Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 250
| Sd.Kfz. 250 | |
|---|---|
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | maximal 6 Soldaten |
| Länge | 4,56 m |
| Breite | 1,94 m |
| Höhe | 1,66 m |
| Masse | 5 t |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | 8 bis 12 mm |
| Hauptbewaffnung | 1×MG |
| Sekundärbewaffnung | keine |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | Maybach HL42 TRKM 100 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | 65 km/h |
| Leistung/Gewicht | 20 PS/t |
| Reichweite | Straße 350 km Gelände 200 km |
Der leichte Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 250 (Sonderkraftfahrzeug 250) war ein deutsches Halbkettenfahrzeug, das im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht eingesetzt wurde. Als leichter Schützenpanzerwagen (SPW) gehörte es zur Ausrüstung der Panzeraufklärungsabteilungen und einiger Kradschützenabteilungen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Entwicklung und Produktion
In Ergänzung zum mittleren Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 251 erfolgte auf eine Ausschreibung der Wehrmacht hin ab 1939 die Entwicklung eines leichten SPW. Hierfür wurde das Kettenlaufwerk des Leichten Zugkraftwagens 1 Tonne (Sd.Kfz. 10) um eine Laufrolle verkürzt. Das halbautomatische Maybach-Variorex-Vorwählgetriebe mit sieben Vorwärts- und drei Rückwärtsgängen war für die damalige Zeit sehr modern und dabei einfach zu bedienen. Hersteller des Fahrgestells war die DEMAG in Duisburg. Die gepanzerten Aufbauten fertigten verschiedene Werke:
- Büssing-NAG in Braunschweig
- Eisenwerk Weserhütte in Bad Oeynhausen
- Waggon- und Maschinenbau AG (Wumag) in Görlitz
Insgesamt bauten die Montagewerke bis 1945 ungefähr 7200 leichte SPW, davon 1943 allein 2900 Stück. Ab Oktober 1943 entstand eine modifizierte Version, die nur noch 9 statt 19 verschiedener Panzerbleche hatte, was die Fertigung erheblich vereinfachte. Für die verschiedensten Einsatzzwecke gab es von dem Fahrzeug eine Vielzahl von Unterausführungen.
[Bearbeiten] Varianten
- Sd.Kfz. 250/1 - leichter Schützenpanzerwagen für sechs Soldaten und ein MG 34
- Sd.Kfz. 250/1-II - leichter Schützenpanzerwagen (Kabelleger)
- Sd.Kfz. 250/2 - leichter Fernsprechwagen
- Sd.Kfz. 250/3 - leichter Funkpanzerwagen mit verschiedener Ausstattung an Funksprechgeräten
- Sd.Kfz. 250/3-I - leichter Funkpanzerwagen
- Sd.Kfz. 250/3-II - leichter Funkpanzerwagen
- Sd.Kfz. 250/3-III - leichter Funkpanzerwagen
- Sd.Kfz. 250/3-IV - leichter Funkpanzerwagen
- Sd.Kfz. 250/4 - Luftschutzpanzerwagen (nicht eingeführt)
- Sd.Kfz. 250/5-I - leichter Beobachtungspanzerwagen (u.a. bei Sturmgeschützabteilungen) mit zwei MG 34 und einem Scherenfernrohr.
- Sd.Kfz. 250/5-II - leichter Aufklärungspanzerwagen
- Sd.Kfz. 250/6 - leichter Munitionspanzerwagen Ausführung A und B
- Sd.Kfz. 250/7 - leichter Schützenpanzerwagen mit 8 cm-Granatwerfer und 12 Schuss
- Sd.Kfz. 250/7 - leichter Schützenpanzerwagen als Munitionstransporter mit 66 Wurfgranaten.
- Sd.Kfz. 250/8 - leichter Schützenpanzerwagen mit MG 34 und einer 7,5-cm-KwK 37 mit 20 Granaten
- Sd.Kfz. 250/9 - leichter Schützenpanzerwagen mit 2-cm-KwK 38 Maschinenkanone
- Sd.Kfz. 250/10 - leichter Schützenpanzerwagen mit 3,7-cm-PaK 36 und 210 Schuss
- Sd.Kfz. 250/11 - leichter Schützenpanzerwagen mit MG 34 und einer 2,8-cm-schweren Panzerbüchse 41 mit 168 Schuss
- Sd.Kfz. 250/12 - leichter Messtruppwagen
[Bearbeiten] Einsatz
Der leichte SPW kam anfangs mit je zwei Fahrzeugen in den Kompanietrupps der Schützenkompanien zum Einsatz. Auch verwandte man ihn als Stabsfahrzeug, in Nachrichteneinheiten und Artillerieeinheiten. Für den Einsatz in Sturmgeschützabteilungen wurden 1940 der leichte gepanzerte Munitionskraftwagen Sd.Kfz. 252 und der leichte gepanzerte Beobachtungskraftwagen Sd.Kfz. 253 (jeweils mit geschlossenem Aufbau) auf Basis des Sd.Kfz. 250 entwickelt. Beide wurden ab 1941 nicht mehr produziert und durch die entsprechenden Varianten des Sd.Kfz. 250 abgelöst. Da er in den ersten Kriegsjahren relativ selten war, befanden sich immer nur wenige leichte SPW in den Teileinheiten.
Erst als 1942 die Produktion deutlich gesteigert wurde, konnte man größere Einheiten ausstatten. Im Gegensatz zum mittleren SPW, der in den gepanzerten Panzergrenadierkompanien die Hauptausstattung darstellte, setzte die Wehrmacht den leichten SPW in den gepanzerten Aufklärungskompanien der Panzeraufklärungsabteilungen ein. Jede Abteilung hatte zwei bis drei Kompanien mit bis zu 30 leichten SPW verschiedenster Ausführung. Sie gliederte sich in drei Züge mit je drei Gruppen zu zwei leichten SPW, eine Granatwerfergruppe und eine Kanonengruppe auf SPW. Die gepanzerte Aufklärungskompanie wurde in der Praxis selten zu ihrer eigentlichen Aufgabe herangezogen. Oft bildete sie mit Panzereinheiten und Panzerartillerieeinheiten Kampfgruppen, wobei der Kampf möglichst lange vom fahrenden oder stehenden SPW geführt werden sollte.
[Bearbeiten] Technische Daten
| leichter Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 250/1 | |
| 0Allgemeine Eigenschaften | |
| Gewicht | 5 t |
| Nutzlast | 0,7 t |
| Länge | 4,56 m |
| Breite | 1,95 m |
| Höhe | 1,66 m |
| Kettenbreite | 240 mm |
| 0Bewaffnung | |
| Hauptbewaffnung | 1 × MG 34 |
| 0Fahrleistung | |
| Motortyp | Maybach HL 42 TRKM (Ottomotor) |
| Motorbauart | Sechszylinder-Reihenmotor |
| Kühlung | Wasser |
| Hubraum | 4,2 l |
| Nennleistung | 100 PS bei 2800 min−1 |
| Gewichtsbezogene Leistung | 20 PS/t |
| Antriebsrad | erstes Kettenrad |
| Höchstgeschwindigkeit Straße | 65 km/h |
| Kraftstoffvorrat | 140 l |
| Reichweite Straße | 350 km |
| Reichweite Gelände | 200 km |
| Laufrollen | 4 (Schachtellaufwerk) |
| Bodenfreiheit | 285 mm |
| Wattiefe | 700 mm |
| 0Panzerung | |
| Front | 12 mm |
| Seite und Heck | 8 mm |
[Bearbeiten] Siehe auch
- Halbkettenfahrzeug
- Sd.Kfz. 251
- Liste der Sonderkraftfahrzeuge der Wehrmacht
- Deutsche Militärfahrzeuge des Zweiten Weltkrieges
[Bearbeiten] Literatur
- Walter J. Spielberger: Die Halbkettenfahrzeuge des deutschen Heeres, 1909–1945, Band 6, Motorbuch Verlag Stuttgart, ISBN 3-87943-403-4
- Horst Scheibert: Schützenpanzerwagen, Band 64, Podzun-Pallas-Verlag, ISBN 3-7909-0137-7
- Vorschrift D 672/6, Leichter gepanzerter Zugkraftwagen (Sd.Kfz.250). 1941
- Wolfgang Fleischer, Richard Eiermann: Die deutschen Panzeraufklärer 1935–1945, Podzun Pallas Verlag, ISBN 3-7909-0797-9