zeit auch vermehrt bei Tenorsaxophonisten durch, schränken aber deren Beweglichkeit und Spieldynamik stark ein. Sopransaxophon und Sopraninosaxophon spielt man oft ohne Trageriemen. Basssaxophone und größere werden meistens im Ständer und sitzend gespielt, da sie für einen bloßen Gurt zu schwer sind.

Verschiedene Saxophone; v.l.n.r: Bass-, Bariton-, Tenor-, Alt-, Sopran- und Sopraninosaxophon

Anders als die Klarinette, überbläst das Saxophon nicht in die Duodezime, sondern, wie die Querflöte und Oboe, in die Oktave. Dies wird durch den konischen Verlauf der Schallröhre (eng am Mundstück und sehr weit am Schallbecher) verursacht. Grifftechnisch ist das Instrument weitgehend mit der B-Klarinette und teilweise auch mit der modernen Querflöte verwandt.

Am häufigsten in Gebrauch sind Alt- und Tenorsaxophon, gefolgt von Sopran- und Baritonsaxophonen, während die Varianten in den extremen Lagen seltener - solistisch oder zur Bereicherung der Klangfarben in größeren Ensembles - eingesetzt werden. Das Altsaxophon ist nicht zuletzt deshalb am beliebtesten, weil es von Größe, Preis und Gewicht her auch als Anfängerinstrument für Kinder und Jugendliche geeignet ist.

Saxophone und ihre Stimmlage
Bauform Abkürzung[2] Stimmung notiertes c1 klingt als klingender Tonumfang
Soprillo B b1 as1 – d4
Sopranino sss, ssi F f1 es1 – b3
Es es1 des1 – as3
C-Sopran C c1 b0 – f3
Sopran ss, sop B b0 as0 – es3 (e3)
Mezzosopran F f0 es0 – b2
Alt as, alto, asx Es es0 des0 – as2 (a2)
C-Melody c-mel, cmel C c0 B – f2
Tenor ts B B As – es2 (e2)
Bariton bar, bars, bs Es Es (C) Des – a1
Bass bsx, bassax, b-sax,
bsax, bss, basssax
B B1 (G) As1 – e1
Kontrabass cbsx, cb-sax Es Es1 (C) Des1 – a0
Subkontrabass B B2 As2 – e0

Weitere Bauformen

Sopransaxophon, gerade Bauweise
Subkontrabasstubax

Seit Anfang dieses Jahrtausends gibt es ein noch kleineres Saxophon als das Sopranino: Das Soprillo in B-Stimmung in gerader Bauform mit Applikatur bis zum hohen e, bei normalem Fingersatz. Eine Besonderheit ist die obere Oktavklappe, die im Mundstück eingebaut ist. Die Schallröhre des Soprillos hat eine Länge von 30 cm.

Etwa seit der gleichen Zeit gibt es auch sehr gut spielbare Kontrabass- und Subkontrabass-Saxophone. Ihre Bauform weicht etwas von der klassischen Form ab: Das Hauptrohr ist nochmals gebogen. Dadurch werden diese Instrumente kompakter. In modernisierter Bauform, Tubax genannt, werden Kontrabass- und Subkontrabasssaxophon in Deutschland von Benedikt Eppelsheim hergestellt. Beide haben kleinere Mundstücke (Bariton- bzw. Basssaxophonmundstück), was die Ansprache verbessert, und eine engere Mensur, wodurch weniger Luft verbraucht wird und längere Töne gespielt werden können.

Die Beweglichkeit und Vielseitigkeit des Saxophons führte zu zahlreichen Experimenten. Das Conn-O-Sax (um 1928) wurde in einer geraden Form mit einem bauchigen Schallstück gebaut. Die gerade Form des Saxophones verleiht dem Instrument einen oboenartigen Klang. Beim Conn-O-Sax wird durch das kugelartige Schallstück der nasale Klang eines Doppelrohrblattinstruments (Oboe, Englischhorn oder Fagott) erreicht. Die F-Stimmung dieses Instruments gleicht der des Englischhorns, liegt also einen Ganzton höher als die des Altsaxophons in Es und entspricht damit der ursprünglichen Intention von Sax, ein symphonieorchestertaugliches Instrument zu bauen. Obwohl seine Vorteile gegenüber dem Englischhorn überwiegen, hat sich das Instrument nicht durchgesetzt.

Das Saxello ist ein Bb-Sopransaxophon mit zurückgebogenem Kopfende und nach vorne gebogener Spitze. Es wurde ab etwa 1924 von der King H. N. White Company gefertigt (King Saxello), seine Produktion wurde aber in den 1930er Jahren während der Großen Depression eingestellt. Heute jedoch werden Saxellos wieder produziert.[3] Bekannt wurden sie u. a. durch den Jazzmusiker Rahsaan Roland Kirk, der auch auf dem ähnlichen Manzello spielte. Er spielte auch ein Stritch genanntes umgebautes Altsaxophon von Buescher.

Eine andere Entwicklung ging dahin, Saxophone aus Holz zu bauen, um einen weicheren Klang zu erzielen. Diese Formen sind allerdings instrumentenbaulich schwer herzustellen und weisen starke Intonationsprobleme auf. Das Holzsaxophon ist der Klarinette und dem ungarischen Tárogató sehr ähnlich.

Auch in Bezug auf die Technik zur Abdeckung der Tonlöcher wurden verschiedentlich neue Ansätze verfolgt. Der Regelfall ist auch heute noch die Verwendung hohler Metallklappen, die innen mit einem mit Leder überzogenen Filzpolster ausgefüllt sind. Das Material dieser Polster wurde im Zuge der technischen Entwicklung auch durch moderne Kunststoffmaterialien (Codera, TopTone oder Jim Schmidt (USA)) ersetzt, die gepolsterte Klappe ist jedoch bis heute Standard. Zur Verbesserung des Resonanzverhaltens werden bei den größeren Klappen verschiedene Auflagen aus Metall oder Kunststoff (sogenannte Resonatoren) verwendet, die auf das Polster aufgenietet, im Fall der Buescher-Snap-In-Polster auch eingeschraubt sein können. Heute wie damals werden in 99 % aller Saxophone lederbezogene Polster verbaut.

Eine Ausnahme stellte ein in der Zeit von 1938 bis 1941 vorübergehend von Selmer USA produziertes Saxophon dar: In Zusammenarbeit mit dem damals renommierten US-amerikanischen Hersteller Buescher wurde ein Saxophon ohne Klappenpolster („a padless saxophone“) entwickelt, bei dem die Dichtung der Tonlöcher durch einen Lederring am Tonloch selbst und die Verwendung absolut plangeschliffener Messingklappen erzielt wurde. Obwohl Resonanzverhalten und Ansprache des Modells als sehr gut beschrieben wurden, waren die dünnen Dichtungsringe auf die Dauer zu anfällig, sodass das System bald wieder vom Markt verschwand.

Spieltechnik

Rollenverbindung (hier: Sopransax)

Das Mundstück wird so in den Mund genommen, dass die oberen Schneidezähne vorn auf der schrägen Fläche liegen. Beim klassischen (geschlossenen) Ansatz wird, wie bei der Klarinette, die Unterlippe leicht über die unteren Zähne nach innen gezogen und gegen das Blatt gedrückt. Im Gegensatz dazu wird beim modernen (offenen) Ansatz die Unterlippe nach außen gewölbt. Dabei dürfen die Zähne das Blatt nicht berühren. Mit diesem Ansatz wird eine härtere Klangfarbe erzielt. Damit das Blatt leichter anspricht, wird es vor dem Spielen von beiden Seiten befeuchtet.

Die linke Hand bedient die oberen Klappen des Saxophons. Der Daumen dieser Hand ruht auf der dafür vorgesehenen Daumenplatte und hält so den oberen Teil des Korpus. Bei Bedarf drückt er, um das Überblasen zu erleichtern, die direkt darüber befindliche Oktavklappe. Die rechte Hand bedient die unteren Klappen. Mit dem rechten Daumen hält der Spieler das Instrument in der Mitte, indem er es am Daumengriff leicht von sich drückt. Für Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten und linken Hand hat er je eine Klappe. Der Zeigefinger der oberen Hand bedient außerdem die kleine B-Klappe und die Flageolet-Klappe. Die kleinen Finger der rechten und linken Hand bedienen je zwei Klappen, die zur Erleichterung des Klappenwechsels mit Rollen verbunden sind.

Saxophonmusik

Die ersten Saxophonsätze der frühen Swingorchester Ende der 1920er Jahre bestanden aus zwei Altsaxophonen und einem Tenorsaxophon (z. B. Fletcher Henderson). Mit der Größe der Orchester nahmen auch die Saxophonsätze zu, zunächst auf vier Musiker (zwei Altsaxophone, zwei Tenorsaxophone) und dann auf fünf als Standardbesetzung der Bigbands der 1940er Jahre mit zwei Altsaxophonen, zwei Tenorsaxophonen und einem Baritonsaxophon. Diese Formation gilt seitdem als übliche Bigband-Besetzung, obwohl es immer auch abweichende Zusammensetzungen mit einem besonderen Sound gegeben hat. Beispiele dafür sind die „Four-Brothers-Besetzung“ von Woody Herman mit drei Tenor- und einem Baritonsaxophon oder der von einer Klarinette angeführte Saxophonsatz von Glenn Miller. In den 1950er-Jahren wurde der Saxophonsound von Billy Vaughn populär, bei dem die (zweistimmige) Melodieführung durch zwei Altsaxophone in der hohen Lage erfolgte. Üblicherweise sind die Saxophone in einem Saxophonsatz parallel mehrstimmig gesetzt, wobei dem ersten Altsaxophon die Melodieführung obliegt, während das Baritonsaxophon die Basslinien ausfüllt. Selten taucht auch einmal ein Bass-Saxophon in einer Orchesterbesetzung auf, allerdings in der Regel nicht als Mitglied des Saxophonsatzes, sondern als Ersatz für die Tuba oder den Kontrabass.

Sofern Saxophone in Musik-Combos eingesetzt werden, handelt es sich häufig um ein Tenorsaxophon (typisch für die Besetzung einer Rock-’n’-Roll-Combo) oder auch um ein Altsaxophon (hin und wieder in der Rockmusik). Sofern ein dreistimmiger Bläsersatz in einer Pop- oder Rockmusik-Combo Verwendung findet, besteht dieser meistens aus einem Saxophon (Alt oder Tenor) zusammen mit einer Trompete und einer Posaune. In größeren (Blas-)Musikkapellen der eher volkstümlichen Art kommen Saxophone (Alt und Tenor) oft in den Nebenstimmen (zusammen mit Tenorhörnern) vor.

Blasorchester

Die längste Tradition hat das Saxophon in den Blasorchestern. Dort hat das Saxophon eine wichtige klangliche Bedeutung. Es verbindet das Holz-Register Holzblasinstrumente mit dem Blech-Register Blechblasinstrumente. Einerseits hat das Saxophon die Beweglichkeit eines Holzblasinstrumentes, andererseits steht es der Lautstärke eines Blechblasinstrumentes kaum nach. 1844 prophezeite Berlioz dem Saxophon durch seine Eigenschaften eine große Zukunft.

Klassische Musik

In der klassischen Musik wird das Saxophon vor allem als Soloinstrument, in Saxophonformationen (vor allem dem Saxophonquartett) und in Kammermusikbesetzungen verwendet. Im Sinfonieorchester findet man es seltener. Beispiele: Maurice Ravel, Boléro, Georges Bizet, L'Arlésienne-Suiten, Alban Berg, Violinkonzert und Lulu, wird aber in der Regel von einem der Klarinettisten als Nebeninstrument verlangt. Eines der frühesten Saxophonkonzerte ist Alexander Konstantinowitsch Glasunows Altsaxophonkonzert in Es-Dur Opus 109. Des Weiteren hatte u. a. der DDR-Sinfoniker Max Butting eine Vorliebe für den Klang des Instrumentes und verwendete es in den meisten seiner Orchesterwerke. In jüngerer Zeit setzten u.a. Luciano Berio, Pierre Boulez oder Peter Eötvös das Saxophon im Orchester ein; mittlerweile ist es in der zeitgenössischen Orchesterliteratur durchaus kein seltener Gast mehr.

Saxophon Solo

Anthony Braxton mit Sopranino

Besonders in der Neuen Musik wird das Saxophon als Soloinstrument verwendet. Die Komponisten betonen in ihren Kompositionen dabei besonders die avantgardistischen Klangmöglichkeiten und die technischen Aspekte des Saxophons: Multiphonics, Flageoletttechniken, Klappengeräusche, Glissando, Tremolo u.v.a.m.

Einige der Komponisten, die Werke für Saxophon solo geschrieben haben, sind: Eckart Beinke, Paul Bonneau, Pierre-Max Dubois, Anders Eliasson, Jean Francaix, Alexander Konstantinowitsch Glasunow (der allerdings ins 19. Jahrhundert gehört), Jacques Ibert, Paul Hindemith,Nicolaus A.Huber, Christian Lauba, Fabien Levy, Jean-Marie Londeix, Ryo Noda, Guido Rennert, Bertold Hummel, Fuminori Tanada, Pierre Max Dubois, Jean Rivier, Sigfrid Karg-Elert oder Patrice Sciortino.

Dem US-amerikanischen Altsaxophonisten John-Edward Kelly ist eine Reihe von Werken für sein Instrument und Orchester gewidmet. So schrieben Anders Eliasson seine fünfsätzige Sinfonia concertante: Symphonie Nr. 3 für Alt-Saxophon und Orchester (1989; 2010 entstand eine Fassung für Sopransaxophon), Pehr Henrik Nordgren Phantasme (1992) und Jan Sandström My Assam Dragon (1996) für Kelly. Ebenfalls für Kelly entstanden das Konzert für Streicher und Altsaxophon (2003, Fassung für Sopransaxophon 2009) von Anders Eliasson und die Kammersinfonie Nr. 3 für 20 Streicher und Altsaxophon (1996/97) von Kalevi Aho, der für das Raschèr Saxophone Quartet ein Konzert für Saxophon-Quartett, Glocken und Streicher (mit dem Titel Kellot / Glocken) schrieb.

Auf Wunsch des schwedischen Saxophonisten Anders Paulsson schrieb Anders Eliasson 2009 und 2010 Fassungen seiner Sinfonia concertante: 3. Symphonie für Alt-Saxophon und Orchester und des Konzerts für Streicher und Altsaxophon für das Sopransaxophon. Ebenfalls für das Sopransaxophon schrieb Friedrich Cerha. Sein Konzert für Sopransaxophon und Orchester wurde 2004 uraufgeführt.

Seit neuestem gibt es sogar ein Konzert für Baritonsaxophon und Orchester von Georg Friedrich Haas, das am 3. Mai 2008 vom WDR-Sinfonieorchester Köln unter Leitung von Emilio Pomarico uraufgeführt wurde (Livesendung im Radio). Solist war Marcus Weiss.

Saxophon in Kammermusikbesetzung

In der Kammermusikbesetzung wird das Saxophon in Kombination mit anderen Soloinstrumenten verwendet. Einige der Kombinationen, die in Kompositionen Verwendung finden, kombinieren das Saxophon unter anderem mit Gesang, Geige, Flöte, Klarinette, Oboe, Fagott, Trompete, Posaune oder auch Schlagzeug. Besonders häufig wird das Saxophon als Hauptinstrument mit Begleitung verwendet. Verbreitet sind hier insbesondere die Kombination von Saxophon und Klavier, aber es existieren auch Stücke in Begleitung von Orgel, Akkordeon, Harfe, Kontrabass und Gitarre.

Saxophonformationen

Die Formationen, in denen das Saxophon in der klassischen Musik verwendet wird, sind an die Formationen der Streichinstrumente angelehnt. Insbesondere wird das Saxophon im Saxophonquartett und in größeren Saxophonensembles gespielt. Die Standardbesetzung des Saxophonquartetts ist Sopran, Alt, Tenor und Bariton. Wichtige klassische Saxophonquartette sind u.a. das Raschèr Saxophone Quartet, das Aurelia Saxophone Quartet oder das Pindakaas Saxophon Quartett. Die Besetzung der größeren Saxophonensembles variiert je nach Ensembleleiter und Komposition. Die Standardzusammensetzung des Saxophonensembles, die Jean-Marie Londeix eingeführt hat, besteht aus einem Bass-, zwei Bariton-, drei Tenor-, drei Alt-, zwei Sopran- und einem Sopraninosaxophon. Andere, insbesondere kleinere Saxophonensembles, wie zum Beispiel das Rova Saxophone Quartet, verändern je nach Komposition die Zusammenstellung der Instrumente. Auch hier werden die sechs gängigen Saxophonarten verwendet.

Jazz

Der Jazz ist „saxophonisiert“. Es gab und gibt kaum ein Jazzensemble, in dem das Saxophon nicht zumindest eine wichtige Solistenrolle ausfüllen würde. Am häufigsten findet man Quartettbesetzungen, also Rhythmusgruppe plus Saxophon. Davon abgeleitet muss man die Triobesetzungen sehen, bei denen das Harmonieinstrument, also Gitarre oder Piano, weggelassen wird.

Reine Saxophonbesetzungen sind seltener, nehmen aber nicht nur in Grenzgebieten des Jazz aufgrund der fast unbegrenzten Klangmöglichkeiten eine interessante Rolle ein, wie etwa das World Saxophone Quartet oder die Kölner Saxophon Mafia als zwei sehr langlebige Ensembles belegen. Wichtig sind Saxophone auch in einer Big Band, hier sind sie meist wie folgt besetzt: erstes und zweites Altsaxophon, erstes und zweites Tenorsaxophon sowie ein Baritonsaxophon.

Um im Jazz eine individuelle Klangfarbe erzielen zu können, ist neben dem eigentlichen Instrument die Wahl des Equipments, also der Zubehörausstattung, entscheidend. Nicht nur das Material des Mundstückes (meist Metall oder Ebonit) und dessen Form, sondern auch die Bauart der Ligatur beeinflussen die Klangfarbe. Hierbei ist es nicht selten, dass Mundstücke nachträglich in der Form angepasst („refaced“) werden.

Popularmusik

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton ist unter anderem für sein Spiel auf dem Saxophon bekannt

Ein „röhrendes“ Saxophon spielte eine tragende Rolle im klassischen Rock ’n’ Roll, namentlich im Twist. Besonderer Beliebtheit erfreute es sich in der schwarzen amerikanischen Musik, dem Soul und dem Blues. Auch im Jamaikanischen Ska, ähnlich wie im Soul und der Dancehall-Musik der späten fünfziger und frühen sechziger Jahre, durfte es in den Bläsersektionen nicht fehlen. Seltener wurde es hier auch als Soloinstrument verwendet. In der Rockmusik, insbesondere im New Wave und im wiederbelebten Two-Tone-Ska der 1980er Jahre, war das Saxophon als Soloinstrument sowie als Sektions-Instrument ebenfalls besonders populär und ein regelrechtes Modeinstrument.

Siehe auch

Literatur

  • Eugen Brixel: Die Klarinette und das Saxophon. In: Schriftenreihe für Jungmusiker. Heft 1. Musikverlag Stefan Reischel, Oberneunkirchen, Österreich, 1983.
  • Bernhard Habla: Solo-Saxophon und Blasorchester. Verzeichnis von über 350 Solowerken für ein oder mehrere Saxophone und Blasorchester. In: Werke für Soloinstrument mit Blasorchester. Band 5. Wien 1996.
  • Matthias Hochheim: Saxwelt, das deutsche Saxophonbuch. Books on Demand, 2004 (Ausführliche Seriennummernlisten, Das C-Melody, Die Geschichte des Saxophons und dessen Hersteller) ISBN 3-8334-2187-8.
  • Jaap Kool: Das Saxophon. J.J. Weber, Leipzig 1931. Neuausgabe: Bochinsky, Frankfurt/M. 1989, ISBN 3-923639-81-3.
  • Uwe Ladwig: Saxofone. buchwerft-verlag.de, 2011, ISBN 978-3863422806
  • Jean-Marie Londeix: 150 ans de musique pour saxophone. Roncorp Publications, USA 1995. (Dieses dicke, teure Buch listet die weltweite Gesamtheit an Kompositionen auf, die jemals für mindestens ein Saxofon im Zeitraum von 1844 bis 1994 komponiert wurden einschließlich pädagogischer Lektüre, Kammermusik, Ensemble und Konzerten, gleichen sowie gemischten Besetzungen.)
  • Patrick Murphy: Extended Techniques for Saxophone. An Approach Through Musical Examples. (Dissertation) Arizona State University, 2013
  • Peter Ninaus: Voraussetzungen für den Bläserunterricht am Beispiel der Klarinette. Eine Betrachtung unter den Aspekten der Musikpädagogik, Psychologie, Physiologie und des Instrumentenbaus. Bakkalaureatsarbeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, 2004.
  • Jean-Pierre Thiollet: Sax, Mule & Co. H & D, Paris 2004, ISBN 2-914266-03-0.
  • Ventzke, Raumberger, Hilkenbach: Die Saxophone. Beiträge zu ihrer Bau-Charakteristik, Funktion und Geschichte, 4. Auflage, Erwin Bochinsky, Frankfurt 2001, ISBN 3-923639-45-7.

Anmerkungen

  1. http://www.selmer.fr/histdetail.php?id=3 Abbildung der Patentschrift von 1846 (aufgerufen am 7. Dezember 2010)
  2. www.jazzindex.ch
  3. Rampone und Cazzani Saxello, King H. N. White Saxello. Historische King-Saxellos werden zu hohen Preisen gehandelt.

Weblinks

 Commons: Saxophone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Saxophon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen