Schülerunion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die österreichische Jugendorganisation. Für ihren deutschen Namensvetter siehe Schüler Union.
Logo
Schuelerunionlogoneu.jpg
Basisdaten
Gründungsdatum: 29. September 1973, Wien als UHS;
seit 1994 Schülerunion
Motto: Aktion, Service, Vertretung
Gliederung: Die Bundesorganisation,
Landesorganisationen in allen Bundesländern,
darüber hinaus Regionalgruppen in Bezirken

Die Schülerunion ist eine österreichische Schülerorganisation und Vorfeldorganisation der ÖVP.[1] Sie steht auch dem Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV) nahe und ist als gemeinnütziger Verein eingetragen. Erklärtes Ziel ist es, die Bedingungen an Schulen zu verbessern. An der Spitze der Bundesorganisation steht seit August 2013 Bundesobmann Thomas Gaar.[2] Zu seinen Vorgängern zählen unter anderem die ÖVP-Politiker Othmar Karas und Silvia Fuhrmann.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Schülerunion wurde am 29. September 1973 auf Betreiben der Jungen ÖVP und des Mittelschüler-Kartell-Verbands als Union Höherer Schüler (UHS) gegründet. 1994 wurde die Organisation in Schülerunion umbenannt, um sich gegenüber mittleren Schulen und Berufsschulen zu öffnen. Dies wurde knapp mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht, die oberösterreichische Landesorganisation machte diesen Schritt jedoch nicht mit und nennt sich bis heute Union Höherer Schüler.[3]

Struktur[Bearbeiten]

Die Schülerunion wird vom vierzehnköpfigen Bundesvorstand geleitet, welcher einmal jährlich auf dem Bundestag gewählt wird. Unter der Bundesorganisation sind die neun Landesorganisationen strukturiert, unter welchen wiederum Bezirksgruppen stehen.

Die Parteinähe der Schülerunion zur ÖVP ist umstritten. Strukturell ist die Schülerunion als eigener Verein von der ÖVP unabhängig, sie wird jedoch von dieser finanziert.[4] Der ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger nennt die Mitglieder der Schülerunion ÖVP-Schülervertreter.[1]

Positionen[Bearbeiten]

Die Schülerunion sieht ihren Aufgaben- und Kompetenzbereich nach eigenen Angaben ausschließlich im schulpolitischen Sektor und baut auf drei Säulen: Aktion, Service und Vertretung.

Vertretung: Die Schülerunion fühlt sich nach eigenen Angaben als gemeinnütziger Verein nur den Interessen der Schüler verpflichtet und sieht sich als Vertreter ihrer Rechte und Interessen. Durch Sitze in den gewählten Schülervertretungen (LSV, BSV) hat sie direkte Anhörungsrechte in Landes- und Stadtschulräten sowie im Ministerium.

Aktion: Durch verschiedene Aktionen und Kampagnen versucht die Schülerunion laut eigener Aussage gezielt die Schüler sowie die verantwortlichen und zuständigen Gremien zu erreichen und Missstände und Fehler an Schulen und an der Schulpolitik aufzuzeigen und zu bekämpfen.

Service: Die Schülerunion stellt nach eigenen Angaben allen Schülern Österreichs diverse Serviceleistungen zur Verfügung. Diese Leistungen reichen von einem sogenannten Schülernotruf bis hin zu Aktionstagen für Rhetorik, Kommunikation und weiteren Themen. Außerdem stehen diverse Seminare zur Auswahl, wobei der einmal jährlich stattfindende Schülerkongress und der ebenso jährliche Wirtschaftskongress die größten sind.

Inhaltlich fordert die Schülerunion eine Stärkung der Schulpartnerschaft und somit der Mitbestimmung der Schüler. Darüber hinaus spricht sie sich für die flächendeckende Einführung des Unterrichtsfaches Politische Bildung und eine sogenannte gläserne Note aus.

Die Schülerunion tritt gegen die Gesamtschule auf, einzig die Steirische Schülerunion fordert in ihrem Bildungsprogramm[5] die Einführung einer „Gemeinsamen Schule mit „Leistungsgruppen“.

Schülervertretung und Schulpolitik[Bearbeiten]

Die Schülerunion tritt selbst oder mit eigenen Listen bei den Wahlen zu den Landesschülervertretungen (LSV) sowie zur Bundesschülervertretung (BSV) an. Größter Konkurrent dabei ist die linke Schülerorganisation Aktion Kritischer Schülerinnen und Schüler (AKS). Im Schuljahr 2007/08 stellte die Schülerunion mit Martin Schneider den österreichischen Bundesschulsprecher[6] und hatte die Mehrheit mit 20 von 29 BSV-Mandaten inne. Nach den Landesschülervertreterwahlen im Juni/Juli 2008 hielt die Schülerunion weiterhin ihre Mandatsmehrheit von 20 Mandaten und stellte mit Nico Marchetti den Bundesschulsprecher.[7] Bei den Wahlen im Juni/Juli 2009 konnte die Schülerunion ihre Mandatsmehrheit ausbauen und hielt 23 von 29 Mandaten in der Bundesschülervertretung,[8] die am 27. September 2009, die Wiener Landesschulsprecherin im AHS-Bereich Pia Bauer zur neuen Bundesschulsprecherin wählte.[9]

Bei den Wahlen zur Landesschülervertretung im Juli 2010 erreichte die Schülerunion die Mehrheit der Mandaten in der Bundesschülervertretung. Am 19. September 2010 wurde der AHS-Landesschulsprecher Burgenland Philipp Pinter von der Schülerunion mit 21 Stimmen bei 29 Wahlberechtigten zum Bundesschulsprecher gewählt.[10] Für das Schuljahr 2011/12 konnte die Schülerunion 23 der 29 Mandate in der Bundesschülervertretung für sich gewinnen. Am 25. September 2011 wurde die Wiener BMHS-Landesschulsprecherin Conny Kolmann mit 20:5 Stimmen zur Bundesschulsprecherin gewählt. Sie engagierte sich in dem Jahr besonders für die Verschiebung der Zentralmatura, welche im Juni 2012 von Bildungsministerin Claudia Schmied bekannt gegeben wurde. Im Schuljahr 2012/13 stellte die Schülerunion mit 27 von 29 Mandaten wieder die Mehrheit in der Bundesschülervertretung, Felix Wagner aus Niederösterreich wurde zum neuen Bundesschulsprecher gewählt. Seit den Landesschülervertretungswahlen im Juni/Juli 2013 stellt die Schülerunion in ganz Österreich 149 von 156 Mandaten in den neun Landesschülervertretungen und hält erstmals bei 28 von 29 möglichen Mandaten in der Bundesschülervertretung.[11]

Sonstiges[Bearbeiten]

Einige ehemalige Mitglieder der Schülerunion sind auch nach ihrer Schulzeit politisch engagiert geblieben, wie etwa Othmar Karas, Silvia Fuhrmann, Reinhold Lopatka, Christopher Drexler (alle ÖVP) sowie der Grazer Gemeinderat Stefan Schneider (zuerst ÖVP, jetzt Grüne)[12] und NEOS-Bundesgeschäftsführer Feri Thierry. Darüber hinaus gibt es auch viele Journalisten und Kommunikationsunternehmer wie Armin Wolf und Romy Seidl[3], die bei der Schülerunion tätig waren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien: Kaltenegger gratuliert der Österreichischen Schülerunion zum Wahlsieg. Austria Presse Agentur, 25. Juni 2009, abgerufen am 29. Juni 2009.
  2. www.kleinezeitung.at
  3. a b Geschichte der Schülerunion
  4. Bericht (PDF; 135 kB) des Rechnungshofs von 2000
  5. Bildungsprogramm der Steirischen Schülerunion
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAustria Presse Agentur: Neuwahl: Bundesschulsprecher aus Niederösterreich. Die Presse, 16. September 2007, abgerufen am 14. September 2008 (deutsch).
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAustria Presse Agentur: Nico Marchetti von der Schülerunion neuer Bundesschulsprecher. Der Standard, 14. September 2008, abgerufen am 14. September 2008 (deutsch).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAustria Presse Agentur: Schülerunion-Mehrheit bei Schülervertretungswahlen. Kleine Zeitung, 10. Juli 2009, abgerufen am 28. August 2009 (deutsch).
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAustria Presse Agentur: ÖVP-nahe Pia Bauer wird Bundesschulsprecherin. Der Standard, 27. September 2009, abgerufen am 5. Oktober 2009 (deutsch).
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAustria Presse Agentur: Burgenländer ist neuer Bundesschulsprecher. ORF, 19. September 2010, abgerufen am 19. September 2010 (deutsch).
  11. Schülerunion: Schülerunion stellt erneut Bundesschulsprecherin. 25. September 2011 (Version im Webarchiv vom 28. September 2011)
  12. GR Stefan Schneider

Weblinks[Bearbeiten]