Schönstedt

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Schönstedt in Thüringen. Für weitere Bedeutungen siehe Schönstedt (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schönstedt
Schönstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schönstedt hervorgehoben
51.11666666666710.566666666667188Koordinaten: 51° 7′ N, 10° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Unstrut-Hainich-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Unstrut-Hainich
Höhe: 188 m ü. NHN
Fläche: 22,64 km²
Einwohner: 1389 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99947
Vorwahlen: 036022, 03603 (Alterstedt)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: UH, LSZ, MHL
Gemeindeschlüssel: 16 0 64 058
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktstr. 48
99991 Großengottern
Webpräsenz: www.vg-unstrut-hainich.de
Bürgermeister: Matthias Reinz (CDU)
Lage der Gemeinde Schönstedt im Unstrut-Hainich-Kreis
Altengottern Anrode Bad Langensalza Bad Langensalza Bad Tennstedt Ballhausen Blankenburg Bothenheilingen Bruchstedt Dünwald Flarchheim Großengottern Großvargula Haussömmern Herbsleben Heroldishausen Hornsömmern Issersheilingen Kammerforst Kammerforst Kirchheilingen Kleinwelsbach Klettstedt Körner Kutzleben Vogtei Marolterode Menteroda Mittelsömmern Mühlhausen Mülverstedt Neunheilingen Vogtei Vogtei Vogtei Obermehler Oppershausen Oppershausen Rodeberg Schlotheim Schönstedt Schönstedt Südeichsfeld Sundhausen Tottleben Unstruttal Urleben Weberstedt WeinbergenKarte
Über dieses Bild
Kirche Beatae Mariae Virginis
Kindergarten

Schönstedt ist eine Gemeinde im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Schönstedt liegt am Rande des Thüringer Beckens, fünf Kilometer nordwestlich von der Kur- und Rosenstadt Bad Langensalza und ca. 45 km nordwestlich der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt an der Bundesstraße 247. Diese trennt das 1992/92 entstandene Gewerbegebiet von der Ortslage. Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Unstrut-Hainich an. Der Verwaltungssitz ist in der Gemeinde Großengottern.

Ortsbild[Bearbeiten]

Das Dorf wird von den Türmen der beiden Kirchen St. Martini, im Ort als Unterkirche bezeichnet, und Beatae Mariae Virginis, die Oberkirche, geprägt. Kennzeichnend für den Ort ist der Anger mit dem 1899 errichteten Klinkerbau, der Gemeindeschänke. Anger und Gemeindeschänke werden für kulturelle Zwecke wie die Veranstaltungen zum Pfingstfest, das Angerfest, zur Kirmes am ersten Oktoberwochenende des Jahres und auch für den Weihnachtsmarkt Anfang Dezember genutzt. Im Rahmen der Städtebauförderung wurde in den Jahren 1999 bis 2002 der Anger und die Gemeindeschenke liebevoll saniert und bildet somit auch optisch das Zentrum Schönstedts. Zahlreiche große Gehöfte im Ort zeugen von einer starken landwirtschaftlichen Struktur in den vergangenen Jahren. Bis 1945 befand sich in Schönstedt ein Rittergut, welches der damals stattfindenden Bodenreform zum Opfer fiel. Einige kleinere Teilgebäude, die zu Wohnungen umgebaut wurden oder auch der alte Getreidespeicher sind erhalten geblieben. Im Jahre 1998 wurde mit "Neuschönstedt" von der Gemeinde ein kleines Wohngebiet mit ca. 30 Bauplätzen erschlossen, wo heute fast alle Bauplätze belegt sind.

Ortsteil Alterstedt[Bearbeiten]

Der Schönstedter Ortsteil Alterstedt bildet seit 1994 mit Schönstedt eine Einheitsgemeinde, hat etwa 209 Einwohner und liegt östlich vom Nationalpark Hainich. Eine Sehenswürdigkeit ist der drei Kilometer entfernte Baumkronenpfad an der Thiemsburg. Am Ortsrand in Richtung Thiemsburg befindet sich ein 3,9 Kilometer langer Barfußwanderweg (Rundkurs).

Siehe Hauptartikel: Alterstedt

Geschichte[Bearbeiten]

852 wird die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt und beging im Jahr 2002 seine 1150-Jahr-Feier mit einer Festwoche.

Schönstedt war um 1652–1659 von Hexenverfolgung betroffen. Ein Mann und zwei Frauen gerieten in Hexenprozesse.[2]

Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Langensalza und nach seiner Abtretung an Preußen von 1816 bis 1944 zum Landkreis Langensalza in der Provinz Sachsen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Schönstedt besteht aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren.

  • CDU 4 Sitze
  • SPD 5 Sitze
  • FWG 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Matthias Reinz (CDU) wurde am 6. Juni 2010 gewählt.[3]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Eine Bahn- und regelmäßige Busverbindungen sorgen für die Anbindung des Ortes an die beiden nahegelegenen Städte Bad Langensalza und Mühlhausen. Die nächsten Autobahnen sind im Norden die 42 km entfernte A 38 mit der Auffahrt bei Leinefelde sowie im Süden die 25 km entfernte A 4 mit der Auffahrt Gotha, welche eine bedeutende Ost-West Achse zwischen Dresden und Frankfurt/M. darstellt.

Versorgung[Bearbeiten]

Schönstedt verfügt über alle Grundversorgungseinrichtungen wie Bäcker, Fleischer und andere Läden des täglichen Bedarfs. Zusätzlich wird mit einer Zahnarztpraxis sowie eine Praxis für Allgemeinmedizin die gesundheitliche Betreuung der Bürger gewährleistet.

Bildung[Bearbeiten]

In Schönstedt befindet sich die Kindertagesstätte "Ringelwiese" und die Staatliche Grundschule Schönstedt, welche zusätzlich zu den Grundschülern auch die Schüler der 5. und 6. Klasse des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums aus dem benachbarten Großengottern beherbergt. Eine Realschule befindet sich im benachbarten Weberstedt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Veranstaltungen und Feste[Bearbeiten]

Ein örtlicher Gartenbaubetrieb hatte die Idee, das „Schönstedter Rosenfest“ zu initiieren, es wird inzwischen am Tag der offenen Gärtnerei begangen. Besucher können hierbei die zahlreichen Rosenarten kennenlernen und ein Rahmenprogramm erleben.[4]

Vereine[Bearbeiten]

Der größte örtliche Verein ist der Sportverein SV Grün-Weiss Schönstedt 1920 e.V. Er teilt sich in die Abteilungen Fußball, welche die meisten Mitglieder hat, Tischtennis und eine Frauen- und Kindersportgruppe. Weitere Vereine im Ort sind die Freiwillige Feuerwehr, der Schönstedter Karnevalsverein, der Rassegeflügelverein, der Verein "Schönstedter Grundschule in Bewegung", der Hundesportverein "Tor zum Hainich", ein Verein der Gewerbetreibenden, der Volkschor und die Line Dance Gruppe "Black Hats".

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 522-531; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 253.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.
  4. Dem Gärtner über die Schulter geschaut. In: Moment-Online.de Onlinemagazin. Abgerufen am 26. Mai 2013.
  5. Studienkreis Deutscher Widerstand (Hrsg.), Ursula Krause-Schmitt, Jutta von Freyberg:: Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. VAS, Frankfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0 (Heimatgeschichtliche Wegweiser, Band 8).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schönstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien