Schürer (Glasmacher)

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Die Schürer waren eine bedeutende Glasmacherfamilie, die ursprünglich aus dem Erzgebirge stammte.

Als Stammhütten der Schürer werden Wernesgrün und Aschbergk (Ansprung) genannt. Die letztere ist für das Jahr 1497 nachgewiesen. Weitere Hüttengründungen erfolgten in Nord- und Mittelböhmen, im Böhmerwald, in Mähren, in Schlesien, in der Grafschaft Glatz und in der Oberpfalz. Durch ihre herausragende Stellung übten die Glasmacher Schürer großen Einfluss auf das wirtschaftliche und kulturelle Leben ihrer Zeit aus.

Bekannte Glasmacher Schürer[Bearbeiten]

  • Namentlich bekannter ältester Glasmacher war Paul Schürer, ursprünglich Paul Schierer[1]. Er wurde 1504 in Aschbergk (Ansprung) in Sachsen geboren und gründete 1530 die nordböhmische Hütte Falkenau bei Kittlitz.
  • Paul oder Paulus Schürer d. J.ursprünglich "Schierer" von der Glashütte Silberhütte genoss bei Hofe ein großes Ansehen. 1592 wurde er, zusammen mit drei Vettern, vom Kaiser Rudolf II. als Hofglasmacher in den Adelsstand erhoben und erhielt den Namenszusatz Schürer von Waldheim. Der Namenszusatz bezieht sich auf die Glashütte Waldheim, die Paul Schürer von der königlichen Burgherrschaft Přimda zusammen mit dem umliegenden Wald erwarb.
  • Georg Schürer errichtete 1562 im nordmährischen Lenzdorf (Mlýnice) bei Mährisch Rothwasser eine Glashütte, die zur Herrschaft Schildberg gehörte. Zum Hüttengut gehörte auch ein von ihm erbautes Schlösschen und eine Brauerei.
  • Georg Schürer, ein Sohn des Valentin Schürer von Waldheim erwarb 1594 die Glashütte in Rokitnitz im Adlergebirge[2].
  • Dessen Sohn Dominik Schürer gründete eine Glashütte im benachbarten Weißwasser (Bíla Voda). Das Privileg hierzu wurde ihm vom Grundherrn Ladislav Velen von Zerotein erteilt. 1587 erwarb er die Hütte in Kunčice pod Ondřejníkem. Zusammen mit Paul Schürer d. J. wurde er 1592 durch Kaiser Rudolf II. als Dominik Schürer von Waldheim in den Adelsstand erhoben.
  • Christoph Schürer (~1500–~1560), gründete die Glashütte in Albernau sowie die böhmische Eulenhütte. Auf ihn bzw. seine Nachkommen gehen die Hüttengründungen in Schwanenbrückl, in Reiditz und in Braum zurück.
  • Christoph Schürer, der 1560 die Glashütte in Crottendorf übernahm. 1585 ging sie auf seinen gleichnamigen Sohn Christoph Schürer d. J. über.
  • Kaspar II. Schürer von Waldheim ist für das Jahr 1616 als Besitzer der Kindelsdorfer Glashütte nachgewiesen.

Sonstige Familienmitglieder[Bearbeiten]

Bekannte Schürer-Glashütten[Bearbeiten]

In Sachsen[Bearbeiten]

In Böhmen[Bearbeiten]

  • 1530 gründete Paul Schürer d. Ä. eine Glashütte im nordböhmischen Falkenau bei Kittlitz. Um die Hütte entstand ein Dorf, das mit sächsischen Glasmachern besiedelt wurde. Die Hütte blieb über mehrere Generationen bis ins 18. Jahrhundert im Besitz der Schürer.
  • Krombach in der nordböhmischen Herrschaft Reichstadt
  • Die Schürer-Hütte von Labau ist für 1558 nachgewiesen
  • Reiditz, von Schürer gegründet und später von der Glasmacherfamilie Preußler übernommen.
  • Rochlitz, auf der böhmischen Seite des Riesengebirges
  • Schatzlar, auf der böhmischen Seite des Riesengebirges
  • Braum in Mittelböhmen bei Krivoklát
  • Schwanenbrückl im Oberpfälzer Wald

In Mähren[Bearbeiten]

In Schlesien[Bearbeiten]

In der Grafschaft Glatz[Bearbeiten]

  • Volpersdorf, 1667 war die Glashütte im Besitz des Glasmeisters Georg Schürer

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] (PDF; 10,2 MB)
  2. Jaroslav Šůla: Rokytnice v Orlických Horách a Mauschwitzové von Armenruh. Ústí nad Orlicí 2010, ISBN 978-80-7405-086-2, S. 47