Schöner Brunnen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Brunnen in Nysa (deutsch Neisse, zuvor Neiße) siehe Schöner Brunnen (Nysa).
Der Schöne Brunnen, rechts die Türme der Sebalduskirche, 2009

Der Schöne Brunnen gehört als eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt Nürnberg zur Historischen Meile Nürnbergs. Er befindet sich am Rande des Hauptmarkts direkt neben dem Nürnberger Rathaus. Der Schöne Brunnen ist rund 19 Meter hoch und hat die Form einer gotischen Kirchturmspitze.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Skulptur des Ptolemäus als Symbol für die Astronomie, 2010
Messingring, 2007

Der Schöne Brunnen wurde 1385–1396 von Heinrich Beheim erbaut; „nach Andern (Quellen) von den Gebrüdern Georg und Fritz Rupprecht in Gemeinschaft mit Sebald Schonhofer errichtet.“[1]

Im Laufe der Geschichte wurde der Brunnen mehrmals restauriert (erstmals 1822–24 durch den Bildhauer Jacob Daniel Burgschmiet) und wieder aufgebaut. Heute ist am Hauptmarkt eine 1903 angefertigte Kopie aus Muschelkalk in farbenfroher Bemalung zu sehen; die erhaltenen Reste des steinernen Originals befinden sich im Germanischen Nationalmuseum (1899–1903 unter Heinrich Walraff restauriert, erbaute man ihn in heutiger Form 1912 neu nach dem verwitterten gotischen Original). Von 1902 bis (zum von der NS-Stadtverwaltung verfügten Abbau) 1934 hatte der Schöne Brunnen mit dem barocken Neptunbrunnen einen spannungsreichen architektonisch-städtebaulichen Kontrapunkt.

Im Zweiten Weltkrieg war der Schöne Brunnen in einen Betonmantel gehüllt und überstand die Bombardierung dadurch unversehrt.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde der Brunnen von dem Künstler Olaf Metzel mit einer Skulptur aus getürmten Stadionsitzen umhüllt. Beim Aufbau des Kunstwerks mit dem Titel Auf Wiedersehen kam es zu teils erbitterten Streitigkeiten zwischen Befürwortern und Gegnern.[2]

[Bearbeiten] Beschreibung

Die vierzig farbig bemalten Figuren des Brunnens stellen in vier Stockwerken das Weltbild des Heiligen Römischen Reiches dar. Von unten sind dies: Philosophie und die Sieben Freien Künste, die vier Evangelisten und die vier Kirchenväter, die sieben Kurfürsten und die Neun Guten Helden, Moses und sieben Propheten.

Bekannt sind die drehbaren Ringe in zwei der acht Gitter (1587 vom Augsburger Paulus Kühn geschmiedet), welche den Brunnen umzäunen.[3] Wann der ursprüngliche aus Messing angebracht wurde, ist nicht bekannt. Er wurde jedoch im Laufe der Zeit mehrfach ersetzt und der heutige aus der südwestlichen Seite stammt aus dem Jahre 1957. Der zweite, eiserne, auf der nordöstlichen Seite wurde im Jahre 1902 eingefügt und ist seitdem noch unverändert. Der Messingring gilt als Glücksbringer, einer Sage nach wird mit Kindersegen bedacht, wer daran dreht.

Einer Legende nach sollte der Brunnen als Spitze den Turm der Frauenkirche (ebenfalls am Hauptmarkt) zieren, dies wurde jedoch angeblich mangels Hebemöglichkeit verworfen. Die Frauenkirche wurde jedoch bereits 1358 geweiht.

[Bearbeiten] Historische Abbildungen

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Johann Christoph Jakob Wilder: * Der schöne Brunnen zu Nürnberg / Andeutungen über seinen Kunstwerth, sowie über seine Geschichte, zum Andenken der Aufdeckung desselben, nach erfolgter gänzlicher Wiederherstellung am 12. Oktober 1824 / Mit 3 Kupfern, 2. Aufl., Riegel und Wießner, Nürnberg 1824; online:
  • Andreas Strohmeyer: Die Ringe im Gitter des Schönen Brunnens. In: Altstadtfreunde Nürnberg e.V. (Hrsg.): Nürnberger Altstadtberichte, Nr. 2, 1977, S. 62–68
  • Ludwig Zintl: Der Schöne Brunnen in Nürnberg und seine Figuren. Geschichte und Bedeutung eines Kunstwerkes. Hofmann, Nürnberg 1993, 72 S., ISBN 3-87191-183-6

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Schöner Brunnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. N. N.: Das alte und das neue Nürnberg, historisch-topographisch beschrieben..., C. H. Zeh'sche Buchhandlung, Nürnberg 1868, S. 42; online:
  2. Wolfgang Heilig-Achneck: Polizei droht mit Platzverweisen. Streit um Kunstwerk spitzt sich zu – Chefs waren „im Bilde“ – Zwist unter „Freien“. In: Nürnberger Nachrichten, 24. April 2006
  3. Heinrich Otte, Ernst Wernicke: Handbuch der kirchlichen Kunst-Archäologie des deutschen Mittelalters, Bd. 2, S. 513; online:

49.45423055555611.077055555556Koordinaten: 49° 27′ 15″ N, 11° 4′ 37″ O

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