Schötz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schötz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Schötz
Wappen von Schötz
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1143i1f3f4
Postleitzahl: 6247
Koordinaten: 641759 / 22463847.1713827.989448504Koordinaten: 47° 10′ 17″ N, 7° 59′ 22″ O; CH1903: 641759 / 224638
Höhe: 504 m ü. M.
Fläche: 15.32 km²
Einwohner: 3942 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 257 Einw. pro km²
Website: www.schoetz.ch
Blick über Schötz

Blick über Schötz

Karte
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Schötz ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt ca. 28 km Luftlinie von Luzern entfernt. Er befindet sich in einer Ebene am Westrand des Wauwilermooses zwischen der Luthern im Westen und der Wigger im Osten. Durch Schötz fliesst der Dorfbach (auch Mühlenbach oder Sentbach genannt). Nördlich des Dorfs erhebt sich ein Hügel namens Wellberg (550 m.ü.M.), südlich davon das Hübeli (554 m.ü.M.), der Dachsenberg (561 m.ü.M.) und der Buttenberg' (616 m.ü.M.). Die Westgrenze bildet der Kirchberg (598 m.ü.M.) westlich der Luthern, der vom Studenwald und vom Kirchbergwald bedeckt ist.

Die Nordgrenze der Gemeinde liegt etwas südlich des Zusammenschlusses der Luthern und der Wigger nahe Nebikon. Wigger und vor allem der Ronbach und verschiedene Entwässerungsgräben im Schötzermoos bilden streckenweise die Gemeindegrenzen im Norden und Osten des Orts. Südöstlich des Weilers Hostris (1,7 km südöstlich des Dorfs; 504–506 m.ü.M.), gleich nördlich der Wanger Rot, wechselt die Grenze von Süden gegen Westen und dann beim Dachsenberg gegen Südwesten. Beim Weiler Hinter Buttenberg (2,2 km südwestlich des Dorfs;585 m.ü.M.) dreht sie in nördliche Richtungen, überschreitet die Luthern, durchschneidet den westlich von Schötz liegenden Wallberg (570 m.ü.M.) mit dem Öliwald, umfasst den Flüeggenwald südwestlich von Nebikon und wendet sich dann nach Osten und führt zurück zur Luthern.

Durch das Wachstum des Dorfs sind in den letzten Jahrzehnten etliche Weiler zu Quartieren geworden. Neben den bereits erwähnten Ortsteilen zählen auch noch die Weiler Unterer Wellberg (1,3 km nordwestlich des Dorfs; 493–498 m.ü.M.) und Gläng (1,7 km westnordwestlich des Dorfs; 501–504 m.ü.M.) zur Gemeinde Schötz. Bei Gläng mündet von links der Rykenbach in die Luthern ein. Nebst diesen Ortsteilen gibt es etliche Häusergruppen und Einzelgehöfte.

Vom Gemeindeareal von 1091 ha sind 10,9 % Siedlungsfläche und 17,9 % (im Südwesten, Westen und Nordwesten der Gemeinde) von Wald bedeckt. Durch die Trockenlegung des Wauwilersees und anschliessend des Grossteils des Wauwilermooses stehen heute 69,3 % des Gemeindegebiets zur landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung.

Schötz grenzt an Alberswil, Ebersecken, Egolzwil, Ettiswil, Gettnau, Nebikon, Ohmstal und Wauwil.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1'462
1860 1'286
1888 1'264
1900 1'121
1920 1'289
1970 2'351
1980 2'317
1990 2'613
2000 3'065
2005 3'222
2008 3'333
2010 3'448[2]

Schötz war zwar zwischen 1850 und 1900 auch von der Abwanderung von den Landgemeinden in die Industriezentren betroffen (1850–1900: −23,3 %). Doch nur zwischen 1850 und 1860 (1850–1860: −12,0 %) und 1888 bis 1900 (1888–1900: −11,3 %) gab es zwei Abwanderungswellen. Dazwischen stagnierte die Bevölkerung nahezu (1860-1888: −1,7 %). Mit Ausnahme zweier Stagnationsphasen (1910–1920 und 1970–1980) wächst die Bevölkerung seither ununterbrochen. Die Einwohnerzahl hat sich seit 1900 beinahe verdreifacht (1900–2004: +187,4 %).

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 91,06% Deutsch, 3,23% Albanisch und 1,40% Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Einwohnerschaft wie folgt aus. Es gibt 80,98% römisch-katholische, 7,34% evangelisch-reformierte und 1,24% orthodoxe Christen. Daneben findet man 4,93% Muslime und 2,68% Konfessionslose. Die Orthodoxen sind Slawen aus dem früheren Jugoslawien. Die Mehrheit der Muslime sind albanischer Herkunft. Doch gibt es innerhalb der Muslime Minderheiten bosnischer, türkischer und kurdischer Abstammung.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten]

Von den 3'268 Einwohnern Ende 2006 waren 2'811 Schweizer und 457 (=14,0%) Ausländer. Anlässlich der letzten Volkszählung waren 83,85% (einschliesslich Doppelbürger 85,91%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Ex-Jugoslawien (mehrheitlich Albaner; aber auch Serben, Montenegriner, Mazedonier, Kroaten und Bosnier), der Türkei (Türken und Kurden), Italien, Sri Lanka, Deutschland, der Demokratischen Republik Kongo und Portugal.

Verkehr[Bearbeiten]

Schötz ist per Bus gut an das Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Die eine Buslinie ist Altishofen-Nebikon-Schötz-Willisau, die andere Ebersecken-Schötz-Dagmersellen. Nebikon und Dagmersellen liegen an der Bahnstrecke Olten–Luzern mit eigenen Haltestellen. In Ettiswil befindet sich ein Buskreuz. Von dort kann man Richtung Willisau (Bahnlinie Luzern-Langenthal), Sursee (Schnellzugshalt an der Bahnlinie Luzern-Olten) oder in die Stadt Luzern fahren.

Schötz liegt an der Strasse Dagmersellen-Willisau. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Dagmersellen 6 km nördlich des Dorfs.

Tourismus[Bearbeiten]

In Schötz stehen den Touristen gleich drei Museen zur Besichtigung zur Verfügung. Dies sind:

  • das Wiggertaler Heimatmuseum mit Sammlungen aus der Ur- und Steinzeit und regionaler Volkskunde
  • das Museum in der Ronmühle mit volkskundlichen Sammlungen - und
  • das private Museum Bossardt-Amrein mit einer Sammlung aus der Pfahlbauerzeit

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Ausgrabungen in den Jahren 1929/33 und 1965 wurden mittelsteinzeitliche Hirschjägerlager aus der Zeit von 5000 vor Christus gefunden. Die Gegend ist also bereits sehr früh besiedelt worden. Erste Erwähnung findet Scotis im Jahr 1173 in einem kaiserlichen Schutzbrief an den Chorherrenstift Beromünster. Bis 1407 gehörte der Ort zum Besitz der Habsburger. In diesem Jahr kaufte die Stadt Luzern die Grafschaft Willisau, zu welcher Schötz gehörte. Im Jahr 1412 erwarb Luzern auch die niedere Gerichtsbarkeit. Bis 1798 war Schötz ein Teil der Landvogtei Willisau. Im Jahr 1653 versammelten sich während des Bauernkriegs zahlreiche Bauern an einer Volksversammlung, um gegenüber der Herrschaft in der Stadt Luzern ihre Klageartikel zu verfassen. Von 1798 bis 1803 gehörte die Gemeinde zum Distrikt Willisau und seither zum damals neu geschaffenen Amt Willisau. Im Jahr 2012 haben die Gemeinden Schötz und Ohmstal die Fusion per 1. Januar 2013 beschlossen.

Bilder[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

National und international bekannt ist Schötz vor allem durch das 24h Velorennen des VC Schötz, welches im August stattfindet. Am 6./7. August 2011 wurde die 19. Auflage des 24 Stunden Rennens auf der Strasse und die 3. Auflage auf dem Mountainbike durchgeführt. Gemäss Veranstalter wird das Strassenrennen ab 2012 auf Grund des hohen Aufwandes für die Sicherheit nicht mehr durchgeführt, das 24h-Mountainbike-Rennen findet aber weiterhin statt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schötz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. schoetz.ch: Schötz Online: Statistik, Zugriff am 4. Februar 2011