Schachbrettmuster

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Ansicht eines Schachbretts

Ein Schachbrettmuster ist ein ebenes, geometrisches Muster. Dieses Muster besteht im Allgemeinen aus Quadraten, deren Farben sich sowohl horizontal als auch vertikal abwechseln.

Arten[Bearbeiten]

Das einfachste Schachbrettmuster besteht aus sich regelmäßig wiederholenden schwarzen und weißen bzw. hellen und dunklen Quadraten. Sich regelmäßig wiederholende Muster aus Rauten, Dreiecken oder anderen Figuren (wie z. B. bestimmte Muster von M. C. Escher) können als verallgemeinerte Schachbrettmuster betrachtet werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Schachbrettmuster (Rauten) auf einem griechischen Fußbodenmosaik, Pella, Makedonien (3. Jh. v. Chr.)
dreifarbiges Schachbrettmuster mit 7×9 Feldern auf einem römischen Fußbodenmosaik, Teurnia, Kärnten (3. Jh. n. Chr.)
Schachbrettmuster auf einem indischen Wandbild, Ajanta, Madhya Pradesh (Höhle XVII; 4. Jh.)

Schachbrettmuster finden sich bereits auf vorklassischen griechischen Vasen des geometrischen Stils und in antiken griechischen und römischen Fußbodenmosaiken. Die ursprüngliche Beliebtheit dieses Dekormotivs hat jedoch nichts mit dem zur damaligen Zeit noch unbekannten Schachspiel zu tun; sehr wahrscheinlich leitet sich dieses Motiv ab aus älteren Flecht- und Webmustern.

Mit der Erfindung und schnellen Verbreitung des Schachspiels jedoch nahm die Beliebtheit von Schachbrettmustern rapide zu.

Im Mittelalter finden sich Rauten- oder Schachbrettmuster als Hintergrundgestaltung (z. B. am Dreikönigsschrein im Kölner Dom) oder auch an Kirchenfassaden (z. B. St-Julien in Chauriat). An mittelalterlichen Kirchen im südlichen Ostseeraum und entlang der Oder finden sich rätselhafte Schachbrettsteine. Auch die der romanischen Baukunst so beliebten Klötzchenfriese können als – dreidimensionale – Schachbrettmuster verstanden werden.

Symbolik[Bearbeiten]

Eindeutige Feststellungen zu einer möglichen Symbolik von Schachbrettmustern gibt es nicht. Doch gehören Schachbrettmuster wie auch Klötzchenfriese im weiteren Sinne zu den Netz- und Gitterformen, die – je nach Region – mit unheilabwehrenden (apotropäischen) Kräften in Zusammenhang gebracht werden. Vor allem die vorrangige Anbringung von Schachbrettmustern an Außenwänden, Gebäudeecken, Dachtraufen etc. könnte als Hinweis für eine solche Interpretation dienen.

Verwendung[Bearbeiten]

Wegen ihrer leichten optischen Identifizierbarkeit fanden Schachbrettmuster in mittelalterlichen Landsknechtsuniformen, schottischen Tartans etc. sowie in der Heraldik häufige Verwendung (siehe Geschacht).

Ein praktisches Anwendungsfeld ist der Bereich des maschinellen Sehens, da sich Schachbrettmuster zur Kalibrierung von Kameras eignen und mit Schachbrettmustern versehene Objekte eine vergleichsweise einfache Bestimmung der Orientierung des Objekts relativ zur Kamera erlauben. In diesem Anwendungsbereich wird häufig auch der amerikanische Begriff Checkerboard verwendet.

Beispiele[Bearbeiten]

Das rot-weiße Schachbrettmuster gilt auch als Nationalsymbol der Kroaten und prägt das Staatswappen, die Šahovnica. Auch im Vereinswappen und Dress des portugiesischen Fußballklubs Boavista Porto findet sich ein schwarz-weißes Schachbrettmuster.

Der Freistaat Bayern trägt ebenfalls ein schachbrettähnliches Muster in der Flagge (Rautenflagge). Schließlich ist das Schachbrettmuster das Symbol der auf Jamaika entstandenen Tanzmusik Ska. Bei Autorennen wie der Formel 1 signalisiert die entsprechende Flagge das Ende des Rennens.

Manche Schornsteine sind mit mehreren rot-weißen Schachbrettmustern als optisch hervorstechende Luftverkehrshindernisse gekennzeichnet.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]