Schöndorf (an der Ruwer)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Schöndorf
Schöndorf (an der Ruwer)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Schöndorf hervorgehoben
49.6787388888896.740625309Koordinaten: 49° 41′ N, 6° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Trier-Saarburg
Verbandsgemeinde: Ruwer
Höhe: 309 m ü. NHN
Fläche: 10,03 km²
Einwohner: 740 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54316
Vorwahl: 06588
Kfz-Kennzeichen: TR, SAB
Gemeindeschlüssel: 07 2 35 124
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Kirchstr. 1
54320 Waldrach
Webpräsenz: schoendorf.eu
Ortsbürgermeister: Uwe Kirchartz (FWG e.V.)
Lage der Ortsgemeinde Schöndorf im Landkreis Trier-Saarburg
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Über dieses Bild

Schöndorf (moselfränkisch: Schennerf) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Ruwer an, die ihren Verwaltungssitz in Waldrach hat. Zu Schöndorf gehören der Ortsteil und ehemalige Gutshof Lonzenburg, der Ortsteil Pluwigerhammer und die Raulsmühle an der Ruwer.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schöndorf liegt am nordwestlichen Rande des Osburger Hochwaldes, auf halber Höhe über dem Ruwertal. Westlich von Schöndorf fließt die Ruwer. Ihr fließen der Entergraben im Naturschutzgebiet Enterbachtal und der Rotegraben zu.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 634 wurde im Grimo-Testament der Ort als „fidivis“ erwähnt.[2] In der Egbert-Urkunde aus dem Jahr 981 schenkte der Trierer Erzbischof Egbert dem Trierer Stift St. Paulin auch „videum mit Kirche“ (lat. „videre“ = schauen, daraus Schaudorf - Schöndorf). Im Jahre 1228 wird durch Erzbischof Theoderich II. dem Stift St. Paulin die Zugehörigkeit der Kirche in Schöndorf bestätigt. Im Jahre 1839 wird im klassizistischen Stil die Kirche neu erbaut und 1907 mit einem wuchtigen, quadratischen Turm erweitert. Schöndorf ist zentraler Pfarrort für die umliegenden Gemeinden Bonerath, Hinzenburg, Holzerath und Ollmuth.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Schöndorf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]

Jahr Einwohner
1815 296
1835 434
1871 502
1905 483
1939 652
1950 716
Jahr Einwohner
1961 744
1970 757
1987 761
1997 789
2005 820
2013 740

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Schöndorf besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl CDU FWG Gesamt
2014 5 7 12 Sitze
2009 7 5 12 Sitze
2004 7 5 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Schöndorf e.V.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Von 2004 bis 2014 war Matthias Wick (CDU) Ortsbürgermeister von Schöndorf. Am 25. Mai 2014 wurde Uwe Kirchartz (FWG) zum neuen Ortsbürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Unter einem gespaltenen Schildhaupt, in dem rechts oben in Silber ein rotes Balkenkreuz und links in Blau ein silbernes Andreaskreuz stehen, erscheinen in Rot, zwei zu eins, drei silberne Meisen.“

Erläuterung: Das kurtrierische Balkenkreuz erinnert an die frühere landesherrliche Zugehörigkeit zu Kurtrier. Das Andreaskreuz weist auf den Schutzpatron der Pfarrkirche zu Schöndorf hin. Die Meisen stehen für die Herren von Meisemburg, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Grundrechte in Schöndorf hatten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Andreas ist als Kulturdenkmal eingestuft.[5] Der freistehende Saalbau im klassizistischen Stil wurde 1830/31 von Kommunalbaumeister Johann Baptist Bingler aus Trier errichtet; beachtenswert ist die eingezogene Apsis und die mehrschichtig durch Bogenblenden gegliederte Fassade. Der freistehende neuromanische Glockenturm wurde von Ernst Brand aus Trier im Jahre 1908 hinzugefügt. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht das Pfarrhaus (Hauptstraße) und der Kirchhof mit Priestergrabsteinen und dem Kriegerdenkmal.[6]

Die Kirche wurde anstelle einer im Jahre 1833 wegen Baufälligkeit abgerissenen früheren Kirche gebaut. Die erste Kirche in Schöndorf wurde 981 in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Egbert erwähnt.

Vereine[Bearbeiten]

Der größte Ortsverein ist der FC Schöndorf, dessen Anfänge bis 1929 reichen. Heute (Stand: 2009) hat der Verein etwa 380 Mitglieder und unterhält die Abteilungen Fußball, Sportkegeln und Gymnastik.

Weitere Vereine in Schöndorf sind der Männergesangverein, der Kirchenchor, der Malteserhilfsdienst, der Karnevalsverein und die Frauengemeinschaft.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Mehrere kleine und mittlere Unternehmen sind im Ort ansässig sowie Geschäftsstellen der Sparkasse Trier und der Volksbank Hochwald-Saarburg. Schöndorf liegt an der Landesstraße 146 und an den Kreisstraßen 56 und 62. Gemeindestraßen verbinden den Hauptort mit den Ortsteilen Lonzenburg und Neuhof. Ein Verbindungsradweg von gut einem Kilometer Länge führt von der Ortsmitte hinunter zum Pluwiger Hammer, wo ein Anschluss an den Ruwer-Hochwald-Radweg besteht, der auf der Trasse der ehemaligen Hochwaldbahn gebaut worden war.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr wurde am 22. Juli 1928 gegründet. Sie hat heute 28 Aktive (Stand 2009). Seit dem 1. Juni 1990 gibt es auch eine Jugendfeuerwehr mit derzeit 15 Jugendlichen. Der Förderverein der Feuerwehr Schöndorf e.V. entstand 1996.

Öffentliche Einrichtungen in Schöndorf sind das Bürgerhaus, die Bücherei, das Andreashaus, die Enterbach-Grundschule, die Sporthalle, das Sportgelände, mehrere Spielplätze und der Jugendraum.

Literatur[Bearbeiten]

Zum Dialekt des Ortes Schöndorf gibt es seit September 2003 ein Buch von Willi Körtels, das inzwischen 204 Seiten umfasst. Es informiert über die Redewendungen, die Sprichwörter, die Flurnamen, die Hausnamen und jiddische Ausdrücke. In einem Registerteil kann man die einzelnen Begriffe nachschlagen und ihre Bedeutung erkunden. In einem Grammatikteil wird die Deklination der Nomen und die Konjugation der Verben dargestellt. Außerdem sind einige ausgewählte Begriffe in Dialekt erklärt.[7]

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schöndorf (an der Ruwer) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hochwälder Geschichtsblätter Heft 11, Nov. 1999
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Trier-Saarburg, Seite 34 (PDF; 1,64 MB)
  6. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Rheinland-Pfalz, Saarland. Deutscher Kunstverlag, München 1984, ISBN 3-422-00382-7
  7. Schöndorfer Dialekt