Schöneiche bei Berlin

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schöneiche bei Berlin
Schöneiche bei Berlin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schöneiche bei Berlin hervorgehoben
52.47944444444413.69555555555645Koordinaten: 52° 29′ N, 13° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 16,64 km²
Einwohner: 12.014 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 722 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15566
Vorwahl: 030
Kfz-Kennzeichen: LOS
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 440
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Brandenburgische Str. 40
15566 Schöneiche bei Berlin
Webpräsenz: www.schoeneiche-bei-berlin.de
Bürgermeister: Heinrich Jüttner (parteilos)
Lage der Gemeinde Schöneiche bei Berlin im Landkreis Oder-Spree
Bad Saarow Beeskow Berkenbrück Briesen Brieskow-Finkenheerd Diensdorf-Radlow Eisenhüttenstadt Erkner Friedland Fürstenwalde/Spree Gosen-Neu Zittau Groß Lindow Grünheide Grunow-Dammendorf Jacobsdorf Langewahl Lawitz Briesen (Mark) Mixdorf Müllrose Neißemünde Neuzelle Ragow-Merz Rauen Reichenwalde Rietz-Neuendorf Schlaubetal Schöneiche Siehdichum Spreenhagen Steinhöfel Storkow Tauche Vogelsang Wendisch Rietz Wiesenau Woltersdorf Ziltendorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Schöneiche bei Berlin ist eine amtsfreie Gemeinde im Nordwesten des Landkreises Oder-Spree in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Schöneiche grenzt an Berlin (Bezirk Treptow-Köpenick), sowie an die Gemeinden Hoppegarten (Ortsteil Münchehofe), Neuenhagen, Fredersdorf-Vogelsdorf, Rüdersdorf und Woltersdorf.

Schöneiche schmiegt sich in ganz besonders deutlicher Weise an den Berliner Stadtforst: Die unmittelbare Berliner Nachbarschaft ist ausschließlich bewaldet, während die Siedlung Schöneiche direkt an den Stadtrand grenzt.

Ortsteile/Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Schöneiche besteht aus den früheren Dörfern Schöneiche und Kleinschönebeck, die am 1. April 1939 unter dem Namen Schöneiche zusammengeschlossen wurden[2], sowie den Kolonien Fichtenau, Grätzwalde, Hohenberge und Birkenheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte bis zum Mittelalter[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet des heutigen Schöneiche scheinen seit der Jungsteinzeit in wohl ungebrochener Folge Siedlungen bestanden zu haben, wie Grabungen bestätigen. Um 1930 wurden bei Erdarbeiten bei der Kleinschönebecker Mühle Funde aus der Zeit von zirka 4500 v. Chr. bis 2000 v. Chr. geborgen. Bei Ausgrabungen des Berliner Märkischen Museums 1936/1937 wurde beim Weidensee eine Siedlung der Lausitzer Kultur gefunden. Außerdem konnte ein Urnenfeld aus derselben Zeit (800 v. Chr.) auf einem Gelände zu Kleinschönebeck und Woltersdorf gehörenden Gelände freigelegt werden. Des Weiteren wurden Funde aus der späten römischen Kaiserzeit gefunden. Aus dem 5. Jahrhundert gibt es slawische Siedlungen am Fredersdorfer Mühlenfließ.

1250 legten Zisterziensermönche auf dem Gebiet von Fichtenau eine erste Wassermühle an.

Schöneiche[Bearbeiten]

1376 wurde Schöneiche als Schoneyke und Schoneyche erstmals urkundlich im Landbuch der Mark Brandenburg erwähnt. Besitzer des Dorfes waren der Berliner Bürger Schlegel (Slegel) sowie Hans und Peter Lietzen (Litzen). Der Ort bestand aus einem Rittersitz (12 Hufen) sowie 12 Bauerngütern und 3 Kossätenstellen. 1429 befand sich Schlegels Besitzteil im Besitz der Erben der Lietzen. Klaus Lietzen vertauschte seinen Schöneicher Besitz mit dem eines Stofenow (auch Stavenow; Biesow auf dem Oberbarnim). Als dieser kurz darauf starb, verkaufte seine Witwe den Gutshof Schöneiche an den Berliner Bürger Jacob Heidecke. 1450 gehörte Schöneiche zum Teil der Stadt Berlin (bis 1451) und Friedrich II.. Ab 1480 wurde Schöneiche Eigentum eines Mannes namens Hobeck, danach der Familie von Quast.

Kleinschönebeck[Bearbeiten]

1375 wurde (Klein)Schönebeck als Schonebeke und Schonenbeke ebenfalls erstmals im Landbuch der Mark Brandenburg erwähnt. Besitzer Kleinschönebecks (45 Hufen; 10 Kossätenstellen) war der Cöllner Bürger Glase (Glasow). 1450 befand sich Kleinschönebeck im Besitz des Landesherrn Friedrich II.. 1480 wurde es Eigentum eines Schulboth, einem Lehnsdiener des Markgrafen. Danach, möglicherweise schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als Markgraf Jost von Mähren Altlandsberg an die von Krummensees verkaufte, ging der Ort in den Besitz der Stadt Altlandsberg über. Das genaue Jahr konnte noch nicht geklärt werden. Obwohl die Bewohner Schönebecks nicht an den Kämpfen des Bauernkrieges teilgenommen haben, sind sie nach der Niederwerfung von der vermehrten Ausbeutung durch ihre Besitzer betroffen.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Dorf Schöneiche[Bearbeiten]

Schlosskirche von Schöneiche
Alter Raufutterspeicher in Schöneiche
Schloss Schöneiche um 1860, Sammlung Alexander Duncker

1527 erhielt die Witwe des Hans von Krummensee das Dorf Schöneiche mit allen Rechten als Witwensitz vom Kurfürsten Joachim I. Zwei Jahre später wurde die Familie von Krummensee mit dem Ort belehnt. Die Krummensees errichteten das erste feste Haus, einen mit einer Feldsteinmauer umgebenen Rittersitz gegenüber der Kirche. Seit 1541 heißt der Ort in den Quellen Schöneiche. 1610 bestätigte Kurfürst Johann Sigismund die Belehnung der Krummensees in Person der Brüder Hans und Hartwich von Krummensee.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schöneiche, anders als etwa das Nachbardorf Woltersdorf kaum in Mitleidenschaft gezogen. 1655 zog Georg Grätz von Seeberg nach Schöneiche. Durch Einheiratung kam er in den Besitz eines Bauernhofes, der heute das älteste erhaltene Bauernhaus und Heimatmuseum ist. 1690 mussten die Krummensees aus finanziellen Gründen (Folgen des Dreißigjährigen Krieges) Schöneiche verkaufen. Käufer wurde „auf Widerruf“ durch die Krummensees ihr Verwandter, der polnische und kursächsische General Christian Dietrich von Röbel auf Hohenschönhausen. Nach Aufzeichnungen des späteren Pfarrers Babick war jedoch seine Frau Maria Ludmilla von Kupfer die Käuferin. Röbel schien ein strenges Regiment zu führen, unter anderem untersagt er den Verkauf von Bier im Krug vor 16 Uhr (außer an Reisende) und nach 21 Uhr, wofür auch der Krüger haftbar gemacht würde. Er verbot außerdem Holz zu schlagen oder zu sammeln. Da Hans Adam von Krummensee auf einen Rückkauf verzichtete, ging das Dorf 1701 endgültig in den Röbelschen Besitz über.

Nach zwei Jahren im Besitz des Hake auf Rangsdorf erwarb der Geheime Rat Severin Schindler das Gut Schöneiche. Er ließ schon ab diesem Jahr die Kirche erneuern, die im Stile des Barock ausgebaut wurde und einen Turm bekam. Auch eine Schule ließ Schindler einrichten. 1726 stellte er mit Johann Friedrich den ersten Schulmeister für die 35 schulpflichtigen Kinder an. Zudem stiftete er eine wertvolle Bibliothek „christlicher und erbaulicher Literatur“, die der Pfarrer verwaltete und die in der Schlosskirche aufgestellt wurde. Noch heute ist ein Drittel des Bestandes erhalten, darunter mehrere Bibeln aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit Titelholzschnitten von Lucas Cranach III.. 1725 erließ Schindler mehrere Verordnungen, unter anderem eine detaillierte Schulordnung und eine Armenverordnung, die das Betteln im Ort untersagte. 1730 richtete Schindler ein Waisenhaus ein. Nach seinem Tod (1737) und dem Tod seiner Witwe 1746 ging ein Großteil des beträchtlichen Vermögens in einer Stiftung zugunsten des Waisenhauses auf. Zum Kapital gehörte auch das Dorf Schöneiche.

Die Kuratoren der Stiftung verlegten das Waisenhaus bald nach Berlin und veräußerten das Dorf Schöneiche 1747 an den Bankier Segebarth. 1749 wurde auf Anordnung von Friedrich II. ein Raufutterspeicher für die königliche Kavallerie errichtet. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Die Witwe Ann Regina Segebarth verkaufte Schöneiche 1753 an die ebenfalls verwitwete Auguste von Oerzen. Da diese 1756 ihren Zahlungsverpflichtungen nur zum Teil nachgekommen war, versuchte sie, Kapital aus den reichen Holzbeständen Schöneiches zu machen. Das missfiel jedoch der Vorbesitzerin, die das gerichtlich untersagen ließ. Daraufhin verkaufte sie das Gut Schöneiche 1759 an den Amtmann Puhlmann. Am 7. Juli 1761 erwarb der Hofbankier Friedrich Wilhelm Schütze, einer der reichsten Bürger Berlins, das Dorf Schöneiche.

„Lützowhaus“

Schütze ließ ein neues Schloss errichten und einen Park anlegen. Er ließ auch eine Wachsbleiche zur Herstellung von Kerzen errichten. Die Produkte gingen vor allem an den Berliner Königshof, aber auch an die Königshöfe von Portugal, Spanien und Italien. 1760 setzte er gegen den Widerstand der Schöneicher die Aufteilung der Gemeinheiten (Weiden, Wiesen) durch, wobei der weitaus größere Teil ihm zufiel. Nachdem Schütze 1794 gestorben war, bestattete man ihn in der Schlosskirche, wo ihm Johann Gottfried Schadow ein Grabmal errichtet. 1809 wurde nach dem Gefecht bei Dodendorf der schwer verwundete Adolf von Lützow im Haus des Gutsherrn gesundgepflegt; eine gusseiserne Gedenktafel erinnert bis heute daran.

Kleinschönebeck[Bearbeiten]

Der alte Dorfanger von Kleinschönebeck vor dem Umbau 2011
Dorfkirche von Kleinschönebeck

Im 15./16. Jahrhundert wurde die Dorfkirche errichtet. 1541 hieß der Ort Klein schonbecke, 1624 wird er als Klein Schönebeck erwähnt, 1683 wieder nur Schönebeck, jedoch mit dem Hinweis, dass der Ort im Allgemeinen Klein Schönebeck genannt wird. In einem Gesamtbelehnungsbrief des Kurfürsten Johann Georg wird das Dorf 1572 erneut als Besitz der Krummensees ausgewiesen. 1592 kauften die Krummensses auch die Kleinschönebecker Mühle. 1621 zog die Familie Grätz von Seeberg nach Kleinschönebeck. Sie stellten in der Folgezeit über Jahrhunderte die Dorfschulzen und bestimmten die Geschicke des Ortes mit. Im selben Jahr starb mit Georg Schmidt der erste namentlich bekannte Pfarrer des Ortes. Am 21. Dezember 1643 verkauften die Krummensees Kleinschönebeck an Georg Friedrich Lotho von Trotten, der es 1651 an Erasmus Seydel weiter veräußerte. Dieser verkaufte das Dorf wiederum am 3. Juli 1654 an den Reichsfreiherrn Otto von Schwerin. 1708 ging die Herrschaft Altlandsberg in den Besitz von König Friedrich I. über. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Kleinschönebeck als Domäne nun zum Amt Altlandsberg. 1778 wurde mit Raymund Dapp eine der bedeutendsten Gestalten der Ortsgeschichte Pfarrer in Kleinschönebeck und den dazugehörigen Außenstellen Schöneiche und Münchehofe. Von ungefähr 1784 bis 1837 waren erst Johann Heinrich Lübke und anschließend sein Sohn Johann Friedrich Lübke Schulmeister der Dorfschule. 1793 wurde auf Initiative von Pfarrer Dapp eine Industrieschule errichtet. Unterstützung erhielt er dabei vom Küster Lübke und dessen Frau. Die Schule vermittelte nicht nur theoretisches, sondern auch praktisches Wissen wie Gartenbau, Spinnen und Stricken. Jedoch sollte das nur Erziehung zur Arbeit sein, nicht Erwerbsarbeit in der Schule. So wies er das Ansinnen der Schulbehörde zurück, die Schule solle sich aus den Arbeitserlösen selbst tragen. Weitere Hilfe leisteten der Dorfschulze Grätz und der königliche Minister Otto von Voß. Auch eine Maulbeerbaumplantage geht auf die Initiative Dapps zurück, von denen auch heute noch zwei Bäume stehen.

20. Jahrhundert bis heute[Bearbeiten]

Schöneiche, Brandenburgische Straße

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden von den damals etwa 5000 Einwohnern des Ortes die 170 Juden unter Mithilfe der örtlichen Behörden vertrieben. Es ist belegt, dass der damalige Bürgermeister, das Finanzamt und viele weitere von der Vertreibung profitierten. Rund 80 Personen gelang die Emigration, die restlichen Juden wurden in Ghettos oder Konzentrationslager deportiert. Von den Überlebenden oder Emigrierten ist keiner wieder in den Ort zurückgekehrt. Dennoch lebten 2005 wieder etwa 70 jüdische Flüchtlinge aus der GUS im Ort, die den Verein ‚Schtetl‘ gründeten, welcher in der ehemaligen Feuerwache eingerichtet wurde.[3] 1953 wurde hier auf Initiative des Berliner Bischofs Wilhelm Weskamm das Bischöfliche Vorseminar gegründet, das im Verbund mit anderen Standorten wie in Magdeburg oder auf der Huysburg dem Fehlen von Ausbildungsstätten für katholische Theologen auf dem Gebiet der DDR abhelfen sollte.

Nach 1989 wurde die während der DDR-Zeit eingerichtete Gedenk- und Bildungsstätte in der früheren Reichsparteischule der KPD geschlossen und das Gebäude zu einem Wohnhaus umgestaltet.

Siehe auch:

Pfarrer von Kleinschönebeck und Fichtenau[Bearbeiten]

Die Pfarrer von Kleinschönebeck waren gleichzeitig Pfarrer der Zweigstellen Schöneiche und Münchehofe.

Name Amtsantritt Ende der Amtszeit
Georg Schmidt 1621 (verstorben)
Laurentius Preszier 1620
Matthias Pierius 1631
Gregorius Janus 1654
Wiegensdorf 1699 1724
Johann George Cuntius 1724 1727
Marchendorf 1724 1731
Hoevel 1731 1748
August Gottlieb Geitner 1748 1777
Raymund Dapp 1778 1819
Friedrich Wilhelm Bade 1819 1842
Rahardt 1843 1878
Babick 1878 15. September 1913
Jacobi (Jacoby) 12. Oktober 1913 30. September 1928
Joachim Heinrichs 1929 1955
Schulz 1954
Johannes Jucknat 1956 1971
Jürgen Huhn 1971 1981
Helmut Grätz 1981 1999
Annemarie Bodenmüller (seit 1986 Annemarie Schumann) 1. Oktober 1982 1. Oktober 1993
Kerstin Lütke seit dem 1. Januar 1988
Hilfsprediger
Joachim Finke 1. Juni 1948 28. Februar 1953
Pfarrer ohne Schöneicher Wohnsitz
Wilhelm Mai 1. Februar 1979 1980/1981

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Schöneiche bei Berlin:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen

Gebietsstand 1. Januar 2013
Jahr Einwohner
1875 846
1890 1005
1925 4727
1933 7159
1939 9153
1946 8799
1950 9561
1964 9970
1971 10175
1981 9241
Jahr Einwohner
1985 8906
1989 8354
1990 8199
1991 8169
1992 8151
1993 8228
1994 8619
1995 9428
1996 10013
1997 10363
Jahr Einwohner
1998 10806
1999 11155
2000 11299
2001 11397
2002 11493
2003 11702
2004 11871
2005 12004
2006 12047
2007 12112
Jahr Einwohner
2008 12129
2009 12111
2010 12196
2011 12000
2012 11990

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[4].

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 53,2 % (2008: 53,1 %)
 %
30
20
10
0
23,2 %
19,3 %
14,6 %
11,7 %
8,9 %
7,2 %
6,4 %
6,0 %
2,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-2,9 %p
-5,4 %p
-8,0 %p
+11,7 %p
+8,9 %p
+0,7 %p
+2,2 %p
-0,9 %p
-6,4 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Unabhängige Bürger Schöneiche
e BürgerBündnis Schöneiche e.V.
h Freiwillige Feuerwehr

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Schöneiche besteht aus 22 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister.

  • LINKE 5 Sitze (-1)
  • SPD 4 Sitze (–1)
  • CDU 3 Sitze (-2)
  • Unabhängige Bürger Schöneiche 3 Sitze (+3)
  • BürgerBündnis Schöneiche 2 Sitze (+2)
  • FORUM 2 Sitze (+1)
  • GRÜNE 1 Sitz (±0)
  • Freiwillige Feuerwehr 1 Sitz (-1)
  • FDP 1 Sitz (-1)

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen, gestaltet vom Heraldiker Frank Diemar, wurde am 19. September 1995 genehmigt.

Blasonierung: „Von Silber und Grün gespalten, darin eine bewurzelte Eiche mit vier Früchten in ver-wechselten Farben.“[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Heimathaus am Dorfanger

In der Liste der Baudenkmale in Schöneiche bei Berlin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schöneiche[Bearbeiten]

Kleinschönebeck[Bearbeiten]

Fichtenau[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Seit 1970 gab es in Schöneiche ein Jugendblasorchester. Dieses vereinigte sich 1990 mit dem Fürstenwalder Jugendblasorchester zum 1. Brandenburgisches Garde-Blasmusikkorps Fürstenwalde. Heute gibt es in Schöneiche eine eigene Musikschule, an der die verschiedensten Instrumente unterrichtet werden. Sie ist im Helga-Hahnemann-Haus untergebracht und gestaltet zahlreiche kulturelle Höhepunkte im Ort.

Sport[Bearbeiten]

Wohl populärster Verein des Ortes ist der Fußballverein Germania 90, der nach der Wende aus dem Vorgängerverein ZBE Landbau Schöneiche entstand. Aktuell spielt der Verein in der Fußball-Oberliga Nordost (Staffel Nord).

Ebenfalls ein erfolgreicher Verein des Ortes ist die TSGL Schöneiche, dessen erste Volleyball-Herrenmannschaft seit 2007 in der 2. Bundesliga spielt. Die B1 Bowler Schöneiche spielen mit mehreren Mannschaften in der Brandenburgliga, mehrere Spieler und Jugendspieler nahmen an den Deutschen Bowling-Meisterschaften teil.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Schöneicher Straßenbahn, 1911

Im Frühjahr 1910 wurde mit den Bauarbeiten zur Schöneicher Straßenbahn begonnen. Die meterspurige Strecke war 5,6 Kilometer lang und führte bis zum Bahnhof Berlin-Friedrichshagen. Am 5. November 1912 wurde die Straßenbahn bis nach Kalkberge verlängert. Am 30. Mai 1914 wurde die Strecke elektrifiziert.

Die Straßenbahn fährt noch in der heutigen Zeit. Seit der politischen Wende werden das Schienennetz, die Fahrleitungsmaste, der Betriebshof und der Wagenbestand durch Ankauf gebrauchter Fahrzeuge kontinuierlich modernisiert.

Telefon[Bearbeiten]

Weil ein Schöneicher verantwortlicher Mitarbeiter für das Telefonnetz in Berlin-Friedrichshagen war[8], wurde Schöneiche bereits im Jahre 1920 an das Berliner Telefonnetz angeschlossen. Bis heute sind die Schöneicher Telefonanschlüsse Bestandteil des Ortsnetzes Berlin und unter der Ortsnetzkennzahl 030 erreichbar.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zu Schöneiche[Bearbeiten]

Raymund-Dapp-Gedenkstein

Im Ort lebten und wirkten:

Familien[Bearbeiten]

  • Ritter von Krummensee, frühere Besitzer beider Orte
  • Familie Grätz, lange in Schöneiche nachweisbare Bauernfamilie, unter anderem Namensgeber für den Ortsteil Grätzwalde. Zuletzt mit Helmut Grätz als Ortspfarrer vertreten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gemeindevorstand Klein Schönebeck (Hg.), Felix Havenstein: Klein Schönebeck und seine Kolonien Fichtenau, Grätzwalde, Hohenberge, 1930
  • Felix Havenstein: Klein Schönebeck und seine Geschichte, 1935
  • Kleinschönebeck - Schöneiche im Werden und Wandel der Geschichte, 1934
  • Felix Havenstein: Schöneiche in sieben Jahrhunderten, o.J.
  • Diverse: Schöneiche 1375-1975, Schöneiche 1975
  • Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte und Denkmalpflege Schöneiche (Hg.): Schöneicher Baudenkmale, Schöneiche 1984
  • Günter Preckel: Die Kirchenbibliothek in Schöneiche, Weiden 1987
  • Gemeindeverwaltung Schöneiche (Hg.), Heinz Biskup: Ein Spaziergang durch Schöneiche b. Berlin, Bock & Kübler: Woltersdorf 1992
  • Heinz Biskup: Schöneiche in alten Ansichten, Zaltbommel 1993 (2. Auflage 1997) (Europäische Bibliothek: Die Damals Reihe), ISBN 90-288-5602-1
  • Schöneiche - heute und morgen, Schöneiche 1993
  • Ivo Köhler: Schienenwege nach Schöneiche und Rüdersdorf, Berlin 1997
  • Heinz Biskup: Schöneiche in alten Ansichten Band 2, Zaltbommel 1999 (Europäische Bibliothek: Die Damals Reihe), ISBN 90-288-6578-0
  • Christina Felber, Ines Jerratsch, Helge Martini: Schöneiche bei Berlin. Eine Chronologie durch die Geschichte, Schöneiche: Bock & Kübler, 2000, 248 S. ISBN 3-86155-108-X
  • Schöneiche und seine Kunstdenkmäler, o.J.
  • Gemeindeverwaltung (Hg.): Schöneiche in sieben Jahrhunderten, o.J.
  • Jani Pietsch: Ich besaß einen Garten in Schöneiche bei Berlin: das verwaltete Verschwinden jüdischer Nachbarn und ihre schwierige Rückkehr, Campus, 2006, 279 S. ISBN 3-593-38027-7 - ISBN 978-3-593-38027-8
  • Alexander Seibold: Katholische Filmarbeit in der DDR, Berlin/Hamburg/Münster: LIT-Verlag 2003, 223 S. ISBN 3-8258-7012-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schöneiche bei Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schöneiche – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 282
  3. taz: Auf der Suche nach einer verlorenen Generation 4. Mai 2006
  4. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  5. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  6. a b Ein Hauch von Gaudí im Kleinen Spreewald., Berliner Zeitung, 9. November 2012
  7. Homepage Kulturgießerei
  8. Schöneiche im Telefonnetz Berlin