Schönhagen (Uslar)

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51.699.5597222222222Koordinaten: 51° 41′ 24″ N, 9° 33′ 35″ O

Schönhagen (Uslar)
Stadt Uslar
Ehemaliges Gemeindewappen von Schönhagen
Höhe: 220–350 m ü. NN
Einwohner: 1027 (31. Dez. 2010)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37170
Vorwahl: 05571

Schönhagen ist mit 1.027 Einwohnern[1] nach der Kernstadt und dem Ortsteil Volpriehausen der drittgrößte Ortsteil der Stadt Uslar im Landkreis Northeim, Niedersachsen.

Lage[Bearbeiten]

Schönhagen liegt im südlichen Niedersachsen etwa 7 Kilometer nordwestlich von Uslar und gut acht Kilometer Luftlinie südöstlich von Neuhaus im Solling. Der Ort liegt an den südlichen Ausläufern des Sollings im Tal der Ahle auf einer Höhe von etwa 230 Metern und ist von Wiesen und Weiden umgeben. Westlich und östlich erheben sich die mit dichtem Wald bestandenen Höhenzüge des Sollings bis zu einer Höhe von 300 bis 508 Metern. Die Kreisstadt Northeim liegt 30 Kilometer weiter östlich, Göttingen gut 29 Kilometer südöstlich. Hannover liegt ca. 79 Kilometer Luftlinie nördlich von Schönhagen und Berlin gut 280 Kilometer nordöstlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Gründung des Ortes ist nichts bekannt, der Ortsname mit der Endung auf „-hagen“ deutet jedoch auf eine vergleichsweise junge, eventuell spätmittelalterliche Siedlung hin. Auch die erste urkundliche Erwähnung von Schönhagen ist strittig: Während eine Quelle den Ort möglicherweise schon im Jahre 1272 erwähnt, stammt eine weitere spätere, aber gesichertere Nennung aus dem Jahr 1418. Der Ort lag abseits der mittelalterlichen Fernverkehrswege über den Solling. Schönhagen war und ist Pfarrort für die umliegenden Dörfer und gehörte zum Amt Nienover, bis dieses 1852 in das Amt Uslar eingegliedert wurde.[2] Seit der Gebietsreform vom 1. März 1974 gehört die ehemals selbstständige Gemeinde zur neu gegründeten Großgemeinde Stadt Uslar.[3] Bis Ende 2010 war Schönhagen staatlich anerkannter Erholungsort.

Politik[Bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten]

Der Ortsrat besteht aus 9 Mitgliedern. Der Bürgermeister wird von der SPD gestellt. Weiterhin sind UWG und CDU im Ortsrat vertreten.

Wappen[Bearbeiten]

Das achtendige Hirschgeweih im Ortswappen geht zurück auf die Grafen von Dassel, die in dieser Gegend im 13. Jahrhundert ein Achtender-Hirschgeweih als Wappenmotiv verwendet hatten. Das Kreuz zwischen den Hirschstangen symbolisiert den Schutzpatron der Jagd, den Heiligen Hubertus.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

  • Busverkehr: zwischen Uslar und Holzminden verkehrt überwiegend im Stundentakt ein Linienbus über Schönhagen und „Neuhaus im Solling“. Weitere regelmäßige Busverbindungen bestehen nach Beverungen und Höxter.
  • Schiene: Der nächste Regionalbahnhof befindet sich in Uslar mit mindestens zweistündigen Zugverbindungen an der Sollingbahn zwischen Paderborn bzw. Ottbergen und Northeim. Göttingen ist der nächste Bahnhof, in dem sowohl IC- als auch ICE-Züge halten. Die Bahnstrecke Uslar–Schönhagen (Han) wurde bereits vor etlichen Jahren stillgelegt und ist mittlerweile abgebaut.
  • Luftverkehr: die nächsten bedeutenden Flughäfen befinden sich bei Hannover, Paderborn und Kassel-Calden. Uslar selbst besitzt einen kleinen Segelflugplatz.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die ehemals prägende Land- und Holzwirtschaft spielt in Schönhagen kaum noch eine Rolle. Mittlerweile arbeiten die meisten der erwerbstätigen Einwohner in den benachbarten Städten. Im Ort gibt es nur noch wenige Geschäfte des täglichen Bedarfs.

Tourismus und Freizeitangebote[Bearbeiten]

Es gibt zwei Hotels bzw. Gasthöfe, mehrere Ferienwohnungen und einen Campingplatz. Außerdem sind ein Freizeitsee mit Bademöglichkeit, ein Grillplatz und ein Bolzplatz sowie eine Minigolfanlage vorhanden. Weiterhin ist eine Tennisanlage mit 2 Hallen- und 2 Außenplätzen nutzbar. In den letzten Jahren ist eine Anlage mit Baumhaushotels entstanden, die mittlerweile sehr gut frequentiert wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schönhagen rühmt sich gerne damit, eines der schönsten Dörfer im Solling zu sein, da es etliche restaurierte Fachwerkhäuser hat und mehrfach Medaillen im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden gewonnen hat.

Die umliegenden Hochwälder des Sollings bieten sich zu ausgedehnten Wanderungen an, z. B. zum ca. 1 km nördlich gelegenen Klimaturm, der anlässlich der Expo 2000 nahe dem Kinder-Erlebniswald errichtet wurde, oder zum ca. 2 km östlich gelegenen Sollingturm oder bis nach Neuhaus im Solling mit den umliegenden Hochmoorgebieten.

Schönhagen ist eine Station auf dem Pilgerweg Loccum–Volkenroda.

Martin-Luther-Kirche

Kirche[Bearbeiten]

Die entsprechend der Größe des Ortes stattliche Martin-Luther-Kirche wurde 1827–1831 in klassizistischem Stil erbaut. Nach Plänen des hannoverschen Konsistorialbaumeister Ludwig Hellner wurde in Bruchsteinmauerwerk aus rotem Sandstein ein breites Kirchenschiff mit hohen Rundbogenfenstern und im Südwesten halb eingezogenem Turm mit Spitzdach erbaut. Die Bauausführung oblag dem Uslarer Maurer- und Steinhauermeister Wilhelm Kuhlmann. Das hell gehaltene Innere ist durch die beiderseits eingestellten Emporen in drei Schiffe gegliedert, das breitere Mittelschiff schließt nach oben mit einer halbrunden Tonne ab. Die Kanzelaltarwand mit mittig erhöht über dem Altartisch liegendem Kanzelkorb bildet den Nordostabschluss des Mittelschiffs.[2] Die Kirche ist mit einer Orgel von Ernst Wilhelm Meyer ausgestattet.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Einwohnerdaten Uslar inklusive Ortsteile, veröffentlicht von der Stadt Uslar (Stand: 31. Dezember 2010; Abgerufen am 19. März 2011)
  2. a b  Christian Kämmerer, Peter Ferdinand Lufen: Landkreis Northeim, Teil 1. Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling. In: Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. 7.1, CW Niemeyer, Hameln 2002, ISBN 3-8271-8261-1, S. 349f.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 214.
  4. Orgel auf der Internetseite der Martin-Luther-Kirchengemeinde Schönhagen, abgerufen am 28. März 2014