Schöningen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schöningen
Schöningen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schöningen hervorgehoben
52.13305555555610.949722222222114Koordinaten: 52° 8′ N, 10° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Helmstedt
Höhe: 114 m ü. NN
Fläche: 35,36 km²
Einwohner:

12.048 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 341 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38364
Vorwahl: 05352
Kfz-Kennzeichen: HE
Gemeindeschlüssel: 03 1 54 019
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
38364 Schöningen
Webpräsenz: www.schoeningen.de
Bürgermeister: Henry Bäsecke (parteilos)
Lage der Stadt Schöningen im Landkreis Helmstedt
Sachsen-Anhalt Braunschweig Landkreis Gifhorn Landkreis Wolfenbüttel Wolfsburg Bahrdorf Beierstedt Brunsleberfeld (gemeindefrei) Büddenstedt Danndorf Frellstedt Gevensleben Grafhorst Grasleben Groß Twülpstedt Helmstedt Helmstedt Helmstedt Helmstedt (gemeindefrei) Ingeleben Jerxheim Königslutter (gemeindefrei) Königslutter (gemeindefrei) Königslutter am Elm Königslutter am Elm Königslutter am Elm Lehre (Niedersachsen) Mariental (Niedersachsen) Mariental (gemeindefrei) Mariental (gemeindefrei) Mariental (gemeindefrei) Querenhorst Räbke Rennau Schöningen Schöningen (gemeindefrei) Söllingen (Niedersachsen) Süpplingen Süpplingenburg Twieflingen Velpke Warberg WolsdorfKarte
Über dieses Bild

Schöningen ist eine Stadt im Landkreis Helmstedt am Höhenzug Elm. Sie liegt etwa elf Kilometer südwestlich der niedersächsischen Kreisstadt Helmstedt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Schöningen gliedert sich mit zwei naheliegenden Ortschaften in drei Stadtteile:

[Bearbeiten] Geschichte

Merian-Stich um 1654

Das Gebiet um Schöningen war bereits in der Altsteinzeit besiedelt. Am Rande des Braunkohlentagebaus von Schöningen wurden seit 1995 die über 300.000 Jahre alten „Schöninger Speere“ gefunden. Diese altsteinzeitlichen Wurfgeräte sind die ältesten vollständig erhaltenen Jagdwaffen überhaupt. Sie belegen, dass Menschen schon zu dieser Zeit Großwildjagd betrieben haben.

Eine durchgehende Besiedlung ist für die Stadt Schöningen, die wegen ihrer Salzvorkommen besondere Bedeutung erlangte, seit etwa Christi Geburt nachweisbar. Sie war in karolingischer Zeit Königshof, wurde 747 zusammen mit Ohrum erstmals urkundlich erwähnt und ist damit der älteste Ort im ehemaligen Herzogtum Braunschweig. Sowohl Pippin der Jüngere als auch Karl der Große sind auf ihren Kriegszügen in Schöningen eingezogen. 994 und 995 hat auch Kaiser Otto III., dessen Kanzler Erzbischof Willigis von Mainz in Schöningen geboren sein soll, mehrmals hier Hoflager gehalten. Mehrere Adelsgeschlechter hatten am Elmrand ihren Sitz und im 13. Jahrhundert wurde dem Deutsch-Ritter-Orden die im Elm nahe Schöningen liegende Elmsburg übertragen. Die Edelherren von Warberg, waren reichsunmittelbar und nur dem König Untertan. Als das Geschlecht in Fehden verarmte, trug es seine Besitztümer den Welfen als Lehen auf. Die Welfen hatten bereits um 1347 mit dem Schloss Schöningen eine starke Befestigung zum Schutz ihrer östlichen Landesgrenze angelegt.

[Bearbeiten] Postgeschichte

Zur Entwicklung des Postwesens in Schöningen siehe Postroute Braunschweig–Helmstedt–Magdeburg.

[Bearbeiten] Schloss

Schloss Schöningen

Der Schlossbau beruht auf Welfenherzog Magnus, der hier um 1350 ein Jagdschloss errichten ließ. Es diente gleichzeitig als Grenzfeste zu den Gebieten der Bischöfe von Halberstadt und Magdeburg. Die Anlage nahm Schaden, als der Schmalkaldische Bund gegen Herzog Heinrich den Jüngeren in einen Religionskrieg zog. Das Schloss wurde später in ein Wohngebäude umgestaltet und diente zwischen 1568 und 1659 drei Braunschweiger Herzoginnen, Sophia Jagiellonica (Sophie Jagiello), Elisabeth von Dänemark und Anna Sophia von Brandenburg, als Witwensitz. Um 1644 lebte und starb hier Annas Schwester Katharina von Brandenburg. Die Schlossanlage gehörte zu den prunkvollsten Gebäuden nahe dem Elm. Sie diente den Welfenherzögen mit ihrer Residenz in Wolfenbüttel und ihrem Gefolge oft als Unterkunft bei Treibjagden im Elm. Bei einer Jagd sollen sie mit 3.000 Treibern in den Elm gezogen sein. Am 25. Januar 1681 heiratete Elisabeth Eleonore von Braunschweig-Wolfenbüttel hier Herzog Bernhard I. von Sachsen-Meiningen. 1733 übernachtete der preußische Kronprinz Friedrich – der spätere König Friedrich der Große – hier bei der Anreise zu seiner Hochzeit mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern im Schloss Salzdahlum.

[Bearbeiten] Kloster und Kirche St. Lorenz

Die Türme der heutigen St. Lorenz-Kirche und des früheren Klosters sind von weither sichtbar. Sie liegen ungewohnterweise im Osten der Kirche. Begründer des Klosters war der Bischof Reinhard von Halberstadt. 1119 hat dieser im Rahmen von Reformplänen das seit 983 in Schöningen (Ostendorf) bestehende Benediktinerinnen-Nonnenkloster St. Laurentius aufgehoben und 1120 das Augustiner-Männerkloster St. Laurentius im oberen Teil Schöningens (Westendorf) gegründet, da die Räumlichkeiten des Nonnenklosters als baufällig gekennzeichnet wurden.

Schöningen: Marktplatz
Heimatmuseum Schöningen

Der als flachgedeckt begonnene Bau wurde schon Ende des 12. Jahrhunderts im Chor mit einem Kreuzgewölbe versehen, wobei Vorbild der Kaiserdom Königslutter war. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Hauptbau völlig zerstört. Es ist bis heute nicht bekannt, ob das einstige Hauptschiff einer Brandkatastrophe zum Opfer gefallen ist oder ob statische Probleme durch sackenden Boden das Hauptschiff zum Einsturz brachte. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstand als bescheidene Notlösung eine behelfsmäßige Ergänzung im gotischen Stil. Zu dieser Zeit haben die beiden romanischen Osttürme ihre gotischen Spitzen erhalten, wobei jedoch der südliche – der „Lange“ genannt – wesentlich höher war, wie es ein Kupferstich von etwa 1650 durch Merian bestätigt. Hier schlug 1690 ein Blitz ein und spaltete den Turm, der erst Jahrzehnte danach ausgebessert wurde. Von dem auf der Nordseite gelegenen Kreuzgang ist nur ein bescheidener Rest erhalten geblieben. In einem an das nördliche Querschiff anschließenden Gang sieht man noch rot-schwarz gemalte Ranken, einen romanischen Bogen, der auf die westlich anschließende Fortsetzung hinweist, und zwei gotische Portale, die in das östliche Wirtschaftsgebäude führen. Die soziale Not im Mittelalter führten zu großen Verlusten, so dass weder die notwendigen Mittel zur Instandsetzung und Erhaltung der Kirche und des Klosters, noch genügend Geistliche vorhanden waren. Als am 16. Oktober 1542 Braunschweigs großer Reformator Johannes Bugenhagen in Schöningen weilte, um das Kloster in die Verwaltung der neuen Lehre zu übernehmen, waren außer dem Propst nur noch ein Mönch und einige Laienbrüder zugegen; alle übrigen waren nach Hamersleben geflüchtet. Der alte Propst lieferte Briefe und Siegel aus, während das Kloster mit seinen Gütern in staatliche Verwaltung kam. Die offizielle Säkularisation erfolgte 1648 unter Aufsicht der Klosterstube.

Seit vielen Jahren forschen auf dem Klostergelände Denkmalpfleger nach dem historischen Grund des Kirchengebäudes und vor allem die Reste des Nord- und Westkreuzganges. Bei Ausgrabungen wurde eine 2,4 Meter breite Kalksteinmauer entlang des heutigen Langschiff der Kirche gefunden, die aus vorromanischer Zeit stammt. Für Mauerwerk dieser Dimension kommt eigentlich nur ein Wehrturm als Vorgänger der Kirche in Frage. Der Mauerfund gab Spekulationen neue Nahrung, dass die Curia gefunden sei. Seit Jahrzehnten wird in Schöningen die karolingische Pfalz vermutet, der Vorposten gegen die Slawen im Osten im 8. Jahrhundert.

[Bearbeiten] Religionen

[Bearbeiten] Kultur, Sehenswürdigkeiten & Wissenswertes

Das städtische Heimatmuseum Schöningen, Markt 33, das im Herbst 1981 im Jahr 1593 errichteten Renaissancegebäude der alten Lateinschule „Anna-Sophianeum” wiedereröffnet wurde, gibt einen guten Überblick über die Entwicklung dieses Raumes seit der Vorgeschichte.

Das vermutliche Geburtshaus des früheren Mainzer Erzbischofs Willigis (* ca. 940; † 1011) befindet sich in der Salzstrasse im Stadtzentrum. Das Mainzer Stadtwappen soll auf ihn zurückgehen. Eine Gedenktafel an dem Haus weist auf dieses Ereignis hin.

2004 wurde im Torhäuschen des Schöninger Schlosses Jahre ein Seilereimuseum eingerichtet. Dieses Museum bezieht sich auf eine in Schöningen über 200-jährige Tradition. Dort kann man unter anderem Ausstellungsstücke und Seilerwerkzeuge aus der damaligen Zeit besichtigen.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) betreibt in Schöningen gegenüber dem Golfplatz am Waldrand eine große Abhöranlage unter dem Decknamen der „Bundesstelle für Fernmeldestatistik“. Hier sind mehrere große Satellitenspiegel zu sehen.

Für eine Fremdenverkehrskampagne und um sich besser zu repräsentieren, benutze man über lange Zeit den Slogan „Schön, Schöner, Schöningen“. Im Ort und den umliegenden Gemeinden ist als Jargon für Schöningen seit dem 19. Jahrhundert aber auch die spöttisch-satirische Verwendung des Begriffes „Dreckscheinig“ bekannt. In Schöningen und seiner Umgebung, wie z. B. Esbeck, wurde von vielen älteren Einwohnern noch eine Variante des Plattdeutschen gesprochen, ist aber mittlerweile kaum mehr zu hören, was auch an der großen Zuwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg liegt.

[Bearbeiten] Sport

In Schöningen existieren mehrere Sportvereine, die sich hauptsächlich auf den Breitensport konzentrieren. Bekanntester Verein ist der FC Schöningen 08, dessen erste Fußballmannschaft 13 Jahre lang in der höchsten niedersächsischen Amateurliga gespielt hat. Der Turnclub Schöningen (TC) ist einer der größten ortsansässigen Sportvereine. Die international bekannte Jazzdanceformation „Imagination“ startet seit 2005 für den TC in der I. Bundesliga JMD im Deutschen Tanzsportverband. 2008 wurde sie im polnischen Mikolajki Vizeweltmeister im Jazz- und Moderndance. Neben dem größeren Elmstadion können noch mehrere Hallen genutzt werden. Zusätzlich ist ein Schwimmbad vorhanden, das „Badezentrum Negenborn“. Zur Zeit (2011) ist es geschlossen, es wird modernisiert. Im Norden der Stadt befindet sich am „St. Lorenz- Kloster“ liegend ein Golfplatz.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat

Der Rat der Stadt Schöningen zählt 30 Ratsmitglieder. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 11. September 2011[2][3] wie folgt dar:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 57,73 17 52,81 16
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,25 9 29,78 9
FDP Freie Demokratische Partei 1,02 4,13 1
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4,90 2 3,82 1
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 8,08 2 9,44 3
gesamt 100 30 100 30
Wahlbeteiligung in % 50,22 % 46,66 %

[Bearbeiten] Ortsrat Esbeck

Bei der Ortsratswahl 2011 in Esbeck gaben 811 von 1.284 wahlberechtigten Personen gaben ihre Stimmen ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,81%.[4][5]

  • SPD (50,69 %, 7 Sitze)
  • Grüne (5,47 %, 1 Sitze)
  • EW (43,83 %, 5 Sitze)

[Bearbeiten] Ortsrat Hoiersdorf

Bei der Ortsratswahl 2011 in Hoiersdorf gaben 410 von 700 wahlberechtigten Personen gaben ihre Stimmen ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,85 %.[6][7]

  • HBL (50,69%, 7 Sitze)

[Bearbeiten] Bürgermeister

Bei der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters der Stadt Schöningen setzte sich am 26. Februar 2012 der parteilose Kandidat Henry Bäsecke mit 78,5 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Knut Gödecke durch. Henry Bäsecke ist nun seit dem 1. März 2012 hauptamtlicher Bürgermeister und damit Nachfolger von Matthias Wunderling-Weilbier, der in das Amt des Landrats des Landkreises Helmstedt gewechselt ist.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Die Stadt Schöningen unterhält Städtepartnerschaften mit Beni Hassen in Tunesien (seit 1955), mit Solotschiw in der Ukraine (seit 1996), mit Outokumpu in Finnland (seit 2000) sowie mit Oschersleben (Bode) in Sachsen-Anhalt.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Über die Bundesstraße 244 in Fahrtrichtung Helmstedt hat die Stadt Schöningen Anschluss an die A 2 (Hannover-Berlin). Des Weiteren beginnt die Bundesstraße 82, die durch den Harz bis zur Anschlussstelle Rhüden an der Bundesautobahn 7 (Hannover-Kassel) führt, am Stadtrand von Schöningen. Durch Schöningen führen auch die Deutsche Fachwerkstraße und die Deutsche Ferienroute Alpen-Ostsee.

[Bearbeiten] Schulen

In der Stadt Schöningen gibt es die Schulformen der Sekundarstufe I und II (Grund-, Haupt-, Realschule, Gymnasium). Dazu zählt das Gymnasium Anna-Sophianeum. Die Förderschule Comeniusschule ist nach Büddenstedt umgezogen.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Schöningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Stadt Schöningen: Kommunalwahl in der Stadt Schöningen (Wahl zum Stadtrat Schöningen, Gesamtergebnis), 11. September 2011.
  3. Stadt Schöningen: Kommunalwahl in der Stadt Schöningen (Wahl zum Stadtrat Schöningen, Sitzverteilung), 11. September 2011.
  4. Stadt Schöningen: Kommunalwahl in der Stadt Schöningen (Wahl zum Ortsrat Esbeck, Gesamtergebnis), 11. September 2011.
  5. Stadt Schöningen: Kommunalwahl in der Stadt Schöningen (Wahl zum Ortsrat Esbeck, Sitzverteilung), 11. September 2011.
  6. Stadt Schöningen: Kommunalwahl in der Stadt Schöningen (Wahl zum Ortsrat Hoiersdorf, Gesamtergebnis), 11. September 2011.
  7. Stadt Schöningen: Kommunalwahl in der Stadt Schöningen (Wahl zum Ortsrat Hoiersdorf, Sitzverteilung), 11. September 2011.
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