Schönberg (Mecklenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schönberg
Schönberg (Mecklenburg)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schönberg hervorgehoben
53.84555555555610.9336111111117Koordinaten: 53° 51′ N, 10° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Schönberger Land
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 38,09 km²
Einwohner: 4317 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23923
Vorwahl: 038828
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 074
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 15
23923 Schönberg
Webpräsenz: www.stadt-schoenberg.de
Bürgermeister: Michael Heinze (Die Linke)
Lage der Stadt Schönberg im Landkreis Nordwestmecklenburg
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Rostock Landkreis Rostock Landkreis Ludwigslust-Parchim Landkreis Ludwigslust-Parchim Bad Kleinen Barnekow Bobitz Dorf Mecklenburg Groß Stieten Hohen Viecheln Lübow Metelsdorf Ventschow Dragun Gadebusch Kneese Krembz Mühlen Eichsen Rögnitz Roggendorf (Mecklenburg) Veelböken Bernstorf Börzow Gägelow Mallentin Plüschow Roggenstorf Rüting Testorf-Steinfort Upahl Warnow (bei Grevesmühlen) Damshagen Hohenkirchen (Mecklenburg) Kalkhorst Klütz Zierow Alt Meteln Bad Kleinen Brüsewitz Cramonshagen Dalberg-Wendelstorf Gottesgabe (bei Schwerin) Grambow (bei Schwerin) Klein Trebbow Lübstorf Lützow (Mecklenburg) Perlin Pingelshagen Pokrent Schildetal Seehof (Mecklenburg) Zickhusen Benz (bei Wismar) Blowatz Boiensdorf Hornstorf Krusenhagen Neuburg (Mecklenburg) Bibow Glasin Jesendorf Jesendorf Lübberstorf Neukloster Passee Warin Züsow Zurow Carlow (Mecklenburg) Dechow Groß Molzahn Holdorf (Mecklenburg) Königsfeld (Mecklenburg) Nesow Rehna Rieps Schlagsdorf Thandorf Utecht Vitense Wedendorfersee Dassow Grieben (Mecklenburg) Groß Siemz Lockwisch Lüdersdorf Menzendorf Niendorf (Amt Schönberger Land) Papenhusen Roduchelstorf Schönberg (Mecklenburg) Selmsdorf Boltenhagen Grevesmühlen Insel Poel Poel WismarKarte
Über dieses Bild

Schönberg ist eine Stadt im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist außerdem Verwaltungssitz des Amtes Schönberger Land, dem neben den Städten Schönberg und Dassow neun weitere Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten]

Oberteich

Die Stadt Schönberg liegt etwa 15 Kilometer östlich von Lübeck am Fluss Maurine. Das hügelige Gebiet östlich und westlich des Maurinetals erreicht Höhen bis 83 m ü. NN (Bockholzberg).

Stehende Gewässer im Ortsbereich sind der stadtnah gelegene Oberteich mit einer Größe von elf Hektar, die Rupensdorfer Teiche und der Schilfteich.

Zu Schönberg gehören die Ortsteile Groß Bünsdorf, Klein Bünsdorf, Kleinfeld, Malzow, Retelsdorf, Rupensdorf und Sabow.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

In Uhrzeigerrichtung, beginnend im Norden, grenzen folgende Städte und Gemeinden an Schönberg: Stadt Dassow, Papenhusen, Menzendorf, Roduchelstorf, Groß Siemz, Lockwisch und Selmsdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Schönberg wurde im Jahr 1219 als Sconenberge erstmals urkundlich erwähnt.[2] Es wurde Anfang des 14. Jahrhunderts unter Bischof Markward von Jesowe Residenz der Bischöfe von Ratzeburg. Das Hochstift Ratzeburg, allgemein Land Boitin genannt, fiel nach dem Dreißigjährigen Krieg als Fürstentum Ratzeburg an Mecklenburg und gehörte ab 1701 zum Herzogtum Mecklenburg-Strelitz. 1822 erhielt Schönberg als Hauptort und Verwaltungssitz der Exklave das Stadtrecht. Nach der Reichseinigung von 1871 stand Schönberg im wirtschaftlichen Schatten des benachbarten Lübeck. 1934 wurden die Ämter Grevesmühlen und Schönberg im Zuge der Wiedervereinigung der beiden Mecklenburgs zum Landkreis Schönberg zusammengelegt, Sitz der Kreisverwaltung war Schönberg. Die Kreisverwaltung wurde 1949 in das 20 Kilometer östlich gelegene Grevesmühlen verlegt.

Die Ortsteile Malzow (als Malsowe) und Rupensdorf (als Rubenestorp) wurden bereits 1194 im Isfriedschen Teilungsvertrag erstmals urkundlich erwähnt.

Durch die Lage an der innerdeutschen Grenze wurde die Stadt hart getroffen und erholt sich seit der Wiedervereinigung langsam. Der Altstadtkern wurde seit 1994 mit Hilfe der Städtebauförderung gründlich saniert.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Mit Stand von August 2013 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

  • Die Linke: 5 Sitze
  • Liberale Wählergemeinschaft Schönberg (LWS): 4 Sitze (davon 1 in Form einer Zählgemeinschaft)
  • CDU: 2 Sitze
  • Wählergruppe „Schönberg mit Verantwortung“: 2 Sitze
  • Unabhängige Wählergemeinschaft Schönberg (UWG): 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit den Kommunalwahlen 2004 war Michael Heinze (Die Linke) Bürgermeister der Stadt. Mit über 72 % der abgegebenen Stimmen wurde er bei den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 wiedergewählt. Danach wurde bekannt, dass er bis 1989 neben seiner früheren Funktion als Kommandeur der Grenztruppen der DDR auch Inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit war.[3] Dies führte dazu, dass er am 14. Juli 2009 vom Stadtrat mehrheitlich seines Amtes enthoben wurde. Dieses wurde seit Anfang August 2009 vom Innenministerium des Landes geprüft.[4] Am 12. November 2009 wurde Lutz Götze (Die Linke) zum stellvertretenden und damit amtierenden Bürgermeister gewählt.

Das Schweriner Verwaltungsgericht hat am 9. Juni 2011 entschieden, dass die Bürgermeisterwahl 2009 gültig war. Heinze kann sein Amt als Bürgermeister wieder aufnehmen.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde unter der Nr. 139 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In einem von Blau über Gold und Rot geteilten Schild ein roter Mittelschild, darin ein schwebendes silbernes Hochkreuz, überhöht von einer goldenen Fürstenkrone.“[6]

Das Wappen wurde 1997 von dem Weimarer Michael Zapfe neu gezeichnet.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 7. Oktober 1990 gibt es eine Städtepartnerschaft mit dem nahen Ratzeburg in Schleswig-Holstein und seit dem 3. Oktober 2005 mit der schwedischen Gemeinde Färgelanda im Västra Götalands län.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick über den Oberteich auf die St.-Laurentius-Kirche
Lutherdenkmal mit Relief von A. Manthe (1883)
  • Altstadt
  • St.-Laurentius-Kirche mit der historischen Winzer-Orgel von 1847. Hier findet der jährliche Schönberger Musiksommer statt.
  • Lutherdenkmal an der St.-Laurentius-Kirche
  • spätgotische Mordwange (Sühnestein), ebenfalls an der Kirche
  • das Volkskundemuseum in Schönberg dokumentiert die kulturelle Eigenständigkeit im ehemaligen Fürstentum Ratzeburg
  • die Freilichtanlage des Bechelsdorfer Schulzenhauses von 1525
  • Denkmal von 1951 im Stadtpark für die Opfer des Faschismus
  • Büste aus dem Jahre 1985 von dem Bildhauer Hans Peter Jaeger zur Erinnerung an den kommunistischen Landtagsabgeordneten und Heimatdichter Rudolf Hartmann, der 1945 im KZ Mauthausen ermordet wurde. Das Kunstwerk wurde geschändet und beschädigt und befindet sich seit 1990 im Heimatmuseum.
  • Das Rathaus ist ein zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus unter einem Krüppelwalmdach. Es wurde etwa 1800 errichtet. Zum Rathaus wurde es 1925 und dabei im Inneren stark verändert. Das Stadtwappen über dem Eingang wurde 1922 in Sgraffiotechnik ausgeführt.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Neben mittelständischen Unternehmen der Möbelproduktion (Fa. Palmberg) und der IT-Branche sowie dem Hersteller von Aerosol-Ventiltechnik (LINDAL Group) gibt es zahlreiche kleinere Handwerksunternehmen.

Verkehr[Bearbeiten]

Schönberg liegt an der Bundesautobahn 20 zwischen Lübeck und Wismar, an der Bundesstraße 104 von Lübeck nach Schwerin sowie an der Eisenbahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen. Der Flughafen Lübeck liegt etwa 15 Kilometer entfernt.

Ende der 1940er Jahre wurde die Stichbahn nach Dassow und darüber hinaus nach Pötenitz nahe dem Priwall als Reparationsleistung von der sowjetischen Besatzungsmacht abgebaut. Eine direkte Verbindung nach Schwerin wurde noch in den 1940er Jahren geplant, doch wurde das fehlende Verbindungsstück Schönberg–Rehna, von einigen Trassierungsarbeiten und Brückenbauten abgesehen, niemals fertiggestellt.

Bildung[Bearbeiten]

Das 1823 aus der Ratzeburger Domschule hervorgegangene Realprogymnasium hatte Absolventen wie Werner Siemens und Ernst Barlach. Zu Ehren Ernst Barlachs wurde das ansässige Gymnasium am Oberteich mit etwa 650 Schülern „Ernst-Barlach-Gymnasium“ benannt. Das Schulgebäude wurde 1928/29 unter Baurat W. Brückner im Stil der Heimatschutzarchitektur in Backstein errichtet. Zusätzlich gibt es in Schönberg auch eine Regionale Schule, die „Grundschule am Oberteich“ (beide in Trägerschaft der Stadt Schönberg) sowie die Allgemeine Förderschule „Anne Frank“ (in Trägerschaft des Landkreises Nordwestmecklenburg). Seit dem Schuljahr 2006/2007 hat auch eine evangelische Grundschule in Trägerschaft der Diakonie ihren Betrieb aufgenommen.

Energie[Bearbeiten]

In der Nähe des Ortsteils Sabow befinden sich zwei Windkraftanlagen des Typs Enercon E-82 E2 mit 2300 kW Nennleistung, 138 Metern Nabenhöhe und 82 Metern Rotordurchmesser. Diese im Jahr 2010 fertiggestellten Windkraftanlagen sind die höchsten in Mecklenburg-Vorpommern.

Sonstiges[Bearbeiten]

Bekannt wurde Schönberg durch seinen Fußballverein FC Schönberg 95, der es in den Jahren von 1999 bis 2004 jedes Jahr als Landes-Pokalsieger in die DFB-Pokal-Hauptrunde schaffte und dort an renommierten Gegnern wie dem FC Bayern München oder dem Hamburger SV scheiterte.

Nordwestlich der Stadt (zur Gemeinde Selmsdorf gehörig) befindet sich die Deponie Ihlenberg (auch bekannt als Deponie Schönberg), welche seit 1977 betrieben wird und auf der seit vielen Jahren Hausmüll und Sondermüll behandelt und entsorgt werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerd Baier, Horst Ende, Brigitte Oltmans, Gesamtredaktion Heinrich Trost: Die Bau- und Kunstdenkmale in der mecklenburgischen Küstenregion mit den Städten Rostock und Wismar. Henschel Verlag GmbH, Berlin 1990, ISBN 3-362-00523-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. MUB I, Nr. 250 [1]
  3. Der Stasi-Bürgermeister. 3sat, 13. August 2009
  4. Kreis verweist Fall Heinze weiter nach Schwerin. In: Ostsee-Zeitung, 7. August 2008
  5. Meldung in der NNN aufgerufen am 16. Juni 2011
  6. Hauptsatzung § 3
  7. Gerd Baier, Horst Ende, Brigitte Oltmans, Gesamtredaktion Heinrich Trost Die Bau- und Kunstdenkmale in der mecklenburgischen Küstenregion mit den Städten Rostock und Wismar Henschel Verlag GmbH Berlin, 1900 ISBN 3-362-00523-3 Seite 69

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schönberg (Mecklenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien