Schülerlabor

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Schülerlabore sind in der Regel außerschulische Bildungseinrichtungen oder außerschulische Lernorte, die Kindern und Jugendlichen Erfahrungen zur Forschung, zum Anfassen, Ausprobieren und Verstehen in den Naturwissenschaften und in technischen Fächern bieten.

Seit Ende der 1990er Jahre sind in Deutschland über 300 (Stand Juli 2012) so genannte Schülerlabore zum Beispiel an Universitäten, Forschungseinrichtungen, Science Centern, Museen, Technologie- und Gründerzentren und in der Industrie entstanden. Außerhalb der Schule Naturwissenschaften erleben bietet für viele Kinder und Jugendliche einen ganz besonderen Reiz. In Schülerlaboren an Forschungseinrichtungen und Universitäten können dabei Geräte und Techniken vorgestellt und ausprobiert werden, die in der Schule in der Regel nicht zur Verfügung gestellt werden können.

Der direkte Kontakt, den Kinder und Jugendliche in einem Schülerlabor mit Wissenschaftlern haben können, ermöglicht es, schnell und unkonventionell Erkenntnisse und Methoden der modernen Forschung in den Unterricht zu transferieren. Ein Erfolg, der sich nachweisen lässt: Das Interesse von Schülerinnen und Schülern an den Naturwissenschaften wird durch einen Schülerlabor-Besuch nachhaltig gefördert (vgl. z. B. Untersuchungen von Katrin Engeln und Manfred Euler (2004): Forschen statt Pauken, Aktives Lernen in Schülerlaboren in: Physik Journal 3(2004) Nr. 11, Seite 45 ff. und entsprechende Beiträge in der Dokumentation Genlabor & Schule (2005) (s. u.)).

Die Schülerlabore sind durch eine Vielfalt an Konzepten gekennzeichnet. Dies führt einerseits zu einer großen Dynamik mit immer neuen, innovativen Projekten, andererseits erschwert es die einheitliche Darstellung der Szene für Außenstehende. Nach LernortLabor - Bundesverband der Schülerlabore e.V. kann unter dem gemeinsamen Begriff „Schülerlabor“ die folgende Kategorisierung[1], [2] angewandt werden:

  • Klassische Schülerlabore richten sich an ganze Klassen und bilden somit eine gute Möglichkeit der Breitenförderung. Ihre Kurse sind nah am Curriculum angelehnt und werden im Rahmen schulischer Veranstaltungen besucht.
  • Schülerforschungszentren haben ihren Schwerpunkt in der individuellen Förderung. Kinder und Jugendliche arbeiten eigenverantwortlich an eigenen Forschungsthemen, zum Teil in kleinen Teams, und bereiten sich dadurch nicht selten auch auf Wettbewerbe wie Jugend forscht oder die Wissenschaftsolympiaden vor.
  • Lehr-Lern-Labore sind Bestandteil der Lehrerausbildung. Sie bieten schon den Lehramts-Studierenden eine obligatorische Möglichkeit, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Schülerlabor kennenzulernen und selber zu konzipieren. Somit ist die Lehramtsausbildung integraler Bestandteil des Betriebes an didaktischen oder fachwissenschaftlichen Schülerlaboren.
  • In Schülerlaboren mit Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation werden Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung der Betreiberorgansiationen vermittel, überwiegend an Großforschungseinrichtungen und in der Industrieunternehmen.
  • Schülerlabore mit Bezug zum Unternehmertum sind klassischerweise großen Unternehmen der Industrie angegliedert und haben die gesamte Wertschöpfungskette von der Planung bis zum fertigen Produkt zum Inhalt. Sie ermöglichen Schülern damit einen wichtigen, oft ersten, starken Einblick in wirtschaftliches Denken und Handeln in Kombination mit Forschung und Entwicklung im MINT Bereich.
  • Der Kategorie der Schülerlabore mit ausgeprägter Berufsorientierung kommt besonders in Zeiten des mangelnden Nachwuchses im MINT-Bereich eine wichtige Bedeutung zu. Diese Schülerlabore unterstützen mit intensiven Einblicken in die verschiedenen Berufe die Schulen in ihrer Aufgabe der Berufsorientierung von Jugendlichen.

Beispiele[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1], vergleiche www.lernort-labor.de.
  2. [2], LeLa magazin, Ausgabe 5, März 2013, pp 2-4, ISSN 2196-0852